Der Südtiroler Taraboi erwartet keine Medaillen

Keine Illusionen bei 18-köpfigem OSV-Team für Kurzbahn-EM

Montag, 11. Dezember 2017 | 10:47 Uhr

Mit je neun mehrheitlich recht jungen Damen und Herren ist Dario Taraboi am Montag zu den Kurzbahn-Europameisterschaften der Schwimmer nach Kopenhagen gereist. Der OSV-Sportdirektor darf in der dänischen Hauptstadt auf Semifinalplatzierungen, vielleicht auch die eine oder andere Finalteilnahme hoffen. Medaillen wird es für das 18-köpfige österreichische Aufgebot bei den Titelkämpfen nicht geben.

Viele der qualifizierten Aktiven – Lisa Zaiser (erkrankt), Felix Auböck (Uni-Prüfungen) fehlen – sollen Erfahrung sammeln und ihre Position in der Kontinental-Elite finden. Die Staatsmeisterschaften in der vergangenen Woche in Graz brachten letzte Aufschlüsse, aber keinen österreichischen Rekord auf Einzelstrecken. Dennoch schafften 16 Aktive die Qualifikation für die Kurzbahn-WM vom 3. bis 8. Dezember 2018 in Huangzhou/China. Die Frist zur Normerbringung läuft noch bis 31. August.

“Ja, die Limits sind leichter zu erreichen als früher”, bestätigte OSV-Präsident Arno Pajek der APA. “Aber die Jungen sollen internationale Luft schnuppern. Schauen wir mal, was bei der EM rauskommt.” Der Verbandschef selbst wird am Wochenende und damit im Finish der fünftägigen Titelkämpfe vor Ort sein. Da wird er noch 27 von nicht weniger als 70 – zumindest ursprünglich genannten – OSV-Antreten in Vorläufen erleben.

Darunter sind alle sechs Staffeln – eine Maßnahme zur Festigung des Teamgefüges. Ob alle Teambewerbe bestritten werden, wird teilweise kurzfristig entschieden. Der Fokus generell liegt auf den Einzelstrecken, auch bei Christopher Rothbauer. “Über meine guten Zeiten in Graz war ich überrascht, für die EM bin ich relativ zuversichtlich”, sagte der Brustlagenspezialist. Bessere Chancen auf die Finalsession rechnet er sich über 100 m aus, da hier dem Endlauf ein Semifinale vorgeschaltet ist.

Der Sohn des OSV-“Vize” Peter Rothbauer ist im Oktober beim Bundesheer eingerückt, musste so rund einen Monat lang in Bezug auf das Schwimmtraining kürzertreten. Viel eher in der Endphase ihrer Karriere steckt Birgit Koschischek. Mit 30 Jahren ist sie die klar Älteste im OSV-Aufgebot, ihre EM-Nennungen gelten für 50 und 100 m Kraul. “Die Vorläufe überstehen”, lässt sich die Wienerin bei ihrem EM-Ziel nicht davon verleiten, dass sie auf allen ihren vier Strecken Meistertitel eingeheimst hat.

Weitere etwas erfahrene Athleten im rot-weiß-roten Aufgebot sind Claudia Hufnagl sowie die seit dem Spätsommer in der Polizeigrundausbildung stehenden Lena Kreundl und Caroline Pilhatsch. Die 19. EM-Titelkämpfe auf der 25-m-Bahn mit rund 550 Aktiven aus 46 Nationen werden in der Royal Arena ausgetragen. Es gibt ein Gesamtpreisgeld von 220.000 Euro zu gewinnen, zudem erstmals Rekord-Prämien. Ein Individual-Weltrekord bringt 10.000 Euro, ein Europarekord 5.000 Euro.

Von: apa