Antoine Griezmann köpfelte zum 1:1 ein und legte zum 2:1 nach

Griezmann-Double bei Frankreichs 2:1-Achtelfinalsieg

Sonntag, 26. Juni 2016 | 19:25 Uhr

Frankreich hat sich bei der Fußball-Europameisterschaft für das Viertelfinale qualifiziert. Die “Equipe Tricolore” bezwang am Sonntag in Lyon Irland nach Rückstand mit 2:1 (0:1). Robbie Brady brachte die Iren zwar bereits in der 2. Minute durch einen Foulelfmeter in Führung, ein Doppelpack von Antoine Griezmann brachte aber die Wende.

Zunächst traf der Atletico-Angreifer per Kopf (58.), nur drei Minuten später erhöhte er nach Assist von Olivier Giroud auf 2:1. Ab der 66. Minute spielte Irland nur noch zu zehnt, weil Shane Duffy für eine Notbremse an Griezmann vom starken Schiedsrichter Nicola Razzoli zurecht die Rote Karte erhielt. Im Viertelfinale trifft das Team von Didier Deschamps ohne die gelbgesperrten N’Golo Kante und Adil Rami am kommenden Sonntag in St. Denis auf den Sieger des Achtelfinales zwischen England und Island (Montag, 21.00 Uhr).

Das Spiel begann mit einem Knalleffekt. Noch in der ersten Minute brachte Paul Pogba den irischen Angreifer Shane Long im eigenen Strafraum regelwidrig zu Fall. Brady, der Österreichs Gegner in der kommenden WM-Qualifikation schon mit seinem Last-Minute-Treffer gegen Italien überhaupt erst in das Achtelfinale gebracht hatte, behielt beim fälligen Elfmeter die Nerven (2.) und besorgte den zweitschnellsten Treffer in der EM-Historie.

Frankreich bemühte sich zwar, den frühen Schock wegzustecken und hatte in der Folge mehr vom Spiel, die Iren verschleppten aber geschickt das Tempo und zerstörten den Spielfluss der Franzosen durch viele kleine Fouls. Gefährliche Strafraumszenen blieben daher zunächst Mangelware. Ein Freistoß von Dimitri Payet (8.) und Abschlüsse von Griezmann stellten für Irlands Keeper Darren Randolph leichte Beute dar (18., 22.).

In einem zerfahrenen Spiel, in dem die Iren jede Unterbrechung ausreizten, dauerte es bis zur 41. Minute, bis die 56.279 Zuschauer in Lyon wieder eine gute Möglichkeit zu sehen bekamen. Shane Duffy verfehlte dabei nach einem Freistoß per Kopf eine mögliche Vorentscheidung nur knapp. Zu Beginn der vierminütigen Nachspielzeit der ersten Hälfte vergaben “Les Bleus” die bis dahin besten Chancen auf den Ausgleich. Zunächst setzte sich Payet im Strafraum durch. Sein Schuss wurde aber ebenso wie Griezmanns Versuch von der irischen Abwehr geblockt (45.+1).

Die Franzosen schafften es, den Schwung aus den Schlussminuten der ersten Hälfte in den zweiten Durchgang mitzunehmen. Zunächst verpasste Laurent Koscielny den Ausgleich mit einem Hechtkopfball nur um wenige Zentimeter (48.), danach prüfte Blaise Matuidi Randolph mit einem gut angetragenen Schuss (55.). Dann folgte der große Auftritt von Griezmann.

Der Angreifer von Atletico Madrid besorgte nach exakt 57 Minuten den mittlerweile überfälligen Ausgleich per Kopf. Nur drei Minuten später erhöhte Griezmann zum 2:1, nachdem Giroud den Ball abtropfen ließ (61.). Nach Duffys Ausschluss fanden die Iren, die ihre Premiere in einer EM-K.o.-Phase verloren, kaum noch statt. Frankreich war dem dritten Tor näher und hatte bei einem Lattenschuss von Andre-Pierre Gignac auch Pech (77.).

Die Equipe Tricolore gewann damit zum ersten Mal seit der Europameisterschaft 2000 wieder ein K.o.-Spiel bei einem Großereignis. Damals holte man sich gegen Italien den EM-Titel.

Frankreichs Offensivspieler Kingsley Coman zog sich indes eine Knöchelverletzung zu. “Er hat sich den Knöchel verdreht, es ist aber nichts Ernstes. Er ist jung, und wenn man jung ist, heilt so etwas schnell”, sagte Teamchef Didier Deschamps.

Von: apa