In Kitzbühel war Hemetsberger im Jänner am Podest

Hemetsberger im Kvitfjell-Training bester Österreicher

Mittwoch, 02. März 2022 | 14:15 Uhr

An diesem Wochenende geht der alpine Ski-Weltcup der Männer mit einem reinen Speed-Programm in Kvitfjell weiter. Im ersten Training für die beiden Abfahrten am Freitag und Samstag fuhr der US-Amerikaner Ryan Cochran-Siegle die Bestzeit. Zwei Zehntelsekunden dahinter landete der norwegische Lokalmatador Aleksander Aamodt Kilde, der auch Führender im Abfahrtsweltcup ist. Bester Österreicher am Mittwoch war Daniel Hemetsberger als Sechster.

Hinter dem Oberösterreicher, der 0,75 Sekunden länger brauchte als Cochran-Siegle, waren der nun dreifache Olympiasieger Matthias Mayer als Achter (+0,85), Otmar Striedinger als Elfter (+1,05), Max Franz (14./+1,23), Daniel Danklmaier (17./+1,40) sowie vier weitere ÖSV-Athleten. Vincent Kriechmayr ging im Training nicht aufs Ganze und reihte sich mit +2,25 Rückstand als 39. ein.

Damit lag er zwei Positionen vor dem Norweger Kjetil Jansrud, der in Kvitfjell die letzten Rennen seiner Karriere bestreiten wird. Der 36-Jährige hatte sich im Dezember in Beaver Creek eine schwere Knieverletzung zugezogen, verzichtete aber auf eine Operation, um noch einmal bei den Olympischen Spielen starten und sich in seinem Heimatland gebührend vom Weltcup-Zirkus verabschieden zu können.

Hemetsberger zeigte sich mit seinem Trainingslauf zufrieden: “Meine Fahrt war ganz okay, ein solider Lauf.” Auch Mayer gelang das erste Abtasten auf der Strecke. “Ich habe geschaut, dass ich eine saubere Fahrt mache. Die Piste ist ganz okay, sie ist zwar jetzt noch ein bisserl weich, aber aufs Rennen hin wird es gut werden. Ich bin immer wieder gerne in Kvitfjell”, meinte der Kärntner.

Angesetzt sind im hohen Norden zwei Abfahrten, die erste am Freitag ist Ersatz für ein in Beaver Creek abgesagtes Rennen. “Für mich persönlich ist Kvitfjell eine von den schönsten Strecken, die Abfahrt hat so einen schönen Flow von oben bis unten. Ich freue mich richtig drauf und hoffe, dass ich ein Topergebnis einfahren kann”, war Hemetsberger fokussiert. Am Sonntag findet noch ein Super-G statt. Sportler aus Russland oder Belarus dürfen nach einer Grundsatzentscheidung der FIS als Konsequenz der russischen Invasion in der Ukraine nicht teilnehmen.

In der Abfahrtswertung hält der Kampf um die Kristallkugel noch an und könnte äußerst spannend werden. Kilde führt bei drei ausständigen Rennen nur acht Punkte vor Olympia-Goldgewinner Beat Feuz, Mayer fehlen 42 Zähler auf den “Wikinger” und Marco Odermatt 44. Der Gesamtweltcup-Führende wartet noch auf seinen ersten Abfahrtssieg. Ebenfalls noch, wenngleich geringere Chancen haben der Südtiroler Dominik Paris und Kriechmayr.

“Wenn wir da noch Kugeln gewinnen würden, wären wir alle sehr, sehr zufrieden”, sagte Männer-Rennsportchef Andreas Puelacher zuletzt. “Ich hätte gerne, dass wir auch im Speed-Bereich wieder eine holen, da sind wir mit dem Matthias in der Abfahrt gut dabei.” Darüber hinaus gibt es ein anderes Ziel. “Mein Wunsch ist natürlich die Herren-Nationenwertung”, stellte Puelacher klar. Die ÖSV-Mannschaft führt nach 27 Bewerben 228 Punkte vor der Schweiz. Im Gesamt-Nationencup beträgt das Guthaben auf Swiss-Ski 786 Zähler.

Von: apa