Stöger steht vor gewaltigen Herausforderungen

Köln nach historisch schlechten Start vor wegweisendem Duell

Dienstag, 19. September 2017 | 14:34 Uhr

Für den 1. FC Köln und Peter Stöger wird die Lage zunehmend ernster. Der besten Spielzeit seit 25 Jahren folgte der schlechteste Saisonstart der Geschichte, inklusive Europa League kassierten die Domstädter schon fünf Niederlagen. Hinzu kamen Nebenschauplätze wie die Fan-Problematik rund um das Arsenal-Gastspiel. Dem Duell mit Eintracht Frankfurt am Mittwoch kommt bereits wegweisende Bedeutung zu.

“Ruhe würde uns ganz gut tun. Aber nur Ruhe zu bewahren, bringt Dich da nicht raus”, sagte der Wiener Stöger am Dienstag. “Man muss auch sagen, was wir verändern müssen. Das Wichtige ist, den Mittelweg zu finden, nicht alles schlechtzureden, aber auch anzupacken.” Nur ein Tor haben die Kölner nach dem Abgang von Goalgetter Anthony Modeste in der Liga erzielt, aber zwölf Treffer erhalten – so viele standen im Vorjahr erst nach dem 13. Spieltag im Dezember in der Bilanz. Die vierte Niederlage kassierte man erst in der 20. Runde Mitte Februar.

“Mit einem Sieg können wir eine Trendwende einleiten”, erklärte Torhüter Timo Horn vor der Partie gegen die Eintracht. Doch der gebürtige Kölner weiß auch, dass im Falle einer erneuten Niederlage die Stimmung am Geißbockheim endgültig kippen könnte.

Die Kölner stehen derzeit mehr im medialen Fokus als jeder anderer Club aus der deutschen Fußball-Bundesliga. Dabei ging es in der vergangenen Woche nicht einmal so sehr um die sportliche Krise, denn die wurde von anderen Themen überlagert: Zunächst standen die Euphorie vor dem Europa-League-Comeback bei Arsenal (1:3), dann die Diskussionen um die dortigen Fan-Ausschreitungen im Mittelpunkt. In den vergangenen Tagen kam der geplante Protest gegen das Spiel in Dortmund hinzu, wo man 0:5 unterging.

Die Nebenschauplätze hat man jetzt abgehakt. Am Dienstag kommunizierte der FC Köln, dass man “nach ausführlicher Abwägung aller Faktoren entschieden” habe, keinen Einspruch gegen die Wertung der Partie einzulegen. Ein Protest hätte mit Blick auf den Einsatz des Video-Schiedsrichters zu einem Präzedenzfall führen können. Doch die Kölner waren letztlich der Ansicht, dass die Erfolgsaussichten zu gering seien.

Nun steht nur noch die Verhandlung bei der UEFA wegen der außersportlichen Zwischenfälle von London am Donnerstag als besonderer Termin an. Doch dieser betrifft die Mannschaft wenig. Horn appellierte an die Fans: “In Dortmund haben wir teils Auflösungserscheinungen gezeigt. Wir können uns nur bei ihnen entschuldigen. Aber wir brauchen sie, um weiter eine Einheit zu bilden.”

Ebenfalls noch sieglos nach vier Runden ist der SC Freiburg. Die Breisgauer empfangen am Mittwoch in Runde fünf den starken Aufsteiger Hannover 96, dabei dürfte es zu einigen Duellen der beiden ÖFB-Teamspieler Philipp Lienhart und Martin Harnik kommen. Der noch unbesiegte BVB muss zum Hamburger SV, Hertha BSC gastiert bei Bayer Leverkusen. Außerdem spielen Mainz 05 und Hoffenheim 1899 gegeneinander.

Von: APA/dpa

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