Andreas Gstöttner hat reale Chanen auf ein Olympia-Ticket

Gstöttner und Straka bei Bogenschieß-WM mit Olympia-Chance

Freitag, 07. Juni 2019 | 11:53 Uhr

Gut ein Jahr vor den Olympischen Spielen in Tokio rücken Österreichs Elite-Bogenschützen wieder mehr in den Fokus. War in Rio de Janeiro 2016 Laurence Baldauff rot-weiß-rote Vertreterin ihres Sports, zielen nun allen voran Andreas Gstöttner und Elisabeth Straka auf ein Ticket für die Spiele ab. Ab Montag laufen in Hertogenbosch die Weltmeisterschaften, bei denen es erste Olympia-Quotenplätze gibt.

Für die Spiele in Japan ist für Verbände ohne Team-Startplatz nur ein Einzel-Startplatz je Geschlecht zu holen. Diese für Österreichs Athleten wahrscheinliche Variante eröffnet ihnen mit WM und Europaspielen vom 21. bis 30. Juni in Minsk vorerst zwei Qualifikationsmöglichkeiten. Eine dritte folgt bei den Europameisterschaften im Mai 2020 in Antalya.

Gstöttner hat sich im olympischen Recurve 2018 sozusagen in Position gebracht. Im Vorjahr wurde er bei EM und Weltcup Neunter, sein WM-Ziel ist ein Tokio-Quotenplatz. “Man muss ins Viertelfinale kommen. Wenn man Glück hat, reicht das Achtelfinale”, sagte Gstöttner der APA – Austria Presse Agentur. “Da vor dem Einzel die Mannschaft und das Mixed stattfinden, werden dadurch sozusagen einige Quotenplätze frei.”

Im Einzel hält es Gstöttner für schwieriger als vor vier Jahren, ein Olympia-Ticket zu ergattern. “Aber im Mixed sind wir gut aufgestellt. Da ist die größte Chance, dass wir es schaffen.” Sollte es nicht klappen, gäbe es eben bei den Europaspielen gleich die nächste Möglichkeit auf Tokio-Tickets – je eines in Einzel und im Mixed. Wenn viele europäische Teams schon in Hertogenbosch die Olympia-Fahrkarte lösen, ist die Chance für das österreichische Duo größer.

In diesem ist Straka sozusagen die “Junior-Partnerin”. “Ich habe, glaube ich, eine gute Grundtechnik”, erklärte die WM-Debütantin der APA, wie sie es in nicht einmal vier Jahren von Null zur besten Bogenschützin des Landes geschafft hat. “Ich habe manchmal gar nicht auf lange Distanzen geschossen, sondern nur auf die Technik geschaut. Das hat mir ein bisschen einen Vorteil verschafft.”

Je drei Damen und Herren vertreten Österreich bei den Weltmeisterschaften – sowie drei Herren im nicht-olympischen Compound -, der beste Herr und die beste Dame der Qualifikation vertreten ihr Land im Mixed. Bei normalem Verlauf ist davon auszugehen, dass das Gstöttner und Straka sind. Um optimal auf die heuer früh angesetzten Welttitelkämpfe vorbereitet zu sein, hatte Indoor-Staatsmeister Gstöttner die internationale Hallen-Saison ausgelassen.

Sein Trainingspensum beträgt 1.500 Pfeile bzw. 31,5 gezogene Tonnen, sechs Kraft- und drei Kickbox-Einheiten pro Woche. Rio-Olympia-Teilnehmerin Baldauff hat sich übrigens vor einem Jahr entschlossen, wieder für ihr Vaterland Luxemberg anzutreten und musste daher die vergangenen zwölf Monate “stehen”.

ÖBSV-Team WM Hertogenbosch:

Recurve Damen: Nina Riess, Elisabeth Straka, Martina Wöll; Recurve Herren: Andreas Gstöttner, David Macher, Julian Schweighofer; Compound Herren: Michael Matzner, Nico Wiener, Wolfgang Wiener

Von: apa