Ekstase bei der dänischen Mannschaft

Handball-WM: Jubel in Dänemark, Ernüchterung in Norwegen

Montag, 28. Januar 2019 | 11:23 Uhr

Die einen Skandinavier jubeln, die anderen Skandinavier hadern mit dem zweiten verpassten WM-Gold in Serie. Das Handball-Endspiel zwischen Dänemark und Norwegen hat am Sonntag in Herning die erwartet starken Emotionen hervorgerufen. Im Freudentaumel ist das Weltmeisterland. Norwegen schwebt hingegen zwischen Bewunderung für den neuen Weltmeister und großer Enttäuschung.

“Dänemark gewinnt WM-Gold und demütigt Norwegen”, titelte etwa die dänische Boulevardzeitung “Ekstra Bladet”. Die Zeitung “Politiken” schrieb über den ersten dänischen WM-Titel: “Perfekt! Kein anderes Wort beschreibt diese Vorstellung besser. Das ist das perfekte Gold.”

“Dänemark hat Norwegen von der Bahn gefegt”, titelte der norwegische Sender TV2 nach der deutlichen 22:31-Niederlage seiner Landsleute gegen den dänischen Co-Gastgeber. “Mikkel Hansen und Dänemark waren zu stark und zerschmetterten Norwegen.”

Die norwegische Zeitung “Aftenposten” schrieb: “Final-Fiasko: Dänemarks Festhandball zerschlägt Norwegens Goldhoffnung.” Und weiter: “Norwegen wurde von Dänemark gedemütigt.” Auch das “Dagbladet” war fassungslos, schöpfte aber auch Hoffnung im überaus jungen Alter des norwegischen Teams: “Wir wurden von den Erwachsenen herumgefahren. Es ist weiter zu früh, um die WM zu gewinnen, aber wie gut ist diese junge norwegische Generation!”

Das dänische Blatt “Jyllands-Posten” resümierte den Turnierverlauf der Heim-WM und sagte einen Impuls für die ganze Gesellschaft voraus: “Während der Weltmeisterschaft erlebten die Zuschauer ein berauschendes Gemeinschaftsgefühl, das unweigerlich den Zusammenhalt der Gesellschaft fördern wird.”

Mikkel Hansen wurde als bester “Spieler des Turniers” ausgezeichnet, auch seine Landsleute Niklas Landin und Rasmus Lauge kamen ins achtköpfige, vom Weltverband (IHF) bekanntgegebene All-Star-Team. Das nächste Handball-Großereignis bei den Männern ist die für 10. bis 26. Jänner 2020 in Schweden, Norwegen und Österreich angesetzte EM.

Von: APA/dpa