Marcel Hirscher bleibt im Slalom die Nummer 1

Hirscher auf Sprung zum Kristallkugel-Rekordgewinner

Mittwoch, 20. Februar 2019 | 13:37 Uhr

Österreichs Ski-Star Marcel Hirscher steht vor dem Sprung zum Kristallkugel-Rekordgewinner. Platz acht am Dienstag beim City Event in Stockholm brachte ihm den 18. Gewinn einer Wertung des alpinen Ski-Weltcups, schon am Sonntag könnte im Riesentorlauf Nummer 19. dazukommen. Die achte Gesamtwertung zu seinen Gunsten wäre dann nur logisch, in beiden Wertungen liegt Hirscher klar voran.

Rekord-Gewinnerin mit 20 Kristallkugeln ist seit drei Jahren Lindsey Vonn. Die bei den Weltmeisterschaften zuletzt in Aare zurückgetretene US-Amerikanerin nennt acht Kugeln in der Abfahrt, fünf im Super-G, vier in der Gesamtwertung und drei in der Kombination ihr eigen. Als Herren-Rekordhalter wird vom Internationalen Skiverband (FIS) Ingemark Stenmark mit 19 Kugeln geführt. Hirscher hat aktuell sieben gesamt, nun sechs im Slalom, fünf im Riesentorlauf.

Der Salzburger arbeitet auch nach dem Aufstieg zum erfolgreichsten WM-Teilnehmer aller Zeiten weiter am möglichen Maximum. Zwei Tage nach seinen Fahrten in Aare zu Slalom-Gold sah er mit dem Gewinn des Slalom-Weltcups seine Mission für die Teilnahme am Parallel-Event in der schwedischen Hauptstadt als erfüllt an: “Mega. So früh habe ich die Kugel noch nie gehabt. Das bedeutet mir schon sehr viel. Also das hat einen Riesenstellenwert für mich.”

Hirschers nächste Mission folgt bereits ab Freitag in Bansko, wo er mit Kombination, Super-G und Riesentorlauf das gesamte Programm absolvieren wird. Seine Verfolger im Gesamt-Weltcup, Alexis Pinturault und Henrik Kristoffersen, liegen zwar 480 bzw. 555 Punkte hinter ihm, doch ist das für Hirscher kein Ruhekissen. “Ich sehe mich da schon im Zwei- und Dreikampf. Ich stehe unter Zugzwang und muss da mitziehen”, ließ er gut eine Woche vor seinem 30. Geburtstag wissen.

Und dem zweifachen Olympiasieger lässt auch die Situation in den Parallelbewerben keine Ruhe, in die er für ihn ungewohnt nicht als Favorit hineingeht. Seine Leistung in Stockholm sah er da als Schritt in die richtige Richtung, gegen den späteren 2,00-m-Sieger Ramon Zenhäusern war im Viertelfinale aber kein Kraut gewachsen. “Es ist nicht unbedingt von Vorteil in dem Bewerb, wenn man 1,73 cm ist. Ich bin aber noch nie so weit bei der Bestzeit dabei gewesen. Das stimmt mich positiv.”

Bei tiefer gesetzten Flaggen hatten die kleineren Läufer diesmal bessere Voraussetzungen als bisher, Marco Schwarz hingegen ist auch schon bei seinem Oslo-Sieg am Neujahrstag gut zurecht gekommen. Dass ihm der Bewerb liegt, untermauerte er nun mit Rang drei. Wichtig wird es für den Kärntner am Freitag, da geht es für ihn um die kleine Kombi-Kristallkugel. “Kräfte zusammensammeln und noch einmal Gas geben”, gab sich der 23-Jährige die Devise für den Bulgarien-Trip vor.

Mit drei WM-Medaillen hat Schwarz genauso viele geholt wie Mikaela Shiffrin, bei der US-Amerikanerin waren aber zwei aus Gold dabei. Die 23-Jährige legte in Stockholm mit ihrem schon 57. Weltcupsieg nach, ihre acht Läufe spulte sie mit einer Abweichung von nur wenig Hundertstel ab. Dabei war sie gesundheitlich noch immer nicht ganz auf der Höhe. “Meine Lungen fühlen sich aber schon viel besser an. Ich huste noch ein wenig. Aber bei diesen kurzen Rennen ist es viel einfacher.”

Mit ihrem 14. Weltcup-Saisonsieg stellte Shiffrin den in der Saison 1988/89 von der Schweizerin Vreni Schneider fixierten Allzeit-Rekord ein. Das US-Ass hat in den nächsten Wochen noch einige Möglichkeiten, sich auch diese Bestmarke alleinig zu schnappen. Auf den Punkterekord der Slowenin Tina Maze (2.414) aus der Saison 2012/13 fehlen Shiffrin noch 620 Zähler. Für die Damen geht es im Weltcup am Wochenende mit Abfahrt und Kombination in Crans-Montana weiter.

Für die Österreicherinnen hat in Stockholm Katharina Truppe die rot-weiß-rote Fahne hochgehalten. Als Belohnung für zwei eng gehaltene Viertelfinalläufe gegen Shiffrin gab es Rang fünf. “Irgendwann hole ich sie mir schon”, sagte Truppe in Richtung Shiffrin. Doch generell scheint es nicht unbedingt der Bewerb der Österreicherinnen zu sein. Bernadette Schild verglich es für sich mit der Abfahrt: “Mit der habe ich mich auch nie anfreunden können.”

Von: apa