Clevelands Superstar LeBron James steht vor großer Herausforderung

Golden State hat Rechnung mit NBA-Meister Cleveland offen

Mittwoch, 31. Mai 2017 | 06:15 Uhr

Die Golden State Warriors müssen fast, Titelverteidiger Cleveland Cavaliers darf wieder. So könnte man die Ausgangslage vor der am Donnerstag beginnenden NBA-Finalserie zuspitzen. Das zweite Wiedersehen mit den Warriors sei “eine der größten Herausforderungen” seiner Karriere, weiß Clevelands Basketball-Superstar LeBron James. Golden State will sich den Titel nicht noch einmal entreißen lassen.

“Es wird sehr schwierig. Diese Jungs werden mich fordern, sie werden unser Team, unseren Club fordern, mental und physisch”, führte James aus, der das siebente Jahr in Folge im NBA-Finale steht. So eine Serie haben vor ihm schon einige andere Spieler hingelegt. Absoluter Rekordhalter ist der ehemalige Celtics-Center Bill Russell mit zehn Final-Teilnahmen von 1957 bis 1966. Dass die Paarung seit drei Jahren immer Cleveland gegen Golden State heißt, ist in der Geschichte der NBA allerdings ein Novum und unterstreicht die Dominanz der beiden Clubs.

Die Play-offs beendeten die zwei Finalisten mit nur insgesamt einem verlorenen Spiel und damit mit einer Siegquote, die seit den 1950er-Jahren nicht mehr erreicht wurde. Die Golden State Warriors sind das erste Team der NBA-Geschichte, das in der K.o.-Phase unbesiegt geblieben und folgerichtig mit zwölf Siegen und keiner einzigen Niederlage in die Finals startet.

“Strength in Numbers” (Stärke in Zahlen) lautet das Motto der Warriors seit der Meistersaison 2015. Diesen Leitspruch bestätigte das Team aus Oakland in der Folgesaison eindrucksvoll, in der es mit 73 Siegen in 82 Grunddurchgangsspielen einen NBA-Rekord fixierte. Doch da die erfolgreiche Titelverteidigung im NBA-Finale gegen die Cavaliers trotz klarer 3:1-Führung in der “best of seven”-Serie noch verpasst wurde, endete die Saison für Point Guard Stephen Curry und Co. mit einer herben Enttäuschung.

Cleveland gewann erstmals die Meisterschaft, es war der erste nationale Titel für eine in Cleveland beheimatete Mannschaft seit dem NFL-Gewinn der Cleveland Browns 1964. Nun sind die “Dubs” bereit für die Revanche.

“Eine unglaubliche Serie, aber wir müssen es jetzt zu Ende bringen”, forderte Warriors-Chefcoach Steve Kerr, der aufgrund massiver Rückenbeschwerden in den jüngsten zehn Spielen delikaterweise von Ex-Cleveland-Trainer Mike Brown vertreten wurde. Auch im ersten Finalspiel wird Kerr sein Amt noch nicht ausüben. “Wir haben noch eine Rechnung mit ihnen zu begleichen”, heizte auch Club-Eigentümer Joe Lacob die Stimmung vor den neuerlichen Showdown mit den “Cavs” an.

Damit dieses Unternehmen gelingt, wurde im vergangenen Sommer Top-Forward Kevin Durant verpflichtet. Der 28-jährige NBA-Superstar, der 2014 als wertvollster Spieler (“MVP”) ausgezeichnet worden war, kann wie Curry Matches im Alleingang entscheiden. Dazu stehen mit “Defensiv-Abrissbirne” Draymond Green sowie Currys “Splash Brother” Klay Thompson noch zwei weitere aktuelle NBA All-Stars in der ersten Fünf des Teams aus der Bay Area.

Durant lobte zuletzt die “immer besser werdende Teamchemie” bei den Warriors, auf die es in der Finalserie besonders ankommen werde. Green pflichtete ihm bei und hob vor allem die bisher “unglaubliche Defensivleistung” im Play-off hervor. “Es gibt aber Details, die wir noch verbessern müssen”, weiß der Power Forward, dass nun mit den von “King James” angeführten Cavaliers ein ganz besonderer Prüfstein wartet.

Im Grunddurchgang waren wie 2016 die Warriors das beste Team (67 Siege/15 Niederlagen). Cleveland schaffte es gar nur als zweitbestes Team in der Eastern Conference in die Play-offs. Jakob Pöltl tippt dennoch auf den Titelverteidiger. Das sei ein “Bauchgefühl”, sagte Österreichs erster NBA-Spieler vor wenigen Tagen anlässlich eines Wien-Aufenthalts.

Er erwarte, dass die Serie “sehr ausgeglichen” verlaufen werde. Immerhin seien “beide Teams vollgefüllt mit Superstars”. Gegen die Cavaliers hatten Pöltls Toronto Raptors im Semifinale der Eastern Conference mit 0:4 den Kürzeren gezogen.

Programm NBA Finals nach “best of seven”-Modus (alle Termine Ortszeit/MESZ):

Spiel 1/1. Juni (21.00/3.00 Uhr): Golden State - Cleveland
Spiel 2/4. Juni (20.00/2.00 Uhr): Golden State - Cleveland
Spiel 3/7. Juni (21.00/3.00 Uhr): Cleveland - Golden State
Spiel 4/9. Juni (21.00/3.00 Uhr): Cleveland - Golden State
Falls nötig:
Spiel 5/12. Juni (21.00/3.00 Uhr): Golden State - Cleveland
Spiel 6/15. Juni (21.00/3.00 Uhr): Cleveland - Golden State
Spiel 7/18. Juni (20.00/2.00 Uhr): Golden State - Cleveland

Von: apa