Holloway verpasste den Weltrekord nur knapp

Glanzleistungen bei US-Olympiaausscheidung in Eugene

Sonntag, 27. Juni 2021 | 09:35 Uhr

Gleich mehrere US-Leichtathleten haben am Samstag bei den U.S. Olympic Trials in Eugene mit rekordverdächtigen Leistungen geglänzt. Grant Holloway über 110 m Hürden, Gabby Thomas über 200 m, DeAnna Price im Hammerwerfen und Rai Benjamin über 400 m Hürden nehmen nun jeweils in der Liste der besten Leistungen der Geschichte Platz zwei ein.

Der 23-jährige Weltmeister Holloway blieb im Hürdensprint-Semifinale mit 12,81 Sekunden nur um eine Hundertstel über der neun Jahre alten Weltbestleistung seines Landsmanns Aries Merritt. “Ich denke, der Weltrekord ist definitiv möglich”, wusste Holloway, der das Finale in 12,96 gewann.

Thomas siegte in 21,61 Sek., den Weltrekord hält Florence Griffith-Joyner (1988/21,34). Über die halbe Stadionrunde verpasste Allyson Felix als Fünfte das Olympiaticket, über 400 m wird sie aber dabei sein. Price rückte mit 80,31 m der Marke der Polin Anita Wlodarczyk (82,98) nahe. Und Benjamin liegt mit 46,83 Sek. nur noch 5/100 Sekunden hinter Landsmann Kevin Young (46,78/1992). Auch im Stabhochsprung gab es eine Glanzleistung, Katie Nageotte nimmt mit 4,95 m nun Rang drei der Langzeitbestenliste ein.

Für Aufregung sorgte Hammerwerferin Gwen Berry bei der Siegerehrung, als sie sich von der US-amerikanischen Flagge abgewandte. Die Dritte der nationalen Meisterschaften gilt als Befürworterin von Sportlern, die ihre Plattform nutzen, um verschiedene Themen in den Fokus zu rücken. In der Vergangenheit kritisierte die 31-Jährige immer wieder die Rassenungleichheit und die Polizeigewalt in den USA.

Am Samstag drehte sie sich der Tribüne zu und zog sich ihr Shirt mit der Aufschrift “Activist Athlete” über den Kopf. Berry erklärte, vom Abspielen der Hymne überrascht worden zu sein: “Ich habe das Gefühl, dass es eine Falle war. Das wurde mit Absicht gemacht und ich bin wirklich sauer.” Gegenüber der Tageszeitung “USA Today” bestritt die Presseverantwortliche der Veranstaltung den Vorwurf. Die Nationalhymne werde jeden Tag nach einem vorher veröffentlichten Zeitplan gespielt.

Von: APA/Reuters/dpa