Der Wiener muss sich beim Wurf verbessern

Jakob Pöltl mit seiner NBA-Debütsaison zufrieden

Mittwoch, 10. Mai 2017 | 12:39 Uhr

Jakob Pöltl hat nach seiner ersten Saison in der National Basketball Association (NBA) ein zufriedenes Resümee gezogen. “Es war zwar bitter, wie sie geendet hat, aber alles in allem war es eine gute erste Saison. Ich blicke sehr positiv zurück, hatte sehr viel Spaß und habe stetig Fortschritte gemacht”, erklärte der Wiener zwei Tage nach dem Play-off-Aus seiner Toronto Raptors gegen Cleveland.

Der 21-Jährige betonte auch, dass er sich in der kanadischen Metropole wohlfühle. “Insgesamt hat für mich alles gepasst, sowohl was das Team betrifft, als auch das Rundherum”, betonte Pöltl.

Für die kommende Saison ist jedoch mit einigen Änderungen bei den Raptors zu rechnen, wie Team-Präsident Masai Ujiri am Dienstag ankündigte und dabei mit Blick auf die 0:4-Abfuhr in der “best of seven”-Serie gegen Titelverteidiger Cleveland das Wort “Reset” in den Mund nahm. “Es liegt am Management, diese schweren Entscheidungen zu treffen. Ich denke natürlich darüber nach, aber es ist schwierig, etwas vorherzusagen. Es ist jedenfalls das Potenzial da, dass sich einiges ändern könnte”, meinte Pöltl zu dieser Thematik.

Der erste, der Toronto verlässt, ist Kyle Lowry. Er steigt aus seinem Vertrag aus. Als Free Agent will der Point Guard und dreifache All-Star für kommende Saison einen Club finden, mit dem er den Titel holen kann. “Einen Ring, sonst nichts”, machte der 31-Jährige seine Absichten klar. “Ich denke, ich könnte es mit jedem Team schaffen.” Genauer habe Lowry noch nicht über seinen möglichen neuen Club nachgedacht. Möglich auch, dass es im Sommer dann unter einem neuen Vertrag wieder Toronto wird.

Das Abschlussgespräch mit Österreichs erstem NBA-Spieler hat unterdessen bereits stattgefunden. “Mir wurde mitgegeben, dass ich im Sommer hart arbeiten soll, um in der kommenden Saison mehr Verantwortung übernehmen zu können. Wurf und Kraft werden im Mittelpunkt stehen”, erklärte Pöltl, der erneut mit einem NBA-Finale zwischen den Golden State Warriors und den Cleveland Cavaliers rechnet.

Die Entwicklung in der Liga zeige deutlich, dass man nur dann eine echte Titelchance besitze, wenn jeder in einem Team gut werfen könne. “Daher ist es auch für mich wichtig, den Wurf weiter zu verbessern. Ich habe im Training große Fortschritte gemacht, aber ich bin noch nicht so weit, dass es für uns Sinn machen würde, wenn ich in jedem Spiel mehrere Dreier werfe. Wenn ich auf der Center-Position mehr Verantwortung tragen will, muss ich mich zudem physisch weiter steigern, daher steht auch das Krafttraining im Fokus”, weiß Pöltl, der bereits in der Summer League überzeugen möchte.

Davor steht aber für den 2,13 Meter großen NBA-Legionär noch ein Abstecher in seine Heimatstadt auf dem Programm. “Der genaue Zeitplan ist noch offen, aber ich werde hoffentlich in Bälde in Wien etwas abschalten und dann wieder mit dem Training beginnen. Ein Urlaub mit Freunden ist ebenfalls in Planung”, verriet Pöltl, der auch gerne die WM-Vorqualifikation mit dem Nationalteam bestreiten möchte. “Ich bin diesbezüglich optimistisch, von den Raptors kommen positive Signale. Ich würde sehr gerne spielen, es ist aber noch nicht alles restlos geklärt.”

Von: apa

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