Alter Trainer-Fuchs vor seinem letzten Spiel

Heynckes gegen Nachfolger Kovac um perfekten Bayern-Abschied

Freitag, 18. Mai 2018 | 16:46 Uhr

Bayern München ist am Samstag (20.00 Uhr) in Berlin im deutschen Fußball-Pokalfinale gegen Eintracht Frankfurt der große Favorit. Die Münchner haben mit ÖFB-Star David Alaba das zwölfte Double der Clubgeschichte im Visier. Es ist aber nicht nur das Duell von Goliath gegen David, sondern auch jenes des scheidenden Bayern-Trainers Jupp Heynckes mit seinem Nachfolger Niko Kovac.

Auf Kovac folgt im Sommer der Vorarlberger Adi Hütter. Für Frankfurt geht es um einen Platz im Europacup, den man in den turbulenten vergangenen Wochen nach Bekanntgabe des Trainerabgangs in der Liga verspielt hat. Kovac ist bei den Eintracht-Fans nicht mehr gut angeschrieben. Der 46-Jährige will den Anhang zum Abschied mit einem Titel versöhnen, dem ersten für den Club seit 30 Jahren – und das in seiner Heimatstadt Berlin.

“Das Finale ist ein schönes Abschiedsgeschenk”, sagte Kovac. “Ich habe eine tolle Zeit erlebt, deshalb ist etwas Wehmut dabei. Ich hoffe auf ein positives Erlebnis, damit wir alle freudestrahlend nach Hause fahren können.” In zwei Jahren hat der Kroate, der wie Hütter einst auch in Salzburg tätig war, Frankfurt zweimal ins Cupfinale geführt. In der Vorsaison musste man sich dort Borussia Dortmund beugen (1:2).

Ein Abschied ist das Spiel aber auch für Heynckes. Einen solchen hatte es aus München schon vor fünf Jahren gegeben – damals als Triple-Gewinner mit dem Triumph in der Champions League. Diesmal will der 73-Jährige zumindest als Double-Sieger endgültig in Pension gehen. “Natürlich werden Emotionen hochkommen”, gestand Heynckes. “Das wird sicher noch mal ein Highlight in meiner Biografie.”

Zur Verfügung stehen dürfte Heynckes auch Alaba. Der 25-jährige Wiener hatte in den vergangenen Wochen mit muskulären Problemen zu kämpfen, absolvierte in den vergangenen vier Wochen nur ein Pflichtspiel – das Halbfinal-Rückspiel der Champions League bei Real Madrid (2:2). Der Pokalsieg wäre sein 18. Titel mit den Bayern (inkl. einmal Club-WM, einmal UEFA-Supercup und dreimal deutschem Supercup).

Die Schlagzeilen am Tag vor dem Spiel beherrschte aber eine andere Personalie: Startorhüter Manuel Neuer steht nach seinem wiederholten Mittelfußbruch erstmals seit September wieder im Bayern-Aufgebot. Laut Heynckes wird der Weltmeister zwar nicht beginnen, sondern sein Vertreter Sven Ulreich – dennoch darf es im Hinblick auf die bevorstehende WM in Russland als positives Zeichen gewertet werden.

“Ich denke, dass er nicht nur zur Weltmeisterschaft fit wird, sondern dass er wieder ein großer Rückhalt der deutschen Nationalmannschaft sein wird”, sagte Heynckes. Sein Kapitän habe an den Trainingstagen vor dem Finale einen “ungemein positiven Eindruck” hinterlassen. “Ich denke, dass er sich relativ schnell wieder im Wettkampfmodus einfügen kann.”

Neuer startet am Mittwoch mit dem deutschen Team in die WM-Vorbereitung. Eine Comeback-Chance hat der 32-Jährige vor der endgültigen Kadernominierung durch Teamchef Joachim Löw noch am 2. Juni im Testspiel in Klagenfurt gegen Österreich. Als Moralinjektion soll er zuvor den DFB-Pokal stemmen. Die Rollen sind klar verteilt: Die Bayern haben zuletzt vor über acht Jahren ein Pflichtspiel gegen Frankfurt verloren. In der abgelaufenen Bundesliga-Saison gab es ein 1:0 und ein 4:1.

Von: APA/dpa/ag.