Hengster/Kleiser rauschen durch den Eiskanal von Alpensia

Hengster/Kleiser im Zweierbob zur Halbzeit auf Top-10-Kurs

Dienstag, 20. Februar 2018 | 16:16 Uhr

Die Deutschen Mariama Jamanka/Lisa Buckwitz liegen im olympischen Zweierbob-Bewerb der Damen zur Halbzeit voran. Nach zwei von vier Läufen hat das Duo sieben Hundertstel Vorsprung auf den US-Bob Elana Meyers Taylor/Lauren Gibbs. Die Österreicherinnen Christina Hengster/Valerie Kleiser und Katrin Beierl/Victoria Hahn gehen als Zehnte bzw. 19. in die beiden abschließenden Durchgänge am Mittwoch.

Mit Stephanie Schneider/Annika Drazek als Dritten (+0,30 Sek.) ist ein weiterer deutscher Schlitten auf Medaillenkurs. Ein nur knapper Rückstand lässt auch Jamie Greubel Poser (USA) und Kaillie Humphries (CAN) noch auf Edelmetall hoffen. Jamanka und Meyers Taylor tauschten im zweiten Lauf die Plätze. Nachdem die US-Amerikanerin zunächst mit Bahnrekord um zwei Hundertstel voran lag, zog ihre deutsche Kontrahentin anschließend vorbei.

Österreichs Nummer-eins-Bob mit Pilotin Christina Hengster machte in Durchgang zwei mit einer starken Fahrt einen Sprung vom 14. auf den zehnten Rang (+1,01 Sek.). Eine bessere Zwischenplatzierung vergab die Tirolerin bei ihren zweiten Spielen vor allem im oberen Abschnitt des ersten Laufes. “Wir haben im ersten Lauf ein paar kleine Fehler drinnen gehabt, vor allem im oberen Teil und das kostet dann gleich so viel Zeit”, so die 32-Jährige.

Die Probleme von Hengster im ersten Run betrafen insbesondere die als Schlüsselstelle geltende Kurve zwei. “Ich habe gleich schon in der Zwei gemerkt, dass es nicht ganz passt und danach hatten wir gleich einen Drift. Wenn man dann den Zug nicht mitnimmt, verliert man einfach an Zeit”, erklärte die zweifache Olympia-Teilnehmerin. Die Zeit sei im unteren Abschnitt auch nicht mehr aufzuholen gewesen.

Der zweite Durchgang war dank der neuntbesten Laufzeit aber ganz nach dem Geschmack von Hengster/Kleiser. “Im zweiten Lauf hat vom Start bis über die Fahrt alles super gepasst. Damit sind wir sehr zufrieden”, betonte die Pilotin, die mit dem zwischenzeitlichen zehnten Rang happy ist. Der angepeilte Top-10-Platz ist in greifbarer Nähe. “Für morgen gilt es einfach, noch zweimal so eine Leistung wie im zweiten Lauf abzurufen. Dann müssen die Anderen erst einmal fehlerfrei bleiben”, lautet die Devise der 32-Jährigen.

Ihre Anschieberin Valerie Kleiser feierte am Dienstagabend (Ortszeit) ihr Olympia-Debüt. Vor ihrem ersten Auftritt im Zeichen der Fünf Ringe war die 25-Jährige aufgeregt. “Ich muss sagen, ich war heute schon sehr nervös. Weil das Rennen erst am Abend war, hat sich das über den Tag ein bisschen gesteigert”, so Kleiser, die mit der Leistung des Duos am ersten Wettkampftag gut leben kann: “Ich finde, dass wir eine super Leistung erbracht haben und freue mich schon, morgen wieder an den Start zu gehen.”

Ebenfalls erstmals bei Olympia am Start sind Katrin Beierl und Victoria Hahn. Der zweite ÖOC-Schlitten konnte nach den ersten beiden Läufen nur das Exoten-Duo aus Nigeria hinter sich lassen und rangiert vorerst mit 1,64 Sekunden Rückstand an der 19. Stelle. Trotz der 16. Laufzeit im zweiten Durchgang gelang den Debütantinnen keine Rangverbesserung. “Der erste Lauf war leider komplett versemmelt. Im zweiten ist es ein bisschen besser gegangen”, sagte Beierl zur APA – Austria Presse Agentur.

Der Rückstand auf die unmittelbar vor ihnen platzierten Jamaikanerinnen beträgt elf Hundertstel. “Wir haben uns ein bisschen näher zu den direkten Konkurrentinnen herangearbeitet. Das Ziel ist, uns da morgen noch weiter vorzukämpfen”, so die Niederösterreicherin. Eine Verbesserung sei absolut möglich: “Das ist alles machbar. Da auf dieser Bahn einige Leute Fehler machen, kann man nur hoffen, dass sie die auch morgen nochmal einbauen”, so Beierl.

Von einer Spitzenplatzierung war Bob Österreich zwei aber ohnehin nicht ausgegangen. “Die Erwartungshaltungen von uns waren jetzt nicht so hoch gesteckt, da es die Olympia-Premiere ist und das große Ziel die Qualifikation war”, betonte die 24-Jährige. Ihre Bremserin Victoria Hahn schwärmte vom ersten Olympia-Auftritt. “Es ist extrem cool. Man kann das mit keinem anderen Wettkampf vergleichen.” Der Start im ersten Lauf sei zwar noch in Ordnung gewesen, “im zweiten haben wir unerwartet leider nachgelassen”, berichtete Hahn.

Von: apa