Der 29-Jährige schaffte seine neue persönliche Bestleistung von 389 kg

Gewichtheber Martirosjan Dritter in B-Gruppe

Montag, 15. August 2016 | 23:39 Uhr

Gewichtheber Sargis Martirosjan hat die angepeilte persönliche Zweikampfbestleistung in Rio de Janeiro geschafft. Der 29-Jährige stemmte bei seinem Olympiadebüt am Montag 389 Kilogramm, womit er in der B-Gruppe der Klasse bis 105 kg Platz drei belegte. Seine Endplatzierung steht erst nach der Elitegruppe mit neun zumeist besseren Athleten fest, die um 24.00 Uhr MESZ an die Reihe waren.

In seiner Spezialdisziplin Reißen meisterte der EM-Dritte das selbst gewählte Anfangsgewicht von 179 kg souverän. Bei 184 kg, also ein Kilo über seiner Bestmarke, scheiterte er allerdings zweimal. Damit gelang es ihm nicht wie erhofft, der im Stoßen besseren Konkurrenz vorzulegen. Dafür lief es dann aber in der zweiten Disziplin besser. Martirosjan stieg mit 201 kg ein, die er ebenso zur Hochstrecke brachte wie danach 208 und sogar 210 Kilogramm.

Das quittierte er mit einem stolzen Klopfen auf die eigene Brust und einer Jubelpose in Richtung der österreichischen Fans in der Riocentro-Halle. “Es war ein super Gefühl, dass ich Österreich hier repräsentieren darf, meine neue Heimat. Ich habe eine starke Leistung gezeigt mit drei gültigen Versuchen im Stoßen. Es ist für mich und die Zuschauer super, dass endlich auch wieder ein Österreicher mitkämpfen kann”, meinte der gebürtige Armenier, der erst nach fünf Jahren des Wartens 2014 eingebürgert worden war.

Mit den beiden Bestleistungen im Zweikampf (bisher 386 kg) und im Stoßen (206) sei ihm ein starker Wettkampf gelungen. “Ich habe das geschafft, was ich schaffen wollte. Im Reißen bin ich nicht ganz zufrieden, ich wollte meinen Rekord verbessern”, sagte Martirosjan. Er sei für das Reißen besonders zuversichtlich gewesen, weil er im Training in Rio 188 kg gehoben hatte. “Aber leider hat es nicht geklappt”. Dafür sei das Stoßen sehr gut gelungen. “Der Körper hat brav mitgemacht, die operierte Schulter, das Knie, das war nicht einfach”, sprach er überstandene Verletzungen an.

Martirosjan rechnete nicht damit, dass er in der Endabrechnung weit vorne landen wird. “Maximal Elfter, Zwölfter, mit Glück vielleicht Neunter”, so der in Niederösterreich lebende Athlet der SK Vöest.

Der Auftritt in Rio soll nicht sein letzter bei Olympia gewesen sein. “Ich habe vor, dass ich bis Tokio weitermache. Ich werde 30, aber ich stoße noch immer Bestleistungen. Warum soll ich aufhören?” Sein nächstes großes Ziel ist die EM 2017, bei der er nicht nur wie heuer im Reißen, sondern auch im Stoßen und im Zweikampf Medaillen holen will.

Dass er in der Rio-Ergebnisliste durch Dopingfälle noch nach vorne rutschen könnte, wie er es im Vorfeld angedeutet hatte, ist seiner Meinung nach nicht ausgeschlossen. Er glaube nicht, dass sich die Mentalität der Betrüger geändert habe. “Wir haben auch hier schon Dopingfälle gehabt, zwei Polen. Abwarten, Dopingfälle kommen immer wieder. Wenn es so weiter geht, habe ich, glaube ich, gute Chancen.”

In den letzten Monaten waren etliche Medaillengewinner von 2008 und 2012 durch Nachkontrollen mit verbesserten Methoden erwischt worden. Darunter auch Doppel-Olympiasieger Ilja Iljin (KAZ) aus Martirosjans aktueller Gewichtsklasse. Als Extrembeispiel nannte Martirosjan die in London von Iljin gewonnene 94-kg-Kategorie, in der der Achtplatzierte durch Dopingfälle mittlerweile auf den Silberrang vorgerückt sei.

Von: apa

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