Mit vollem Elan in die erste Playoff-Runde

Grabner mit Rangers krasser Außenseiter in NHL-Play-offs

Dienstag, 11. April 2017 | 08:17 Uhr

Der 29-jährige Kärntner Michael Grabner ist Österreichs einziger Beitrag zu den in der Nacht auf Donnerstag beginnenden Play-offs der National Hockey League (NHL). Seine New York Rangers bekommen es in der Auftaktrunde mit den Montreal Canadiens zu tun und gehen als krasser Außenseiter in dieses Duell. Der NHL-Rekordchampion hat alle drei Spiele im Grunddurchgang gegen die Rangers gewonnen.

Bessere Erinnerungen hat der Grabner-Club an das bisher letzte Aufeinandertreffen im Play-off: Im Eastern-Conference-Finale 2014 setzten sich die “Broadway Blueshirts” in der “best of seven”-Serie 4:2 gegen den 24-fachen Titelträger aus Montreal durch. Im Endspiel um den Stanley Cup zogen die Rangers dann aber gegen die Los Angeles Kings klar mit 1:4 den Kürzeren.

Drei Jahre später ist nun Grabner einer der New Yorker Hoffnungsträger in der entscheidenden Meisterschaftsphase. Mit 27 Treffern im Grunddurchgang war der pfeilschnelle Villacher zweitbester Torschütze der Rangers, zuletzt aber – so wie auch die Mehrzahl seiner Teamkollegen – auf der Suche nach seiner Topform. Nur ein einziges Mal traf Graber in seinen letzten 23 Spielen der “regular season”.

Mit 28 Toren war nur Chris Kreider besser als der Kärntner. Und den 25-jährigen US-Amerikaner erwarten unangenehme Gastspiele in Montreal, wo er ein rotes Tuch für die Fans ist, weil der linke Flügelstürmer 2014 im ersten Spiel der Eastern-Conference-Finalserie Canadiens-Goalie Carey Price verletzt hatte. “Ich bin bereit und keineswegs beunruhigt. Ich werde mein Spiel durchziehen, egal gegen wen”, kündigte Kreider an, der für seine kompromisslose Spielweise gegen Torhüter verschrien ist.

Das Topduell der Auftaktrunde lautet Titelverteidiger Pittsburgh Penguins gegen die Columbus Blue Jackets, die mit ihrem körperbetonten Stil Superstar Sidney Crosby und Co. stoppen wollen. Vor allem Ex-Rangers-Spieler Brandon Dubinsky ist seit seinem brutalen Cross-Check Ende November 2015 gegen den Nacken von Crosby das große Feindbild des Pittsburgh-Anhanges.

Auf die Washington Capitals und ihren russischen Ausnahmekönner Alexander Owetschkin, die als Sieger des Grunddurchgangs in etwaigen Entscheidungsspielen der “best of seven”-Serien immer Heimvorteil genießen würden, wartet dagegen mit den Toronto Maple Leafs die von der Papierform leichteste Auftakthürde im Osten. Unmittelbar danach droht aber schon das Gigantenduell mit den Penguins und Crosby. Der Sieger aus Rangers gegen Canadiens bekommt es dagegen entweder mit den Ottawa Senators oder den Boston Bruins zu tun.

In der schwächeren Western Conference starten die Chicago Blackhawks als Nummer eins ins Play-off gegen die Nashville Predators. Auch hier könnte es schon in Runde zwei zum Gipfeltreffen mit Minnesota Wild kommen, sofern der Ex-Club von Thomas Vanek gegen die St. Louis Blues ebenfalls seiner Favoritenrolle gerecht wird. Die weiteren Paarungen im Westen lauten Anheim Ducks gegen Calgary Flames und Edmonton Oilers gegen San Jose Sharks.

Nachdem Kanada im vergangenen Jahr überhaupt nicht in den Play-offs vertreten war, sind heuer gleich fünf Teams aus dem Land des Rekord-Weltmeisters dabei. So stark war das kanadische Kontingent seit der Saison 2003/04 nicht mehr.

Von: apa