Kjetil Jansrud erstmals Abfahrtsweltmeister

Jansrud gewann WM-Abfahrt in Aare vor Svindal und Kriechmayr

Samstag, 09. Februar 2019 | 15:05 Uhr

Kjetil Jansrud hat bei der alpinen Ski-WM in Aare die Goldmedaille in der Abfahrt gewonnen. Der 33-Jährige setzte sich nach mehrmaliger Startverschiebung bei schwierigen Bedingungen nur zwei Hundertstel-Sekunden vor seinem Landsmann Aksel Lund Svindal durch, der sein letztes Karriere-Rennen bestritt. Bronze holte sich Vincent Kriechmayr, der nach Silber im Super-G wieder auf dem Podest stand.

Kriechmayr fehlten am Samstag 0,33 Sekunden auf Rang eins. “Es war ein verrücktes Rennen, aber ich bin jetzt schon sehr froh, dass es so ausgegangen ist. Ich bin echt gut gefahren und freue mich irrsinnig über meine Leistung”, sagte der 27-jährige Oberösterreicher. Die beiden Medaillen in Aare sind die einzigen in seiner bisherigen Karriere. “Es gibt ja noch was über Silber, aber ich habe heute das Maximum rausgeholt, mehr war nicht drinnen”, berichtete der Wengen-Sieger.

Jansrud holte seine dritte WM-Medaille nach Silber in der Kombination 2015 und im Super-G 2017. “Ein norwegischer Doppelsieg, das ist fast unglaublich”, sagte Jansrud. Es sei eine Ehre, mit Svindal auf dem Podest zu stehen. “Wir werden ihn richtig vermissen. Das gibt es nicht oft, dass Leute mit so einem Resultat aufhören”, so Jansrud. Der 36-jährige Svindal verabschiedete sich mit seiner neunten Medaille vom Ski-Zirkus. Einen dritten Abfahrts-Titel nach 2007 in Aare und 2013 in Schladming verpasste er nur hauchdünn. “Ich wollte im letzten Rennen eine gute Show anbieten, das war mir das Wichtigste”, betonte Svindal.

Matthias Mayer landete als zweitbester Österreicher auf Rang fünf (0,65). Der erst als 45. Läufer ins Rennen gegangene 38-jährige Hannes Reichelt kam nach einer verpatzten Fahrt über Rang 29 (1,89) nicht hinaus. Otmar Striedinger stürzte beim Zielsprung und überquerte die Ziellinie ohne Ski. Viele Läufer beklagten sich in der Folge darüber, dass das Rennen bei den schlechten Bedingungen durchgepeitscht wurde.

Super-G-Weltmeister Dominik Paris landete als bester Südtiroler auf dem sechsten Platz, berichtet SportNews.bz. Der Ultner verlor von oben bis unten konstant Zeit.

Christof Innerhofer machte im Mittelteil einen Fahrfehler, der ihm aufgrund der fehlenden Geschwindigkeit im Schlussteil viel Zeit kostete. Der Gaiser landete auf Rang elf.

Dass die WM-Abfahrt unter solch widrigen Umständen mit Schnee, Wind und Nebel überhaupt gestartet wurde, kam nicht bei allen Skifahrern gut an. Auch die beiden Südtiroler waren mit der FIS-Entscheidung nicht einverstanden.

Von: apa