Miller hielt in der Regenschlacht von Assen Marquez auf Distanz

Jack Miller gewann turbulenten MotoGP-Lauf in Assen

Sonntag, 26. Juni 2016 | 16:35 Uhr

Der Australier Jack Miller hat seinen ersten Sieg in der Motorrad-Königsklasse MotoGP gefeiert. Der erst 21-jährige Honda-Pilot setzte sich am Sonntag im Grand Prix der Niederlande in Assen in einem chaotischen Rennen vor WM-Spitzenreiter Marc Marquez aus Spanien und dem Briten Scott Redding durch. Valentino Rossi schied auf der rutschigen Strecke wie zahlreiche andere aus.

Das Rennen war wegen heftigen Regens nach 14 der 26 Runden für rund eine halbe Stunde unterbrochen worden. In Führung lag zu dem Zeitpunkt der Italiener Andrea Dovizioso, der von der Pole Position gestartet war. Nach dem Restart reihte sich auch der Ducati-Fahrer in die Reihe der Stürze ein. Jorge Lorenzo sicherte sich als Zehnter noch sechs WM-Punkte.

Marquez profitierte aber am meisten, indem er durchkam. Der Weltmeister von 2013 und 2014 baute seinen Vorsprung in der Gesamtwertung deutlich aus und liegt nun 24 Punkte vor Lorenzo und 42 vor Rossi.

Miller sorgte für den ersten australischen Sieg in der MotoGP-Klasse seit Oktober 2012, als Casey Stoner sein Heimrennen in Philip Island gewann. “Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Viele haben mir gesagt, das wird nie funktionieren, aber ich bin kein Idiot”, sagte der Youngster im ersten Interview. Miller war 2015 nach dem zweiten Platz in der Moto3-WM in die MotoGP aufgestiegen.

Seit damals fährt er für das belgische Team Marc VDS, das heuer erstmals mit zwei Bikes am Start ist. Einen prominenten Unterstützer hat der 21-Jährige in Formel-1-Pilot Daniel Ricciardo. “Komm schon, Jackson!”, schrieb der australische Red-Bull-Fahrer am Sonntag auf Twitter, als der Sieg seines Landsmannes absehbar war.

Der Italiener Rossi rutschte nach dem Neustart des 250. Rennen der MotoGP-Ära in Führung liegend das Vorderrad weg. Mit dem richtigen Gefühl für die Reifen vor allem bei den extremen Schrägfahrten hatten alle Fahrer mehr oder minder große Probleme.

Neben dem “Doktor” und Dovizioso machten auch Danilo Petrucci, Michele Pirro, Alvaro Bautista oder Aleix Espargaro einen Abflug. Nur 13 von 21 Fahrern sahen das Ziel. Zuvor hatten sintflutartige Regenschauer den vorzeitigen Abbruch herbeigeführt.

In der Kathedrale des Motorrad-Rennsportes in Niederlande gab es heuer auch eine andere Premiere. Erstmals seit 1949 wurde an einem Sonntag der Grand Prix ausgetragen. Wegen einer Vereinbarung mit der Kirche hatte der WM-Lauf bisher immer am Samstag stattgefunden. Die Verlegung um einen Tag brachte den Organisatoren immerhin zehn Prozent mehr Zuschauer.

In der Moto2-Klasse feierte der Japaner Takaaki Nakagami seinen ersten Sieg in der Motorrad-Weltmeisterschaft. Wegen des einsetzenden Regens wurde das Rennen in der vorletzten Runde abgebrochen. Zweiter wurde der französische Titelverteidiger Johann Zarco vor Franco Morbidelli aus Italien. Den Moto3-Bewerb gewann der Italiener Francesco Bagnaia vor seinen Landsleuten Fabio Di Giannantonio und Andrea Migno.

Von: apa