Ein Ausfall Cavanis wäre für Uruguay ein herber Rückschlag

Hoffen auf “Edi”: Suarez bangt mit ganz Uruguay um Cavani

Mittwoch, 04. Juli 2018 | 17:16 Uhr

Gemeinsam sind sie eine Sieggarantie: Doch Uruguay bangt vor dem WM-Viertelfinale gegen Frankreich um sein Sturm-Traumduo. Weil Edinson Cavani mit einer Wadenverletzung weiterhin fraglich ist, könnte Luis Suarez auf sich allein gestellt sein. Doch wenn einer von beiden fehlte, gab es zuletzt stets eine Niederlage. “Ich gehöre zu den drei Millionen Uruguayern, die auf Edi hoffen”, sagte Suarez.

Die Hinweise auf einen Ausfall Cavanis verdichteten sich zuletzt. Der französische Radiosender RMC Sport behauptete am späten Dienstagabend, Cavani könne gegen Frankreich nicht spielen, bezog sich dabei auf eine nicht genannte Quelle im Umfeld des uruguayischen Teams. Der südamerikanische Verband, der am Montag leichte Entwarnung gegeben hatte, hätte nicht alle Informationen über den Gesundheitszustand öffentlich gemacht.

Suarez kann ohnehin nur beten. “Es ist kompliziert, weil es nicht einfach ist, eine Verletzung zu haben”, sagte er über den Gesundheitszustand seines Sturmpartners. “Dass er nur wenige Tage Zeit hat, könnte die Genesung noch schwieriger machen. Der Wunsch und die Anstrengungen sind da, aber es hängt nicht nur von ihm ab.”

Die Chancen für einen Einsatz Cavanis sinken indes weiter. Der 31-Jährige trainierte wegen seiner Wadenverletzung am Mittwoch erneut nicht mit der Mannschaft, wie uruguayische Medien nach der nicht-öffentlichen Einheit in Nischni Nowgorod übereinstimmend berichteten. Ein Einsatz des Angreifers von Beginn an sei nahezu ausgeschlossen, möglicherweise könne Cavani als Joker in die Partie kommen.

Die Statistik vor der Partie am Freitag (16.00 Uhr MESZ) in Nischni Nowgorod ist jedenfalls eindeutig. Wann immer bei den vergangenen Weltturnieren einer der beiden nicht spielte, war Uruguay erfolglos. Im WM-Auftaktspiel 2010 gegen Frankreich ließ Trainer Oscar Tabarez Cavani draußen, am Ende stand ein 0:0. Im Halbfinale fehlte Suarez gesperrt, Uruguay verlor 2:3 gegen die Niederlande. 2014 gegen Costa Rica und im Achtelfinale gegen Kolumbien war Suarez jeweils nicht dabei – einmal angeschlagen, einmal gesperrt. Beide Spiele gingen verloren. “Das uruguayische Dilemma”, titelte die Zeitung “El Observador”. “Wenn der eine fehlt, ist der andere verloren.”

Tatsächlich harmonierten Suarez und sein Sturmpartner auch bei der WM in Russland zuletzt immer besser. Cavani ist mit drei Toren Top-Torjäger seines Teams, Suarez hat bereits zweimal getroffen. Wie beim jüngsten 2:1-Achtelfinalsieg gegen Portugal legt der eine dem anderen auch schon mal einen Treffer auf. “Edi ist sehr wichtig für mein Spiel und für das der Mannschaft”, sagte Suarez. “Jeder weiß, welche Bedeutung er hat.”

Neben der extrem stabilen Defensive ist das Sturmduo aus zwei Weltklasseleuten einer der größten Trümpfe Uruguays. 98 Tore haben beide gemeinsam bisher für ihr Land erzielt. “Auf Luis Suarez und Edinson Cavani sind die besten Mannschaften der Welt neidisch”, urteilte “El Observador”. “Kein anderes Team vereint zwei Monster dieser Größenordnung.” Suarez erzielte vergangene Saison 25 Ligatore für den FC Barcelona, Cavani war in Paris mit 28 Treffern einer der Garanten für den Gewinn des Meistertitels – auch wenn beide in ihren Clubs im Schatten der Stars Lionel Messi und Neymar stehen.

Und mit diesem Sturmduo könnte Uruguay auch bei der WM nach dem Achtelfinal-K.o. 2014 wieder ganz weit kommen. Suarez und Cavani sind beide 31 Jahre alt – das Turnier in Russland ist vielleicht die letzte Chance für sie auf der ganz großen Bühne. “Wir müssen weiterträumen”, forderte Cavani nach dem Viertelfinaleinzug. Auch Coach Tabarez machte deutlich: “Wir sind hier, um sieben Spiele zu bestreiten.”

Von: APA/dpa