Lewis Hamilton ist nicht zu bremsen

Hamilton schloss mit Deutschland-Sieg zu Schumacher auf

Sonntag, 11. Oktober 2020 | 16:53 Uhr

Diesmal hat niemand die Party von Lewis Hamilton verhindert. Der Formel-1-Weltmeister aus Großbritannien gewann am Sonntag den Großen Preis der Eifel auf dem Nürburgring und schaffte damit seinen 91. Sieg. Der Mercedes-Mann, der auch vom frühen Ausfall seines teaminternen Rivalen Valtteri Bottas profitierte, egalisierte dadurch die Rekordmarke von Michael Schumacher in dessen deutscher Heimat. Zweiter wurde Red-Bull-Pilot Max Verstappen, Dritter Daniel Ricciardo im Renault.

Nachwuchsfahrer Mick Schumacher, der Sohn des Formel-1-Rekordweltmeisters, überreichte Hamilton beim Sieger-Interview einen Helm aus dem Besitz der Familie Schumacher. “Jetzt weiß ich wirklich nicht, was ich sagen soll”, stammelte Hamilton danach sichtlich bewegt. “Ich werde eine Weile brauchen, um das zu realisieren. Ich habe großen Respekt vor Michael.”

Durch seinen siebenten Saisonsieg fiel auch eine kleine Vorentscheidung im WM-Kampf mit Bottas. Titelverteidiger Hamilton hat nun bereits 69 Punkte Vorsprung auf seinen Teamkollegen. Bei noch sechs zu absolvierenden Rennen und der Konstanz von Hamilton müsste schon viel für den Finnen laufen, der diesmal wegen eines technischen Defekts aufgeben musste. Dritter ist mit 83 Punkten Rückstand auf Hamilton Verstappen, der sich den Extrapunkt für die schnellste Rennrunde – gleichzeitig ein neuer Rundenrekord – sicherte.

Für den Australier Ricciardo war es der erste Podestplatz als Renault-Fahrer und für das französische Werksteam überhaupt der erste seit der Formel-1-Rückkehr 2016. “Hartnäckigkeit zahlt sich aus”, sagte der 31-Jährige aus Perth, der ab 2021 für McLaren-Mercedes fahren wird. Mit seinem Teamchef Cyril Abiteboul hatte er vor einiger Zeit ausgemacht, dass sich dieser ein Tattoo stechen lassen muss, wenn es Ricciardo aufs Podium schafft. “Es wird wahrscheinlich was mit mir zu tun haben und ein bisschen eine deutsche Note haben”, kündigte Ricciardo an.

Am Anfang hatte es für Bottas noch vielversprechend ausgesehen, der Finne behielt von der Pole Position startend die Führung. In der 13. Runde leistete er sich in Kurve 1 jedoch einen Verbremser, das nutzte Hamilton eiskalt aus und ging in Führung. Kurz darauf schwammen dem Finnen dann alle Felle davon. Er meldete einen Leistungsverlust und verlor Position um Position.

Aus der Mercedes-Box hieß es, dass möglicherweise die MGU-H defekt sei. Das ist jener Teil des Formel-1-Motors, bei dem – vereinfacht gesagt – ungenutzte Energie der Abgase in elektrische Energie umgewandelt wird. Bottas musste das Rennen aufgeben. “Ich habe versucht, irgendetwas zu machen, aber es hat sich nichts getan”, meinte Bottas im ORF-Interview. Zu dem Vorfall, der Hamilton zur Führung verhalf, erklärte er: “Es war mein Fehler.”

Bei nasskaltem Wetter und tiefen Temperaturen passierten mehrere Dreher – und auch einige Ausfälle. So war auch bei Alexander Albon, dem zweiten Red-Bull-Piloten, die Antriebseinheit defekt. Lando Norris, George Russell und Esteban Ocon beendeten das elfte WM-Rennen, das eine virtuelle und eine tatsächliche Safety-Car-Phase erlebte, ebenfalls nicht.

Beim Fan-Voting zum “Fahrer des Tages” gewann Blitz-Comebacker Nico Hülkenberg, der für Racing Point als Achter WM-Punkte erbeutete. Der Deutsche, der erst Samstagmittag für den kranken Lance Stroll übernommen hatte, war somit auch besser als sein Landsmann Sebastian Vettel, der es im Ferrari als Elfter nicht in die Top Ten schaffte. Der zweite Ferrari-Mann, Charles Leclerc, wurde Siebenter.

Während Romain Grosjean (Haas) als Neunter und Antonio Giovinazzi (Alfa Romeo) als Zehnter ihre jeweils ersten Punkte in der Saison machten, ging auch Kimi Räikkönen (12.) leer aus. Der Finne ist nun jedoch alleiniger Rekordhalter in Sachen Grand-Prix-Einsätze, startete er am Sonntag doch in sein 323. Rennen in der Motorsport-Premiumklasse. Damit überholte der Alfa-Romeo-Pilot den Brasilianer Rubens Barrichello. Ob der bald 41-jährige Räikkönen auch 2021 weitermacht, steht zumindest laut offiziellen Aussagen noch nicht fest.

Von: apa

Kommentare

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9 Kommentare auf "Hamilton schloss mit Deutschland-Sieg zu Schumacher auf"


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PeterSchlemihl
PeterSchlemihl
Tratscher
15 Tage 17 h

Hamilton ist und bleibt der grösste Formel-1-Fahrer aller Zeiten. Und Mercedes das grösste Formel-1-Auto aller Zeiten.

primetime
primetime
Superredner
15 Tage 16 h

Setz den Herr in ein Auto mit Ferrari motor und er girkt weiter hinten rum. Ein Fahrer ist nir so gut wie das Auto selber

ghostbiker
ghostbiker
Superredner
15 Tage 7 h

Dei gonzn Minusdrücker sein frustrierte Ferrarifans😜

ghostbiker
ghostbiker
Superredner
15 Tage 7 h

Genau deiner Meinung…super gsog

tom
tom
Universalgelehrter
15 Tage 5 h

außer vielleicht bei der Rallye. Da kann ein guter Fahrer auch in einem eigentlich unterlegenen Auto noch was reißen, siehe Saison 82

pfaelzerwald
pfaelzerwald
Universalgelehrter
15 Tage 5 h

@Peter
Na ja, in der Vergangenheit gab es auch Weltklasse Fahrer. Und zwar mit schlechteren Autos als heute.

Anja
Anja
Superredner
15 Tage 20 h

Starke Leistung von Lewis und starke Geste von Mick Schumacher… 🏎🏎🏎

ghostbiker
ghostbiker
Superredner
15 Tage 18 h

Wenns läuft dann läufts…gewaltig🤣

PuggaNagga
15 Tage 6 h

Mit dem besten Auto ist leicht gewinnen.
Da hatte es der gute alte Michael Schumacher bei weitem nicht so leicht. Ein überragendes Auto hatte er wenn überhaupt nur kurz. Michael hatte oft nur das zweitbeste Auto und gewann trotzdem.
Umso bemerkenswerter ist seine Leistung, er ist und bleibt der Beste!

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