Spätes Eigentor von Marokkos Stürmer Bouhaddouz

Iraner feierten bei WM Last-Minute-Sieg über Marokko

Freitag, 15. Juni 2018 | 20:34 Uhr

Nach einem 1:0-(0:0)-Auftakterfolg im Außenseiterduell mit Marokko darf der Iran zumindest schüchtern vom Aufstieg ins Achtelfinale der Fußball-WM in Russland träumen. Ein Eigentor von Aziz Bouhaddouz in der 95. Minute brachte “Team Melli” in Guppe B am Freitag in St. Petersburg einen glücklichen Sieg: Für den Iran, der noch auf Spanien und Portugal trifft, der erst zweite in der WM-Geschichte.

Mit dem folgenschweren Kopfball nach einer Ecke ins eigene Tor setzte St.-Pauli-Legionär Bouhaddouz den Schlusspunkt unter eine Partie, in der Marokko nach starkem Beginn kein Rezept gegen die iranische Defensivtaktik fand und nun vor dem Aus steht. Der Iran durfte hingegen fast genau 20 Jahre nach dem bisher letzten WM-Sieg neuerlich jubeln: Am 21. Juni 1998 siegte man in Lyon 2:1 gegen den “Erzfeind” USA.

Marokko erwischte den Iran am falschen Fuß und dominierte die ersten 20 Minuten fast nach Belieben. Das “Powerplay” der Nordafrikaner brachte viele Ballgewinne im Mittelfeld und einige Chancen, trug gegen die defensiv eingestellte und beherzt grätschende Truppe von Trainer Carlos Queiroz aber letztlich keine Früchte. Zu Beginn blieb ein Kopfball von Younes Belhanda über das Tor (4.) unbelohnt, schließlich verhinderten bei der Triple-Großchance von Belhanda und Medhi Benatia aus Kurzdistanz entweder iranische Beine oder Goalie Ali Beiranvand die marokkanische Führung (19.).

Im Gegenzug verstolperte Karim Ansarifard eine Konterchance, die aber wie ein Aufbruchssignal auf den Iran wirkte. Zwar verlangsamte sich das Tempo in der Folge etwas, aber die Zentralasiaten, die vorher fast nur in der eigenen Hälfte agiert hatten, drangen nun mehrmals bis zum gegnerischen Strafraum vor. Kurz vor der Pause verwehrte Tormann Monir El Kajoui nach einem guten Konter mit zwei starken Reaktionen das 1:0 für den Iran (42.). Zuvor hatte Marokko noch einen strammen Schuss durch Schalke-05-Legionär Amine Harit abgegeben, der aber Beute von Beiranvand wurde (30.).

Die Iraner nahmen den Schwung mit, blieben auch nach dem Seitenwechsel defensiv sattelfest und warteten auf ihre Konterchance. Offensive Höhepunkte blieben lange aus – auf beiden Seiten. In einem hart umkämpften Finish kam erst Marokko in die Nähe jenes Treffers, der zumindest eine Mini-Aufstiegschance bedeutet hätte: Doch wieder einmal war Beiranvand zu Stelle. Diesmal fischte er einen satten Schuss von Hakim Ziyech aus dem kurzen Eck (80.) und legte damit den Grundstein für den Sieg.

Von: apa