Hütter macht sich noch keine Gedanken über Olympia

Hütter besiegte ihre eigenen Zweifel nach Dämpfer in Cortina

Sonntag, 04. Februar 2018 | 10:06 Uhr

Der dritte Platz am Samstag in Garmisch-Partenkirchen hat das in Cortina d’Ampezzo angegriffene Selbstvertrauen von Cornelia Hütter wieder aufgebaut. Es bedeute ihr sehr viel, “dass ich so kurz nach Cortina wieder gescheit gefahren bin”, sagte die Ski-Athletin aus der Steiermark. Olympia kann für sie kommen, auch wenn sich Hütter darüber noch keine Gedanken machen will.

“Cortina war schwierig. Da habe ich den Grundspeed, den ich normal habe, einfach nicht gefunden. Ich habe mir richtig schwergetan”, erzählte Hütter. “Da habe ich wirklich gegrübelt und mir einige Gedanken gemacht, aber gewusst, ich darf mich nicht zu viel hineinreißen lassen.”

Am Ende kam die gebürtige Grazerin zu dem Entschluss, dass sie die zwei Abfahrten mit den Rängen 16 und 10 sowie den 15. Platz im Super-G möglichst radikal abhaken müsse. “Am Montag habe ich gesagt, es fängt eine neue Woche an”, lautete ihre Devise, die sich perfekt in die Tat umsetzen ließ. Als es zur nächsten Speed-Station Garmisch-Partenkirchen weiterging, war sie mit sich wieder im Reinen.

Grundsätzlich ist die 25-Jährige zufrieden und stolz, nach ihrer Verletzung so schnell wieder den Weg in die Weltspitze gefunden zu haben. “Es war schon viel, was im Knie nicht so gestimmt hat. Es war eine lange Zeit zurück. Das Skifahren habe ich nicht verlernt, das ist ganz klar”, führte sie aus.

Im Jänner 2017 hatte sich Hütter beim Super-G-Training in Saalbach einen Kreuzbandriss im rechten Knie zugezogen. Am 1. Dezember feierte sie einen großen Triumph, indem sie gleich ihr erstes Rennen nach der Zwangspause gewann – die erste Abfahrt in Lake Louise.

Schon damals merkte sie, dass Kurven kein Problem für ihr Knie darstellen. Beim Starten gibt es aber noch Schwierigkeiten. “Ich weiß, dass mich das schon die ganze Zeit begleitet”, erklärte Hütter. “Ich habe noch nicht so richtig eine Lösung gefunden, dass ich da das Knie wirklich schöner durchstrecken kann und den Zug richtig mitnehme beim Start. Wenn es so flach ist, tue ich mir besonders schwer.”

Wie steil oder flach es auf der Olympia-Piste in Jeongseon losgeht, spielt für sie noch keine Rolle. Hütter kennt die Strecke nur von Erzählungen der Teamkolleginnen, da sie bei der Generalprobe im vergangenen Jahr verletzungsbedingt fehlte. “Es ist eigentlich komplett wurscht”, stellte sie klar. “Ich fliege rüber, schaue sie mir drüben an und fahre runter. Da mache ich mir noch nicht zu viele Gedanken. Die mache ich mir erst am Freitag, wenn ich im Flieger sitze.”

Auch über die Olympia-Aufstellung in der Abfahrt zerbricht sich Hütter nicht den Kopf. “Wer fix startet oder Quali fährt, das haben noch immer die Trainer in der Hand. Das ist wieder so eine Sache, die ich nicht beeinflussen kann, also mache ich mir keine Gedanken.” Aufgrund ihrer Ergebnisse gehe sie aber davon aus, dass ihr Name am Ende auf der Startliste stehen wird.

Von: apa

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