Infantino weiß auch noch nicht, wie es mit dem Confed Cup weitergeht

Infantino und Mutko feiern Confederations Cup

Samstag, 01. Juli 2017 | 15:43 Uhr

Fußball-Weltverbands-Präsident Gianni Infantino hat Gastgeber Russland großes Lob ausgesprochen und eine positive Confed-Cup-Bilanz gezogen. Kritische Fragen zum Thema Doping hatten für ihn am Samstag in St. Petersburg keine Priorität, stellen musste er sich ihnen wie Witali Mutko dennoch. Der stellvertretende Regierungschef nutzte die Schlusspressekonferenz zu einem Monolog gegen Anschuldigungen.

Mutko machte seinem Unmut über aus seiner Sicht ungerechtfertigte Vorwürfe richtig Luft. “Wenn ich einen russischen Tanz vor ihnen aufführe, hören sie dann auf, diese Fragen zu stellen?”, lautete einer seiner Repliken. Ansonsten redete Mutko, als hätte es den Doping-Skandal um russische Leichtathleten und Wintersportler nie gegeben. “Doping wird bei uns nicht toleriert. Es gibt kein staatliches Programm der Dopingorganisation”, beteuerte der nationale Fußball-Verbandschef.

Die britische Zeitung “Mail on Sunday” hatte während des Confed Cups über mögliche Doping-Anschuldigungen gegen alle 23 Spieler des WM-Kaders von 2014 berichtet, in einem ARD-Interview hatte WADA-Sonderermittler Richard McLaren von 155 nicht untersuchten Dopingproben von russischen Fußballern gesprochen. “Wir haben niemals Leute unterstützt, die Doping nutzen. Wir arbeiten mit dem IOC zusammen. Wir glauben, dass dieses System funktioniert”, sagte Mutko.

Infantino wollte aber viel lieber die gelungene Generalprobe für die WM 2018 feiern. Und Grund dafür sieht der Italo-Schweizer genug. “Wir hatten großartige Spiele. Wir haben über Gewalt, Hooligans und Rassismus gelesen – wir hatten nichts davon. Alles hat reibungslos geklappt”, sagte der 47-Jährige. Angesichts der internationalen Skepsis gegenüber Gastgeber Russland fügte er an: “Wenn ein problematisches Turnier so aussieht, will ich viele problematische Turniere, weil es ein großer Erfolg war.”

Mutko forderte eine faire Berichterstattung über Russland ein. “Vieles hängt davon ab, wie objektiv sie berichten. Russland wird immer ein verlässlicher internationaler Partner für die FIFA sein. Wir werden niemals diese respektierte internationale Organisation enttäuschen.” OK-Geschäftsführer Alexej Sorokin betonte, man habe für “einen neuen Standard” in der Turnierorganisation gesorgt.

Geht es nach Infantino, werden auch bei der WM 2018 wieder Video-Referees zum Einsatz kommen. “Dem steht aus meiner Sicht nichts im Wege”, sagte er. “Der Video-Referee ist die Zukunft des modernen Fußballs.” Beim Confed Cup waren erstmals bei einem wichtigen internationalen Fußball-Turnier Entscheidungen der Schiedsrichter per Videoaufnahmen überprüft wurden. Kritik hatte es gegeben, da die Überprüfung oft lange dauerte und für TV-Zuschauer wie Fans im Stadion nicht transparent war.

Die weitere Zukunft des Confederations Cup ließ Infantino offen. Im Anschluss an das Finale zwischen Deutschland und Chile am Sonntag werde man diese analysieren. Derzeit spricht viel dafür, dass es die letzte Ausgabe war. Im Sommer vor der nächsten WM in Katar 2022 ist wegen der Hitze kein Turnier möglich. Eine Verlegung in den Winter würde zu Terminproblemen führen und Proteste vor allem aus den europäischen Ligen hervorrufen.

Von: APA/dpa