Russland muss nun Dopingproben für Nachtests freigeben

Keine neue Sperre für Russische Anti-Doping-Agentur

Dienstag, 22. Januar 2019 | 18:14 Uhr

Die Russische Anti-Doping-Agentur (RUSADA) wird vorerst nicht erneut suspendiert. Sie muss aber weitere Bedingungen erfüllen, um die Anerkennung zu behalten. Das teilte die Welt-Anti-Doping-Agentur am Dienstag in einer Presseinformation mit. Die WADA hatte die Sperre im September 2018 aufgehoben, aber einige Auflagen daran gekoppelt.

Dazu gehört die Freigabe von Daten aus dem Moskauer Antidoping-Labor bis zum 31. Dezember. Experten hatten allerdings erst in der vergangenen Woche die Doping-Daten im Moskauer Analyselabor sichern können – 18 Tage nach Ablauf der von der WADA gesetzten Frist.

Die Russen müssen nun noch bis zum 30. Juni Dopingproben für Nachtests freigeben. Das elfköpfige Exekutivkomitee der WADA beschloss in einer Telefonkonferenz, dass die RUSADA weiter unter Beobachtung bleibt.

Laut dem grundlegenden Bericht von WADA-Ermittler Richard McLaren, der nach Aufdeckung des Skandals in Russland und besonders um die Manipulationen durch den Gastgeber bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi die Dimension des Dopings aufgearbeitet hat, sollen Hunderte Athleten illegale Mittel genutzt haben.

“Das Exekutivkomitee war zufrieden damit, von den bedeutenden Fortschritten zu hören”, sagte WADA-Präsident Craig Reedie nach einer Telefonkonferenz des elfköpfigen Gremiums. “Mehrere Exko-Mitglieder haben allerdings ihre Enttäuschung darüber ausgesprochen, dass die Frist verpasst wurde. Sie kamen aber übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass keine Strafe verhängt werden soll.”

Die Russen müssen noch bis zum 30. Juni Dopingproben für Nachtests freigeben. Für den Fall, dass die Moskauer Daten manipuliert worden sein sollten, droht der Exko-Vorsitzende Jonathan Taylor mit den “härtesten möglichen Strafen”.

RUSADA-Chef Juri Ganus zeigte sich nach der Entscheidung erleichtert. “Wir sind vorübergehend vom Weg abgekommen. Wir können nun unsere Arbeit fortsetzen”, sagte er russischen Medien zufolge. Ganus hatte immer wieder davor gewarnt, dass russische Sportler nicht mehr an internationalen Wettkämpfen teilnehmen dürften, sollte Russland nicht die WADA-Bedingungen erfüllen. Er versprach, auch die weiteren Verpflichtungen zu erfüllen.

Von: APA/dpa

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