Südtiroler muss sich zurückkämpfen

Kanu: Kuhnle auch bei Tacen-EM Österreichs größte Wildwasser-Hoffnung

Mittwoch, 31. Mai 2017 | 14:05 Uhr
Tacen (APA) - Spät im Frühling erhält Österreichs Elite im Wildwasser-Kanu ab Donnerstag ihre erste aussagekräftige Standortbestimmung im nach-olympischen Jahr. Bei den Europameisterschaften in Tacen in Slowenien stellt der Verband (OKV) im Kajak-Einer je drei Damen und Herren sowie ein Duo im Canadier-Einer der Damen. Die Chance auf eine oder mehrere Medaillen ist durchaus gegeben.

Am ehesten ist wieder einmal im Kajak-Einer Corinna Kuhnle ein Podestplatz zuzutrauen. Von ihrer Klasse her müsste die 29-jährige Niederösterreicherin nach Meinung von Coach Helmut Oblinger einen solchen erreichen. “Aber es ist natürlich auch so, dass sie ihre letzte Medaille 2011 geholt hat”, wies der 44-Jährige auf die schon sechs Jahre währende Wartezeit hin. Damals hatte Kuhnle ihren zweiten WM-Titel geholt.

Ihr EM-Ticket hatte die Gesamtweltcupsiegerin 2014 und 2015 fix gehabt. In der internen Ausscheidung am ersten Mai-Wochenende qualifizierten sich auch Lisa Leitner und Viktoria Wolffhardt für das erste Abtasten im neuen Olympia-Zyklus. Beiden traut Oblinger, im Betreuer-Duo mit EM- und WM-Medaillengewinner Jure Meglic (SLO), einen Finalplatz zu. Mindestens drei sollten es im Vorort von Ljubljana für ihn schon sein.

“Wir könnten auch zwei, drei Medaillen holen”, meinte der Oberösterreicher gegenüber der APA – Austria Presse Agentur sogar. Freilich sei das nicht zu erwarten oder vorauszusetzen. Aber heuer vier Trainingslager auf der EM-Strecke haben das Team weitergebracht. “Das Klima ist super”, meinte der fünffache Olympia-Teilnehmer. Sehr gute Chancen gibt er auch den rot-weiß-roten Damen im Kajak-Teambewerb.

Auf das Herren-Team träfe das nicht ganz zu, denn mit Andreas Langer sei ein Athlet mit Trainingsrückstand dabei. “Er hat sich die Nominierung aber verdient”, stellte Oblinger fest. Langer hatte in der Qualifikation unerwartet Matthias Weger ausgebootet, der Südtiroler muss sich nun ab Mitte Juni über den Weltcup sowie U23-EM und -WM zurückkämpfen. Felix Oschmautz und Mario Leitner sind die übrigen Kajak-Kanuten.

Im Canadier ist neben Nadine Weratschnig auch hier Wolffhardt dabei. In diesem Bewerb hat die 22-Jährige aufgrund eines im Jänner erlittenen Kreuzbandrisses noch gröbere Probleme. “Sie kann sich aber zurückkämpfen”, versicherte Oblinger. Das muss auch Julia Schmid. Knapp ein Jahr nach ihrem ursprünglichen Rücktritt erbrachte die EM-“Silberne” von Wien 2014 die internen EM-Erfordernisse nicht.

Grundsätzlich erwartet die OKV-Equipe harte Konkurrenz. “Kanu ist eine europäische Sportart und die EM ist fast so hoch anzusiedeln wie eine WM”, erkläuterte Oblinger. “Bei den Damen ist bis auf Jessica Fox (AUS, Anm.) und Luca Jones (NZL) die gesamte Weltelite am Start. Bei den Herren fehlt eigentlich nur Michal Smolen (USA). Hier eine Medaille zu machen ist hart, aber unser angestrebtes Ziel.”

EM-Programm – Donnerstag (ab 14.00 Uhr): Vorläufe u.a. Canadier-Einer Damen, Kajak-Einer Herren; Freitag (9.00): Vorläufe u.a. Kajak-Einer Damen; ab 15.05: Kajak-Teambewerbe, Samstag (11.05): u.a. Semifinali und Finali (ab 15.05) Kajak-Einer Herren (30 bzw. 15 Teilnehmer), Canadier-Einer Damen (20 bzw. 10); Sonntag (11.35): u.a. Semifinale und Finale (15.05) Kajak-Einer Damen (20 bzw. 10)

Von: apa