Jürgen Melzer ist nach Verletzungspause fast wieder fit

Jürgen Melzer auf gutem Comeback-Kurs: Ende April auf Tour

Donnerstag, 08. März 2018 | 16:50 Uhr

Gute Nachrichten gibt es von Jürgen Melzer: Der 36-jährige Niederösterreicher, ehemalige Nummer 8 im ATP-Ranking, plant nach seiner langen Verletzungspause für Ende April sein Comeback auf der ATP-Tour. Melzer trainiert seit fast zwei Wochen wieder mit dem normalen Tennisball, ist schmerzfrei und sieht gute Fortschritte.

Im Optimalfall kann sich der ehemaligen French-Open-Halbfinalist sogar vorstellen, schon beim Auswärts-Davis-Cup in Moskau (6./7. April) gegen Russland zur Verfügung zu stehen. “Es läuft ganz gut, ich habe auch heute fast zwei Stunden Tennis gespielt. Es ist alles im Plan”, stellte Melzer am Donnerstag im Gespräch mit der APA – Austria Presse Agentur fest. Er habe mit seinem Bruder Gerald trainiert. “Vom Tennis her ist es ganz normal, nur von der Zeit her noch nicht.” Er steigert die Intensitäten noch langsam, aber “die Zeit, in der ich spiele, ist alles normal”.

Nach zwei Wochen mit einem Schaumgummi-Ball, einer weiteren mit einem “Methodikball” und fast zwei Wochen unter normalen Bedingungen ist Melzer zuversichtlich. “Morgen geht die zweite Woche mit dem richtigen Ball zu Ende. Von den Tagen her war es schon fast eine normale Trainingswoche”, schilderte Melzer, der sich Anfang Oktober einer Operation am linken Ellbogen unterzogen hatte. Melzer zieht bei allen Schlägen schon wieder voll durch. “Hin und wieder spürst du was, aber das kannst du nicht Schmerz nennen, sondern eher Adaption.” Die Sehne müsse sich wieder an die Belastung gewöhnen.

Nicht zuletzt deshalb spielt Melzer mit einer Art “Stützstrumpf” am linken Schlagarm. “Da ist auch eine Verstärkung drinnen, die dort, wo operiert worden ist, ein bisserl schützt. Es fühlt sich angenehmer an, wenn ich das habe. Es wird mich am Anfang sogar noch bei den Turnieren begleiten.” Melzer hat ab dem Zeitpunkt seiner Rückkehr für neun Monate und je neun Einzel- und Doppel-Turniere ein “geschütztes Ranking” – im Einzel liegt dieses bei 144, im Doppel bei 111. Sein bisher letzter Turniereinsatz war am 26. Juni die Qualifikation in Wimbledon.

Geplant ist zunächst ein Challenger “wahrscheinlich Ende April”, den weiteren Turnierplan kennt Melzer vorerst noch nicht. Vielleicht steht er sogar schon im ÖTV-Aufgebot für Moskau. “Das wäre, wenn alles super verläuft, und in den nächsten drei Wochen kein einziger Rückschlag mehr ist. Dann geht sich das aus.” Melzer glaubt, dass er, wenn er fit ist, im Team steht. Konkrete Pläne für sein Leben nach der Tenniskarriere haben ihn auch in der zweiten langen Auszeit in den vergangenen zwei Jahren nicht beschäftigt. Zudem steht auch noch der Plan, wenn es im Einzel nicht mehr richtig wird, sich noch einmal voll auf das Doppel zu fokussieren.

Privat steht ihm und seiner Familie ein Umzug in diesem Jahr bevor: In diesen Tagen wird ein Fertigteil-Haus in Deutsch-Wagram errichtet, geplanter Einzug ist Ende August. Bis dahin hofft Melzer schon auf neue Höhenflüge, am liebsten bei Grand-Slam-Turnieren. Bei den French Open will er nach aktuellem Stand auf jeden Fall in die Qualifikation gehen. Körperlich geht es ihm aktuell “bei manchen Sachen sogar besser”, tennisspezifisch gibt es mit seinem aktuellen Coach Thomas Strengberger noch viel zu arbeiten. “Aber ich merke, dass es von Training zu Training besser wird.”

Von: apa