Kampf um die Goldmedaille

Goggia gegen Vonn um Gold im Super-G – Oder doch nicht?

Donnerstag, 15. Februar 2018 | 06:19 Uhr

Der Super-G ist am Samstag (3.00 Uhr MEZ) der erste Speedbewerb der Alpinski-Damen bei den Winterspielen in Pyeongchang. Geht es nach der Olympia-Generalprobe, lautet der Kampf um Gold Sofia Goggia gegen Lindsey Vonn, gewann doch die Italienerin 2017 in Jeongseon beide Speedrennen vor der Amerikanerin. Die ÖSV-Damen haben eine stolze Bilanz zu verteidigen.

Denn bei den letzten drei Spielen in Folge stellte der ÖSV jeweils die Olympiasiegerin, seit 2011 nur einmal (2013 Tina Maze) nicht die Weltmeisterin. Bei Olympia gewann 2006 in Turin Michaela Dorfmeister, 2010 in Vancouver Andrea Fischbacher und vor vier Jahren in Sotschi Anna Fenninger.

Die Salzburgerin ist diesmal als verheiratete Anna Veith wieder mit dabei, hat aber wie Cornelia Hütter eine lange Verletzungspause hinter sich. Weiters starten am Samstag Weltmeisterin Nicole Schmidhofer und Olympia-Debütantin Tamara Tippler.

Hütter war in Sotschi noch “völlig überfordert” gewesen. Vier Jahre später ist die 25-Jährige in Korea die Abgeklärtheit pur. “Ich bin völlig entspannt, weiß, was auf mich zukommt. So schlimm wie in Sotschi wird es bei einem Großereignis nie mehr werden”, versprach die Steirerin. “Es ist eine ganz andere Conny hierher gefahren.”

Dass sie gleich beim Comeback nach Kreuzbandriss die erste Abfahrt in Lake Louise gewonnen hat und zuletzt in der Garmisch-Abfahrt nur Hundertstel hinter Goggia und Vonn geblieben ist, sei Fakt. Hütter: “Ich habe mich aber noch nie selbst vorne als Favoritin reingestellt. Das mache ich nicht.”

Hütter ist locker wie noch nie. Sie hat bei der Generalprobe wie Veith verletzt gefehlt und das Rennen bis heute nicht gesehen. “Ich habe damals tief und fest geschlafen”, gestand sie. Was sie von der Strecke wisse? “Dass der Schnee drauf weiß ist.”

Was ungünstig ist, weil wegen des gedrängten Programmes die Hangbefahrung am Vortag wegen des Herren-Super-G ausfallen wird. “Ich bin schon oft wo gut gefahren, wo ich vorher noch nicht war. Und vielleicht haben einige ja auch schon wieder vergessen, wie es hier war”, nahm sie selbst das schulterzuckend hin.

Auch die Gelände-Topografie ist Hütter “komplett egal”. “Hauptsache lange Ski und es geht dahin. Ich schau mir den Lauf an, merke ihn mir und fahr dann runter. Die ganze Rederei bringt doch nichts. Das macht mich nur irre.” Goggia und Vonn seien sicher die Favoritinnen. “Aber mit dieser Rolle musst auch erst mal umgehen.”

Der Super-G wird von Meinhard Tatschl und damit einem ÖSV-Coach gesetzt. Das ist zuletzt bei den Damen schon mehrmals sehr gut ausgegangen. 2010 raste Fischbacher ebenso auf einem Kriechbaum-Kurs zu Gold wie 2011 Elisabeth Görgl bei der WM 2011. Veith siegte 2014 bei Olympia auf einem Kurs von Florian Winkler und ein Jahr später bei der WM 2015 auf einem von Roland Assinger.

Tatschl ist zudem der Vertrauenstrainer von Veith. Ob die Salzburgerin wieder davon profitieren kann, ist nicht auszuschließen. “Ich traue ihr alles zu, sie ist unsere einzige Saisonsiegerin”, sagte Kriechbaum. Für Kriechbaum gibt es mehr Favoritinnen als Goggia und Vonn. “Ich traue auch jeder Einzelnen von uns sehr viel zu.”

Tippler hatte sich in letzter Minute für ihre ersten Spiele qualifiziert. “Ich bin so emotional, habe geweint, als ich den Anruf bekam”, gestand die 26-Jährige. “Ich habe die Schuhe und die Ski vom letzten Jahr mit. Es sollte passen und ich habe nichts zu verlieren, ich kann voll angreifen”, nahm sich Tippler vor.

Die Dritte im Super-G-Bund der verschworenen “Steirer-Gang”, die sich seit Jugendjahren und aus dem Landescup kennt, ist Schmidhofer. Die 28-jährige aus Schönberg-Lachtal kommt als Weltmeisterin zu ihrem nächsten Großevent.

Bei der Generalprobe habe sie einen Rechtsschwung verbremst, erinnerte sie sich sofort. “Hier darfst du dir auf den Kuppen und Übergängen keinen Fehler erlauben”, weiß die Material-Tüftlerin, die bis zuletzt auf der Suche nach der richtigen Materialabstimmung war. Schmidhofer hat deshalb u.a. gleich vier verschiedene Paar Skischuhe mitgebracht.

“Natürlich hilft das, wenn man so etwas schon einmal geschafft hat, verwies sie auf ihre Goldfahrt vor einem Jahr bei der Moritz-WM. “Damals war es im Vorfeld noch nicht so interessant, was die Frau Schmidhofer so tut. Die Vorbereitung war aber perfekt und ich bin schon mit einer Riesenvorfreude hingefahren”, erinnerte sich Schmidhofer.

Aus ihrer Sicht wäre es gut, wenn das Hangfahren doch noch stattfinden könnte. “Dann bin ich bereit für ein gutes Rennen. Ich muss nur noch die kleinen Schmidi-Drifterl weglassen. Denn hier muss man die Schwünge auf Zug fahren. Aber ich bin gut drauf.”

Von: apa

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