Kriechmayr wurde Dritter

Kilde-Bestzeit im “Genuss”-Training von Garmisch

Donnerstag, 31. Januar 2019 | 15:35 Uhr

Mit “Genuss”-Skifahrten und einer Bestzeit des Norwegers Aleksander Aamodt Kilde haben die Abfahrer am Donnerstag das Auftakttraining von Garmisch-Partenkirchen absolviert. Bei strahlendem Sonnenschein präsentierte sich die Kandahar weniger furchteinflößend als in den vergangenen Jahren. Die Elite übte sich im Tarnen und Täuschen, ÖSV-Cheftrainer Andreas Puelacher sprach Klartext.

Vincent Kriechmayr schwärmte als Trainingsdritter und bester Österreicher im Anschluss. Da herunter, sagte der Wengen-Sieger, sei es ein Genuss-Skifahren. “So eine schöne, gleichmäßige Piste hatten wir hier selten. Sehr angenehm. Ganz anders als Kitzbühel.” Die nötige Umstellung, von Eispiste auf “wieder Schnee” (Romed Baumann), dürfe für Kriechmayr kein Problem sein. “Ich muss sowieso alles können, wenn ich vorne mitfahren will.”

Mehr als ein erstes Abtasten der Kandahar war es nicht. Kilde ließ es ziemlich laufen, fuhr aber wie so viele an einem Tor kurz vor der Einfahrt zum Sprung “Freier Fall” vorbei. Der Schweizer Weltcup-Führende Beat Feuz und die Südtiroler Mitfavoriten Christof Innerhofer und Kitzbühel-Sieger Dominik Paris fuhren teils immer wieder aufrecht. “Es ist nicht so schwer wie letztes Jahr”, kommentierte Paris nach getaner Spazierfahrt mit Nummer eins.

Matthias Mayer sah es gemischt: “Es kann schon unruhig werden, aber nicht ungut. Die zwei Minuten gehen natürlich immer ‘eine’.” Die weichen Bedingungen kommen dem Internationalen Skiverband entgegen. “Sieht gut aus. Nicht zu ‘tough’ vor der WM”, meinte FIS-Renndirektor Markus Waldner.

Hannes Reichelt freute sich über eine “super schöne Piste”. Der 38-jährige Routinier hat die Kandahar-Abfahrt 2017 und 2015 für sich entschieden. In einer Saison ohne bisher “überragende Leistungen” will sich Reichelt auf einer seiner Lieblingsstrecken Selbstvertrauen für die anstehende WM holen. Wenn die Kombination “Ski, Körper und Geist” stimme, so der Salzburger, könne er wieder eine “Rolle sehr weit vorne spielen”.

Nach der Verletzung von Max Franz hat Reichelt wie Mayer und Kriechmayr sein Ticket für die bevorstehenden Weltmeisterschaften fix in der Tasche. Dahinter ist Otmar Striedinger der heißeste Anwärter auf den vierten und letzten verbleibenden Aare-Startplatz. Herren-Rennsportleiter Andreas Puelacher sieht derzeit dieses Quartett voran. “Wir haben vier, die Podest fahren können. Reichelt, Mayer, Kriechmayr, Striedinger.” Ein medialer Aufstellungspoker liegt dem Tiroler nicht. “Die anderen sind von der Platzierung her nicht so gut. Ich will aber fair bleiben und jedem die Chance bis zum Schluss geben.”

Gecastet werden deshalb in Oberbayern vor allem noch potenzielle WM-Ersatzfahrer. Daniel Danklmaier als Streif-Fünfter, Johannes Kröll, Christian Walder und Christopher Neumayer kommen infrage. Um Puelachers Top-Quartett nämlich noch zu sprengen, benötigen sie schon ein Spitzenresultat. “Die müssen aufs Podest hinfahren”, forderte der Trainer am Vorabend. “Top Zehn wird zu wenig sein, ich nehme nicht zehn Abfahrer mit.”

Kriechmayr, in der Disziplinwertung als Vierter bester Österreicher, will die kleine Kugel für sich jedenfalls schon abgehakt haben. “Der Abfahrtsweltcup ist schon vorbei, den habe ich in Kitzbühel liegen gelassen”, sagte der Wengen-Sieger.

Mit 249 Zählern liegt Kriechmayr 171 Punkte hinter dem Schweizer Beat Feuz zurück. Auf den Südtiroler Dominik Paris fehlen ihm 71. Um Feuz, der in den vergangenen fünf Rennen immer auf das Podest gefahren ist, in die Schranken zu weisen, hätte er, so Kriechmayr, auch ohne seinen Kitzbühel-Nuller “konstant gute Leistungen” gebraucht. “Beat und Domi (Anm. Paris) sind derzeit einfach ein Level besser.”

Im zu erwartenden Zweikampf um die Kugel in der Königs-Disziplin setzt Kriechmayr nicht nur wegen dessen Punktepolster auf den Schweizer. “Das wird sich der Beat nicht mehr nehmen lassen. Er ist ein Wahnsinns-Skifahrer und vom Kopf her sowieso extrem stark. Er ist auch da runter eines der heißesten Eisen, ich werde mir viel abschauen können”, sagte der 27-Jährige, der allerdings die Super-G-Wertung anführt.

Von: apa

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