Eishockey

Ivan Tauferer hängt die Schlittschuhe an den Nagel

Freitag, 15. Juli 2022 | 13:08 Uhr

Klobenstein – Eigentlich ist es für Ivan Tauferer noch viel zu früh, um seine Karriere zu beenden. Schließlich ist der Rittner gerade einmal 27 Jahre alt. Doch eine zweijährige Leidenszeit zwingt den Verteidiger des HCB Südtirol Alperia, der bei den Rittner Buam zum Eishockey-Spieler ausgebildet wurde, zu diesem Schritt.

„Eigentlich stimmt das, ich bin ja noch jung. Aber es bleibt mir nicht viel übrig“, bedauert Tauferer sein Karriereende. „Ich habe zuerst in München und dann in Mailand einen Facharzt besucht. Nach der Meinung des Mailänder Arztes war für mich klar, dass es das Beste ist, aufzuhören.“ Auf Bestreben der Vereinsführung der Rittner Buam hat sich Tauferer eine zweite Meinung einholen lassen. „Wir hätten ihn so gerne weiter beim Eishockey gesehen. Seine Hand spielt aber nicht mehr mit. Es ist verdammt schade“, ist auch dem Sportdirektor der Rittner Buam, Adolf Insam, bewusst.

Tauferer hat sich am 2. Oktober 2020 im ICE-Hockey-League-Spiel gegen den HC Innsbruck an der rechten Hand verletzt. Diagnose: Die vier Bänder, die das Mond- und das Kahnbein zusammenhalten, waren gerissen. Zwei Operationen folgten. „Man hat mir die erste proximale Reihe der Handwurzelknochen entfernt“, berichtet der 1,90 Meter große und 93 Kilogramm schwere Abwehrfels. „Im April dieses Jahres habe ich mir beim Joggen auch noch die Achillessehne im linken Fuß gerissen. Ausschlaggebend für mein Karriereende war aber die Handverletzung. Beim Eishockey-Spielen hätte ich zu viel Druck auf meinem Handgelenk. Es könnte sich immer wieder entzünden und das müsste ich mit Operationen beheben lassen“, erzählt Tauferer.

Auf dem Ritten groß geworden und den Sprung zum HCB geschafft

Seine gesamte Jugend und auch einige Jahre im Kader der ersten Mannschaft verbrachte Tauferer bei den Rittner Buam – kein Wunder, schließlich ist er auch ein gebürtiger Rittner. „Für einen jungen Rittner ist es das große Ziel, einmal hier bei den Großen mitspielen zu dürfen. Ich habe immer hart dafür trainiert und es irgendwann auch geschafft. Man opfert viel Freizeit dafür, aber am Ende macht es sich bezahlt“, erinnert sich der 27-Jährige zurück. Sein Debüt feierte er in der Saison 2012/13, als die Rittner Buam noch in der ehemaligen Serie A spielten. Es folgten sechs weitere Jahre bei seinem Heimatverein, in denen er 292 Spiele bestritt, 81 Scorerpunkte sammelte und 21 Tore erzielte. „Es war eine sehr coole Zeit hier. Wir hatten immer eine gute Mannschaft“, sagt er. Als besten Trainer hat er Rob Wilson in Erinnerung: „Bei ihm habe ich am meisten gelernt.“ Seine besten Mitspieler auf dem Ritten? „Als Verteidiger ist mir Gabe Guentzel in Erinnerung geblieben. Als Stürmer war es Eric Johansson.“

Schon in der Saison 2018/19 wurde Tauferer für vier Spiele an den HCB Südtirol Alperia ausgeliehen, ehe im darauffolgenden Jahr der Sprung in die damalige EBEL – heute heißt die Liga bekanntlich ICE Hockey League – folgte. Bei den „Foxes“ bestritt der Verteidiger in vier Saisonen insgesamt 77 Spiele (neun Scorerpunkte). „Der Schritt zum HCB war natürlich ein großer, da wird viel schnelleres und körperbetonteres Eishockey gespielt. Mir hat das gefallen. Erstens sind auch deine Mitspieler um einiges schneller unterwegs, zweitens liegt mir das körperliche Spiel“, weiß Tauferer. Seine Verletzung hat ihm in dieser Zeit aber zu schaffen gemacht: „Vor allem mental war es hart. Man ist im Trainingsrückstand und will alles geben, um spielen zu dürfen, wenn man wieder zurückkommt. Das ist aber nicht so einfach und geht auf die Substanz. Man verliert teilweise sogar ein wenig die Lust am Eishockey“, berichtet er.

