Der Schnee spielte keine unentscheidende Rolle

Köln verlor erstes Liga-Match nach Stöger trotz 3:0-Führung

Sonntag, 10. Dezember 2017 | 20:20 Uhr

Der deutsche Fußball-Bundesligist 1. FC Köln hat auch das zweite Spiel nach der Trennung von Coach Peter Stöger verloren. Das Schlusslicht führte am Sonntag vor eigenem Publikum gegen Freiburg bereits 3:0, ging aber noch als 3:4-Verlierer vom Platz. Der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt damit schon zwölf Punkte.

Bei heftigem Schneefall sorgten Lukas Klünter (8.), Sehrou Guirassy (16., Foulelfmeter) und ein Eigentor von Caleb Stanko (29.) zunächst für eine klare 3:0-Führung des Tabellenletzten. Für die Freiburger trafen dann Nils Petersen (39., 90., Foulelfmeter, 94., Handelfmeter) und Janik Haberer (65.). Bei der Heimpremiere von Trainer Stefan Ruthenbeck gab es damit eine Niederlage.

Bei den Siegern schied ÖFB-Teamspieler Philipp Lienhart offenbar wegen einer Knieverletzung in der 17. Minute aus. Unmittelbar davor fand Schiedsrichter Robert Kampka vor dem Strafstoß zum 2:0 den Elfmeterpunkt nicht unter dem Schnee – er schritt wie bei einem Jugendspiel elf Meter ab. Nach dem Schlusspfiff skandierten die Kölner Fans “Vorstand raus!”.

Begonnen hatte die Partie wegen der Witterungsbedingungen mit einer halben Stunde Verspätung. Kurz vor dem Anpfiff musste der Rasen mit großen Schaufeln und Saugern vom Schnee befreit werden. Die Rasenheizung lief auf Hochtouren. Der immer weiter fallende Neuschnee machte die Präparation des Rasens, der erst unter der Woche neu verlegt worden war, aber schwierig. Auch einzelne Zuschauer-Bereiche mussten erst bereitet werden. Gespielt werden konnte letztlich, mit orange-blauem Ball und auf roten Linien.

Ebenfalls kurios: Auf den ersten Aufstellungszetteln, die der FC vor dem Spiel verteilte, war aus alter Gewohnheit noch der in der Vorwoche entlassene Stöger als Kölner Trainer angeführt. Wenige Minuten zuvor war der Österreicher als neuer Coach beim Liga-Rivalen Borussia Dortmund vorgestellt worden.

Ein Doppeltes Erfolgserlebnis gab es am Sonntag für Ex-ÖFB-Teamspieler Martin Harnik: Der Stürmer von Hannover 96 kam in der 77. Minute ins Spiel und traf gegen Hoffenheim 1899 acht Minuten später zum 2:0-Endstand. Es war der sechste Treffer des 30-Jährigen in der laufenden Saison der Fußball-Bundesliga.

Bei den Gästen blieb Florian Grillitsch während des Schneetreibens auf der Ersatzbank, der angeschlagene Stefan Posch und Robert Zulj fehlten im Matchkader. Stimmung kam in Hannover kaum auf, weil der harte Kern der 96-Anhänger erneut auf Anfeuerungen verzichtete.

Hertha BSC Berlin bremste unterdessen den Höhenflug des FC Augsburg. Die Berliner holten dank eines Tores von “Joker” Salomon Kalou in der Nachspielzeit (91.) auswärts ein 1:1. Die Augsburger, bei denen die ÖFB-Teamspieler Michael Gregoritsch und Martin Hinteregger durchspielten, verpassten dadurch den Sprung auf den vierten Tabellenplatz und sind Siebenter.

Augsburg war nach zuletzt zwei Siegen in Folge durch den Brasilianer Caiuby in Führung gegangen (74.). Kalou gelang aber noch der schmeichelhafte Ausgleich. Augsburg hatte davor einige Großchancen ausgelassen, darunter auch Gregoritsch. Der Steirer, der bereits bei sieben Saisontoren hält, traf aus kurzer Distanz nur das Außennetz (82.). Schon zuvor hatte er einen gefährlichen Schuss abgegeben (44.).

Kevin Danso saß bei Augsburg auf der Bank. Valentino Lazaro wurde bei Hertha in der zweiten Hälfte eingewechselt (58.). Die Berliner sind Tabellenzwölfter.

Von: APA/dpa