Schwere Aufgabe für Peter Stöger und sein Team

Köln fiebert EL-Duell mit Roter Stern entgegen

Mittwoch, 27. September 2017 | 15:41 Uhr

Für den 1. FC Köln und Trainer Peter Stöger wartet in der Europa League am Donnerstag mit Roter Stern Belgrad ein Verein mit heißblütigen Fans und vielen Erfolgen. Seine Glanzzeiten auf der europäischen Fußballbühne hat der FK Crvena zvezda, wie der Club in Landessprache geschrieben wird, aber hinter sich: 1991 gewannen die Serben den Europacup der Landesmeister und wurden Weltpokalsieger.

Beim ersten Heimspiel auf internationalem Parkett seit 25 Jahren erwartet Köln Gegner Roter Stern mit einem kleinen Erfolgserlebnis im Rücken. Der erste Saisonpunkt zuletzt in Hannover (0:0) habe dem Tabellenletzten der deutschen Bundesliga Auftrieb gegeben. “Du steigst nach langer Zeit wieder mit einem Punkt in den Bus, und das ist ein positives Gefühl”, sagte Stöger. Und Sportdirektor Jörg Schmadtke versprach: “Wir greifen wieder an.”

Laut Stöger soll sein Club nun so weitermachen und in den nächsten Tagen im Idealfall “zwei Mal etwas mitnehmen”. Nach dem Europacup treffen die Kölner auf Königsklassenstarter RB Leipzig. Dem Austria-Meistermacher von 2013 fehlen aber mit dem deutschen Nationalspieler Jonas Hector und Marcel Risse zwei Leistungsträger.

Nicht nur deshalb sind die Sorgen aktuell enorm. Der Offensive ist nach dem Abgang von Anthony Modeste bisher erst ein Treffer gelungen. Der im Sommer nach 25 Toren für Köln um 35 Millionen Euro nach China abgewanderte Torjäger hat den Verantwortlichen wiederholt Vorwürfe gemacht. “Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich am liebsten beim 1. FC Köln geblieben wäre”, wurde Modeste in der “Sport Bild” zitiert.

Über die Möglichkeit eines Verbleibs wollte laut dem Franzosen, der im Sommer eine Gehaltserhöhung gefordert hatte, niemand im Club verhandeln. “Ich muss ehrlich zugeben, dass ich mit dem Herzen immer noch in Köln bin”, sagte der Stürmer. Diese Version wird allerdings vom Club energisch bestritten.

Doch die Ära des Goalgetters ist vorbei, das zweite EL-Gruppenspiel steht im Fokus. Die Belgrader haben sich mit vielen heißblütigen Fans angesagt und werden von einem massiven Polizeiaufgebot begrüßt werden. Die Kölner Exekutive erwartet gewaltbereite Anhänger beider Lager und will daher mehr als 2.000 Beamte einsetzen. Im Parallelspiel gastiert Arsenal im Duell zweier ehemaliger CL-Teilnehmer bei Bate Borisow.

Valentino Lazaro gelangen zuletzt in der Regionalliga für die zweite Mannschaft von Hertha BSC ein Tor und eine Vorlage. Nach seiner überstandenen Sprunggelenksverletzung könnte der Teamspieler im schwedischen Östersund sein Debüt für die erste Mannschaft geben. In der Gruppe B gastieren die Young Boys Bern mit Trainer Adi Hütter und Thorsten Schick bei Skenderbeu. Der Schweizer Tabellenführer hält nach einem 1:1 am ersten Spieltag gegen Partizan Belgrad bei einem Punkt.

Zum Duell der Gleichgesinnten kommt es in Gruppe C zwischen Hoffenheim und Rasgrad. Die von Milliardär Dietmar Hopp unterstützten Deutschen verspüren nach der 1:2-Auftaktniederlage gegen Sporting Braga vor dem Gastspiel beim Oligarchen-Verein bereits Druck. Die in Hoffenheim unter Vertrag stehenden Österreicher Robert Zulj und Stefan Posch werden aber auch diesmal nicht in der Startaufstellung von Trainer-Shootingstar Julian Nagelsmann erwartet.

Der im Dienste von Hoffenheim stehende ÖFB-Teamspieler Florian Grillitsch machte unterdessen die Reise zum Auswärtsspiel bei Rasgrad nicht mit. Grillitsch wird in Bulgarien wegen eines Magen-Darm-Infektes fehlen. Zudem muss Trainer Nagelsmann unter anderem auf die Offensivspieler Sandro Wagner (krank), Serge Gnabry, Adam Szalai sowie Verteidiger Benjamin Hübner (alle drei Zerrung) verzichten.

In der Austria-Gruppe D ist Alexander Gorgon mit HNK Rijeka beim AC Milan krasser Außenseiter. Martin Pusic hat nach einem torlosen Auftaktspiel mit dem dänischen Meister FC Kopenhagen bei Sheriff Tiraspol den ersten Dreier im Visier. Viktoria Pilsen ist nach der klaren 0:3-Niederlage gegen Steaua Bukarest im Heimspiel gegen den israelischen Club Beer Sheva auf Wiedergutmachung aus. Ex-ÖFB-Teamkapitän Andreas Ivanschitz ist in dieser Saison bei den Tschechen aber noch nicht zum Einsatz gekommen.

Von: APA/dpa