Carlos Nuzman unter Korruptionsverdacht

IOC suspendierte Brasiliens Olympisches Komitee

Freitag, 06. Oktober 2017 | 16:25 Uhr

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat am Freitag provisorisch das brasilianische Olympische Komitee suspendiert. Grund ist die Verwicklung des NOK-Präsidenten Carlos Nuzman in einen Bestechungsskandal um die Olympiavergabe der Spiele 2016. Nuzman fungierte damals als OK-Chef von Rio de Janeiro.

Nuzman selbst wurde aller seiner Funktionen und Rechte als IOC-Ehrenmitglied enthoben und auch aus der Koordinierungs-Kommission für die Spiele 2020 in Tokio ausgeschlossen. Auch alle IOC-Zahlungen wurden eingefroren. Laut IOC wird dies allerdings keine Auswirkungen auf die Athleten haben, die auch an den Olympischen Winterspielen in Südkorea teilnehmen dürfen.

Nuzman beschäftigt nun auch die Schweizer Behörden. Die Bundesanwaltschaft mit Sitz in Bern bestätigte am Freitag, dass sich die brasilianischen Behörden wegen Carlos Nuzman an das Justizministerium gewandt haben. Das Rechtshilfegesuch werde aktuell analysiert, hieß es in einer Stellungnahme.

Weitere Informationen wurden zunächst nicht mitgeteilt. Laut brasilianischen Medienberichten soll Nuzman in der Schweiz in einem Safe rund 16 Kilogramm Gold gelagert haben.

Nuzman war am Donnerstag in seinem Haus in Rio wegen des Verdachts des Stimmenkaufs bei der Olympia-Vergabe festgenommen worden. Die Behörden vermuten, dass er gemeinsam mit seinem ebenfalls festgenommenen Marketingchef vor der Wahl des Olympia-Gastgebers Geldzahlungen an afrikanische IOC-Mitglieder für eine Zustimmung pro Rio vermittelt habe. Berichten zufolge soll unter anderem die Stimme des langjährigen Chefs des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF und IOC-Mitglieds Lamine Diack aus dem Senegal gekauft worden sein.

Von: APA/sda/dpa