Serviertablett statt Hockeyschläger

Nun hängt Tauferer die Schlittschuhe an den Nagel. Was nun auf ihn zukommt? „Jetzt muss erst einmal mein Fuß ausheilen. Dann möchte ich mit dem Kellnern anfangen. Ich wohne jetzt bei meiner Freundin in Seis. Hier möchte ich mir beruflich etwas aufbauen“, blickt der gelernte Tischler voraus. Ob er irgendwann wieder etwas mit dem Eishockey zu tun haben wird, steht noch in den Wolken: „Im Moment nicht, ich will einmal abschalten. Ob ich später mal etwas machen werde, weiß ich jetzt noch nicht“, lässt er seine Zukunft offen.

Für seine anstehenden Herausforderungen wünschen ihm die Rittner Buam viel Glück: „Ivan (Tauferer, Anm. d. Red.) ist ein waschechter Rittner, er hat hier seine ersten Schritte auf dem Eis gemacht und uns immer eine große Freude bereitet. Wir wünschen ihm alles, alles Gute für seine Zukunft. Er ist in der Ritten Arena immer herzlich willkommen, aber das weiß er bestimmt schon“, sagt Adolf Insam.

Karriereende für Ivan Tauferer

Mit großem Bedauern nimmt auch der HCB Südtirol Alperia die Nachricht vom Rückzug des Verteidigers Ivan Tauferer, der seine Schlittschuhe endgültig an den Nagel hängen muss, zur Kenntnis.

Der 27-jährige Südtiroler laborierte bereits seit 2020 an einer Handgelenksverletzung, die ihn für den Großteil der Regular Season außer Gefecht gesetzt hatte. Es folgte eine weitere Serie von chirurgischen Eingriffen, Rehabilitationen und eine Rückkehr auf das Eis, die jedoch nur von kurzer Dauer war: weitere Untersuchungen führten dann zur endgültigen Entscheidung, die aktive Laufbahn zu beenden.

Ivan Tauferer beendet somit seine Karriere nach 307 Einsätzen für die Rittner Buam zwischen Serie A, AlpsHL, Italiencup und italienischem Supercup und 87 Spielen im Trikot der Foxes zwischen ICE Hockey League und Champions Hockey League. Zusätzlich brachte er es auch zu 27 Einsätzen in der italienischen Nationalmannschaft. Zu seinen Erfolgen zählen fünf italienische Meistertitel, zwei italienische Supercup und zwei Italienpokale mit den Rittner Buam.

An Ivan geht ein großes Dankeschön für seinen Einsatz, seinen Mut und seine Professionalität nicht nur für den HCB, sondern auch für die gesamte italienische Eishockeybewegung. Alles Gute für die Zukunft wünscht ihm der HCB.

Ivan Tauferer im Porträt:
Geboren am: 26. Jänner 1995
Geboren in: Bozen
Beruf: Gelernter Tischler, jetzt Kellner
Größe: 1,90 Meter
Gewicht: 93 Kilogramm
Karriere: 294 Spiele für die Rittner Buam (81 Scorerpunkte), 77 Spiele für den HCB Südtirol Alperia (9 Scorerpunkte), 27 Spiele für die italienische Nationalmannschaft (2 Scorerpunkte)
Titel: AlpsHL-Meisterschaft 2016/17, fünf italienische Meisterschaften, zwei Italienpokale, zwei italienische Supercups

Von: mk

Bezirk: Bozen, Salten/Schlern

Kommentare

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2 Kommentare auf "Ivan Tauferer hängt die Schlittschuhe an den Nagel"


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primetime
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Kinig
29 Tage 6 h

Tja, so schnell kann’s gehen

gogogirl
gogogirl
Tratscher
28 Tage 3 h

Der wird nicht fehlen

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