Der Japaner ist nun doppelter Olympiasieger

Hanyu erneut mit Eiskunstlauf-Titel bzw. 1.000. Winter-Gold

Samstag, 17. Februar 2018 | 09:31 Uhr

Die am Samstag vergebene 1.000 Goldmedaille in der Geschichte Olympischer Winterspiele ist nicht nur wegen dieses Jubiläums eine historische gewesen. Yuzuru Hanyu holte sich am Samstag den Titel im Eiskunstlauf der Herren und wiederholte damit seinen Triumph von Sotschi 2014. Zweimal Gold in diesem Bewerb en suite hatte zuletzt der US-Amerikaner Dick Button 1948 und 1952 geschafft.

Hanyu hatte sich im November beim Grand Prix in Japan beim Versuch eines Vierfach-Lutz verletzt und ist erst nun in Südkorea in die Szene zurückgekehrt. Auf eine Teilnahme am vergangenen Wochenende im Teambewerb verzichtete er aber. Seine Olympia-Kür in Gangneun wies zwar Fehler auf, doch sein Vorsprung aus dem Kurzprogramm reichte doch klar. Der 23-Jährige gewann mit 317,85 Punkten noch deutlich.

Sein Landsmann Shoma Uno fixierte mit seiner Bewertung von 306,90 Zählern einen japanischen Doppelsieg, Bronze ging mit 305,24 Punkten an den spanischen Serien-Europameister und Ex-Weltmeister Javier Fernandez. Er sorgte bei seinen letzten Spielen für die schon zweite Medaille für Spanien bei diesen Spielen nach jenem von Regino Hernandez im Snowboard Cross. Damit wurde die Medaillen-Ausbeute der Iberer in der Geschichte von Winter-Olympia innerhalb von zwei Tagen verdoppelt.

Die weitaus beste Kür im Feld zauberte Nathan Chen auf das Eis. Der US-Amerikaner wurde mit 215,08 Punkten um knapp neun Zähler besser als Hanyu bewertet. Chen war als Co-Favorit in die Konkurrenz gegangen, hatte aber sein Kurzprogramm total verpatzt und war da am Freitag nur 17. geworden. Hanyu, Schützling von des 56-jährigen Ex-Weltmeisters Brian Orser, sicherte Japan im 49. Bewerb dieser Spiele die erste Goldmedaille, Uno das fünfte Silber.

Yuzuru Hanyu hat damit trotz seiner Verletzungspause und auch einem etwas abgespeckten Programm klar gewonnen. Nicht nur die vier vierfachen Sprünge – davon je zwei Toeloops und Salchows – hoben ihn auf eine andere Stufe. Einmalig ist der künstlerische Ausdruck des Asiaten, den die japanischen Fans mit Hunderten von “Winnie the Pooh”-Bären beschenkten. “Im Moment denke ich nicht an die dritten Spiele”, sagte er nach einem möglichen Gold-Triple befragt. “Ich denke an meinen rechten Knöchel, der noch nicht heil ist.” Ein Karriere-Ende ist aber unwahrscheinlich.

Fernandez trainiert ebenfalls in Toronto bei Starcoach Brian Orser. Er leistete sich wie in Sotschi einen Fehler beim vierfachen Salchow. Damals war der 26-Jährige leer ausgegangen, dieses Mal holte er die Medaille und wird vermutlich seine Karriere beenden.

Von: APA/dpa