Phil Taylor beendete seine Karriere mit Finalniederlage

Kein Traum-Abschied für Taylor – WM-Titel an Cross

Montag, 01. Januar 2018 | 23:05 Uhr

Phil Taylor ist ein perfektes Karriereende versagt geblieben. Der 57-jährige Engländer verlor am Neujahrstag im Londoner Alexandra Palace das Finale der Darts-WM gegen seinen Landsmann Rob Cross klar mit 2:7 und verpasste damit seine 17. Weltmeisterschafts-Krone. Sein 27-jähriger Rivale hingegen durfte über seinen ersten WM-Titel und einen Siegerscheck von 400.000 Pfund (450.841,38 Euro) jubeln.

Cross stellte schnell auf 3:0 in Sätzen, geriet dann aber leicht ins Wanken. Taylor kam auf 1:3 heran und war im ersten Leg des fünften Satzes auf dem besten Weg, einen äußerst seltenen 9-Darter zu schaffen. Der neunte Wurf verfehlte jedoch hauchdünn das Doppel-Zwölf-Feld, woraufhin Taylor sogar noch das Leg verlor. Danach war die Darts-Legende gegen den großen Überraschungsmann des Turniers chancenlos. Cross hatte auf dem Weg zum Triumph unter anderem im Semifinale den niederländischen Titelverteidiger und Top-Favoriten Michael van Gerwen ausgeschaltet.

Taylor hatte schon vor Monaten angekündigt, sich nach der diesjährigen WM von der Tour zurückzuziehen. Allerdings will der Rekord-Champion, der zuletzt 2013 Weltmeister wurde, weiterhin Exhibitions bestreiten.

Taylor ist Multi-Millionär und der erfolgreichste Darts-Spieler der Geschichte – aber jetzt hat er genug. “Es ist mittlerweile einfach zu viel Aufwand, mich auf die vielen Turniere vorzubereiten. Heutzutage muss man sieben Tage die Woche arbeiten, ich bin immer weg von zu Hause in irgendwelchen Hotels. Nein, für mich ist jetzt Schluss. Ich möchte dieses Leben nicht mehr”, sagte der Engländer.

Zeit für seine vier Töchter, für seine Enkelkinder, das ist es, worauf sich Taylor freut. Denn sein Privatleben musste leiden unter einer Bilderbuch-Karriere, die nicht nur zu unzähligen Titeln führte, sondern auch einen Sport revolutionierte, der zu Taylors Anfängen ein Wirtshaus-Wettkampf war.

Taylor stammt aus einer Arbeiterfamilie in Stoke-on-Trent. In seinen jungen Jahren montierte er Griffe für Toiletten-Spülkästen und reparierte Autos. Pfeile auf eine Scheibe zu werfen und damit Geld zu verdienen war Taylors Chance, aus diesem Leben zu entfliehen. “Meine Familie war arm, wir hatten nichts”, sagte Taylor. Diese Episode ist längst Geschichte. “The Power” ist eine werfende Geldmaschine, die mit dem Rücktritt ganz sicher nicht den Betrieb einstellen wird.

Ehrgeiz, Leidenschaft und Skrupellosigkeit prägten Taylors Karriere. In seinem ersten WM-Finale im Jahr 1990 schlug “The Power” seinen Mentor, den fünfmaligen Weltmeister Eric Bristow, glatt mit 6:1. Es war der Beginn eines einmaligen Siegeszuges. “Ich habe Darts mein Leben gewidmet”, betont Taylor. In der Früh um 9 Uhr kam er in den Pub, um zu trainieren. Eine Kombination aus außergewöhnlichem Talent und nicht enden wollendem Ehrgeiz machten Taylor zu einer Ausnahmeerscheinung. Nicht einmal die herauslaufende Sauce seines Sandwiches würde Phil Taylor anderen gönnen, behauptete der bereits gestorbene Fernsehkommentator Sid Waddell einmal.

Seine Präsenz soll mit dem Karriereende nicht aufhören. “The Power” möchte weltweit Exhibitions spielen und dem Darts-Sport erhalten bleiben. “Ich weiß nicht, was passiert, wenn ich weg bin. Natürlich werden neue Gesichter kommen, ich werde sicher ein Teil des Ganzen sein. Was auch immer ich tun kann, ich werde es tun”, betonte Taylor. Im kommenden Jahr könnte er an der britischen Version des Dschungelcamps teilnehmen, seine Bereitschaft und Lust dafür hat er bereits signalisiert.

Vor seinem letzten Turnier sagte Taylor: “Ich freue mich darauf, ins Bett zu gehen und mir keine Gedanken mehr um Turniersiege machen zu müssen.” Dass er diese Gedanken bei der WM in London noch einmal bis zum Finale mitnehmen würde, hätte er wohl selbst nicht gedacht.

Von: apa

Kommentare

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5 Kommentare auf "Kein Traum-Abschied für Taylor – WM-Titel an Cross"


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kornfeld
kornfeld
Tratscher
15 Tage 11 h

Ein geniales Spiel, cross lies schon am start nix anbrennen… Hohe check outs und eine super doppelquote!!! Hier können wir uns auf einen neuen Top Spieler freuen

ando
ando
Superredner
15 Tage 9 h

das halbfinale gegen gerwen war noch beeindruckender!

topgun
topgun
Grünschnabel
14 Tage 20 h

@ando
Dann hast du ein anderes Spiel als ich gesehen…Cross hat da bei weitem nicht die Leistung gebracht, die er im Finale gezeigt hat.
Da hat er stark davon profitiert, dass auch MVG weit unter seinen Möglichkeiten geblieben ist.
Sechs vergebene Match-Darts sagen wohl alles…

6079_Smith_W
6079_Smith_W
Superredner
15 Tage 11 h

Schade, ich hätts “The Power” zum Abschied nochmal gegönnt. Aber Cross war eben besser und hat es sich verdient.
Allen ein frohes 180!

kornfeld
kornfeld
Tratscher
15 Tage 3 h

Ich nicht, ob er 16 oder 17 mal Weltmeister war ist egal das wird ihm trotzdem niemand nachmachen auch das sieggeld von 280.000 dollar machts bei einen millionär nicht aus, aber bei einen neuling 1 mal Weltmeister ist genial und dann noch ei e schöne Prämie…

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