Mit Weger steht auch ein Südtiroler im Team

Kanu: Österreichs Verband unter Präsident Preisl neu aufgestellt

Freitag, 05. Mai 2017 | 13:10 Uhr

Nach 18-jähriger Präsidentschaft von Walter Aumayr hat sich der Österreichische Kanuverband (OKV) unter dem im Jänner gewählten Herbert Preisl neu aufgestellt. Unter ihm sind Helmut Oblinger sowie EM- und WM-Medaillengewinner Jure Meglic aus Slowenien gleichberechtigte Trainer mit gemeinsamen Aufgabenbereichen. Für die Aktiven erfolgt dieses Wochenende die Qualifikation für die Saison-Höhepunkte.

In der Verbund Wasserarena auf der Wiener Donauinsel werden bei Damen und Herren je drei Startplätze für die EM in Tacen/Slowenien (1.-4. Juni) ausgefahren. Fix gesetzt sind Corinna Kuhnle und Felix Oschmautz im Kajak-Einer (K1) sowie Viktoria Wolffhardt im Canadier-Einer (C1). Bei den Damen ist über die Weltcup-Events von Juni bis September noch ein Platz für die WM in Pau/Frankreich (27.9.-1.10.) zu holen.

“Mir ist lieber, wir haben drei im Finale als nur eine und die in den Medaillen”, verdeutlichte Oblinger am Freitag bei einer Pressekonferenz in der Wasserarena, dass er auf ein geschlossenes und erfolgreiches Team setzt. “Es soll auch keinen Konkurrenzkampf geben.” Der wird aber unweigerlich folgen, je näher Olympia kommt. Denn für Tokio 2020 gibt es im Kajak und Canadier je Geschlecht maximal nur je einen Startplatz.

Der im Canadier der Herren wird bei den Spielen aber auf jeden Fall freibleiben. “Es genügt uns, wenn wir drei Medaillen machen”, meinte Oblinger dazu. Mit Oschmautz, Mario Leitner und Matthias Weger gibt es nur drei international konkurrenzfähige Kajak-Aktive. Einen von ihnen auf Canadier umzupolen, um die Olympia-Chance zu suchen, sei laut Oblinger in den verbleibenden drei Jahren nicht möglich bzw. sinnvoll.

Leitner nimmt den Bonus seiner Erfahrung aus der Olympia-Teilnahme in die neue Saison mit. “Ich kann durch die Teilnahme in Rio jetzt besser mit Druck umgehen”, stellte der 20-Jährige klar. “Meine Höhepunkte heuer sind die EM und WM.” Diesen beiden Großereignissen gelte die Konzentration. Die ganze Saison topfit zu sein und auf höchstem Niveau zu fahren, ginge nicht. Seine 22-jährige Schwester Lisa Leitner versucht sich ebenso weiter im Kajak.

Mit Weger steht auch ein gebürtiger Südtiroler im Team. Seinen österreichischen Pass besitzt er seit gut einem Jahr, nun fährt er gegen seinen italienischen Bruder Jakob. Mit ihm trainiert er immer wieder in Meran. “Rund 200 Tage im Jahr sind wir aber im Nationalteam zusammen”, erklärte der 21-Jährige, wo der Fokus liegt. Heuer gab es bereits einige OKV-Trainingslager, Mitte Mai folgt eines am EM-Ort Tacen.

Unter Preisls Führung wurde der Verbandssitz zurück von Braunau nach Wien geholt, das 40 Jahre gültige OKV-Logo wurde durch ein zeitgemäßeres, dynamisches ersetzt. “Es geht mir nicht darum, das Rad neu zu erfinden, sondern die erfolgreiche Arbeit des Verbands mit neuen Impulsen fortzusetzen”, erläuterte der Niederösterreicher. Kuhnle fühlt sich damit wohl: “Es ist ein neuer Input. Auch mein Set-up ist dynamischer.”

Von: apa

Bezirk: Bozen