David Wise holte Gold für die USA

Gohl Achter in der Halfpipe – Gold und Silber an USA

Donnerstag, 22. Februar 2018 | 06:26 Uhr

Großartige Stimmung vor 8.000 Fans, spektakuläre Sprünge und einen US-Doppelsieg hat am Donnerstag im Phoenix Snow Park von Bokwang der Halfpipe-Bewerb der Herren im Ski-Freestyle gebracht. Österreichs Beitrag, der 24-jährige Vorarlberger Andreas Gohl, belegte im Olympia-Finale der Top 12 mit 68,80 Punkten im dritten Versuch den guten achten Rang.

Gold und Silber ging durch David Wise nach einer hochklassigen Performance mit 97,20 Zählern vor Alex Ferreira (96,40) an die USA. Bronze holte der erst 16-jährige Nico Porteous (94,80), der im dritten Versuch nichts mehr riskierte, für Neuseeland.

Nachdem Elisabeth Gram bei den Frauen für Österreich als 13. nur um 0,6 Zähler das Finale verpasst hatte, war ja Gohl als Zwölfer dieses Schicksal in der Quali erspart geblieben. Seine Eltern hatten noch gescherzt, sie würden nach Südkorea fliegen, wenn er das Finale erreicht und am Donnerstag konnte der Bludenzer dann nicht nur seine Freundin, sondern auch die tatsächlich angereisten Eltern umarmen.

“Ich habe mich von der Quali bis ins Finale noch einmal steigern können. Ich habe im Training noch einmal einen neuen Trick gelernt, der ist im Finale aufgegangen”, freute sich Gohl im Gespräch mit der APA – Austria Presse Agentur. Es handelt sich um einen “double-underflip-Neuner” – übersetzt heißt das laut Gohl: “zweimal seitlich über den Kopf gedreht, dann sind es zweieinhalb Umdrehungen”.

Gohl war mit dem achten Rang zufrieden. “Es war sicher einer der besten Runs, die ich je gemacht habe”, sagte der Vorarlberger, gab aber auch zu: “Die anderen sind noch einmal eine Klasse drüber, drum sind die Scores nicht ganz so hoch.”

Gohl hofft, dass er seinen Lauf noch sauberer abliefern kann und sich in Zukunft steigern wird. Das Finale, das aus ÖOC-Sicht natürlich ganz im Schatten des Goldmedaillen-Gewinns von Anna Gasser stand, soll freilich auch für die Ski-Freestyler etwas bewirken. Ebenso wie sein eigener Finaleinzug für seine Sparte. “Ich hoffe, dass sich der Sport ein bisserl weiterentwickeln kann und vielleicht habe ich ein paar Junge motivieren können, dass sie mit der Halfpipe oder dem Freestyle Skifahren anfangen.”

Mit Anna Gasser, die Gohl natürlich gut kennt, freut er sich wie die gesamte ÖOC-Familie mit. “Ich freue mich mega für die Anna, das finde ich voll cool. Sie hat sich das echt verdient.” Von einem Konkurrenzdenken zwischen den Ski-Freestyle-Athleten, die von den Snowboardern manchmal scherzhaft “Pommes-Fahrer” genannt werden, ist nichts zu spüren. “Wir sind ja sonst beim Trainieren immer vermischt mit Ski und Snowboard, man kennt sich recht gut”, erklärt Gohl, der gerne auch bei den nächsten Spielen 2022 in Peking wieder dabei wäre. “Schauen wir, ob es sich noch ausgeht”, grinste er.

Das Niveau steigert sich jedenfalls weiter rasant. “Es hat sich auch von den letzten Spielen in Sotschi weg unglaublich entwickelt. Ich weiß gar nicht mehr, was man noch viel mehr machen kann und wo es noch hingeht.” Die Halfpipes selbst würden auch immer besser. “Das war eine der besten, die ich jemals gefahren bin”, streute Gohl dem österreichischen Pipe-Bauer Albert Zehetner Rosen.

Zufrieden war auch der Sportliche Leiter im Österreichischen Skiverband für Ski-Freestyle. “Das war eine ganz brave Leistung vom Andi. Wir haben mit einem Finaleinzug spekuliert und wir haben unser Ziel mehr als erreicht”, freute sich Roman Kuss. “Für Andi war es ein kleines Olympia-Märchen. Es war ein bisserl Glück auch dabei. Er ist ein harter Kämpfer und hat sich das mehr als verdient.”

Auch Kuss jubelte über das Gold von Gasser, auch weil es den “Action”-Sportarten eine große Wahrnehmung bringt. “Wir profitieren genauso von der Anna. Das beste Beispiel ist das Landing-Bag am Kreischberg, das wir ohne sie nie bekommen hätten”, erklärte Kuss. Statt einer Schneelandung ist dort ein “riesengroßes Luftkissen” gebaut worden. Dies sei zum Erlernen neuer Rotationen sehr gut, da es relativ verletzungssicher ist. “Ohne Anna Gasser hätten wir so etwas nie umgesetzt. Für langfristige Nachwuchsentwicklung ist das Gold wert.”

Von: apa