Koller kann in Dublin auf Alaba bauen

Koller trotz Ausfällen positiv – Alaba für Irland-Spiel fit

Mittwoch, 07. Juni 2017 | 15:52 Uhr

Österreichs Fußball-Teamchef Marcel Koller will sich seinen Optimismus für das richtungsweisende WM-Qualifikationsspiel am Sonntag (18.00 Uhr/live ORF eins) in Irland durch die vielen Ausfälle nicht kaputtmachen lassen. Am Mittwoch musste auch noch Stürmer Marc Janko wegen einer eitrigen Angina abreisen. Topstar David Alaba ist dagegen trotz seiner jüngsten Knieprobleme für Dublin bereit.

“Wir hatten lange, seit ich jetzt hier bin, nicht regelmäßig viele Ausfälle. Jetzt ist es ein bisschen mehr”, sagte Koller am Mittwoch in einer ÖFB-Pressekonferenz in Wien. “Nichtsdestotrotz ist das auch eine Chance für die, die dazugekommen sind.” Der Schweizer hofft auf seine Reservisten. Vor allem in der Offensive ist er zu neuen Varianten gezwungen.

Ob Janko in Irland überhaupt begonnen hätte, spiele laut Koller keine Rolle mehr. Im Sturmzentrum dürfte wie zuletzt im März in der WM-Quali gegen Moldau (2:0) Guido Burgstaller agieren. Wer den gesperrten Marko Arnautovic am linken Flügel ersetzt, ist dagegen völlig offen. Team-Rückkehrer Florian Kainz von Werder Bremen könnte eine Option sein. Dazu kommt ein 3-5-2 als Alternative zum zuletzt praktizierten 3-4-3-System.

“Unser Ziel ist, dass wir auch in der nächsten Einheit noch ein bisschen durchrotieren, um zu sehen, wer könnte welche Position spielen”, sagte Koller über den Aufstellungspoker. Auch die Spieler werden nicht vor Samstagabend Bescheid wissen. Koller: “Es wird wichtig sein, dass wir die Spannung hochhalten, dass wir das Bewusstsein schärfen.”

Die neuen personellen Alternativen gefallen dem Teamchef. Sowohl die Team-Neulinge Konrad Laimer und Kevin Danso als auch die Rückkehrer Florian Klein und Kainz hätten sich in der ersten Woche des Lehrganges gut präsentiert. “Es ist in dem Sinn auch Konkurrenz. Wenn sich einer aufdrängt, der jetzt dabei ist, heißt das für uns, dass wir beim nächsten Mal gut überlegen müssen.”

Vorerst geht es aber nur um Irland. Auf die Bedeutung der Partie für seine eigene Zukunft wollte Koller nicht eingehen. “Es ist ein Spiel, das wir gewinnen wollen. Wenn wir nicht gewinnen, sollten wir zumindest schauen, dass wir einen Punkt mitnehmen. Das ist der Fokus”, erklärte der 56-Jährige. “Alles andere wird sich dann zeigen.” Kollers Vertrag läuft bis Ende der WM-Qualifikation.

Bei einer Niederlage dürfte die WM 2018 in Russland für das ÖFB-Team außer Reichweite sein. Irlands Teamchef Martin O’Neill hält sogar ein Remis in Dublin für die Österreicher für zu wenig. “Das ist seine Rechnung. Er kann so rechnen, wie er will”, sagte Koller darauf angesprochen. “Wir müssen für uns schauen. Das machen wir auch. Es ist eh alles Spekulation. Wir hoffen, dass es für uns diesen Dreier gibt.”

Zuversichtlich stimmt den Schweizer die Situation vor dem EM-Quali-Spiel im Juni 2015 in Russland. Damals waren ebenfalls viele Spieler nach einer Woche Urlaub beim Team eingerückt. Die Trainingsqualität der vergangenen Tage in Stegersbach sei nun aber höher gewesen. “Damals haben wir drei, vier Tage gebraucht.” In Russland gelang dennoch ein vorentscheidender 1:0-Sieg.

Der Goldtorschütze von Moskau fehlt in Dublin. Janko sei am Wochenende bereits mit einer Verkühlung zum Team gekommen. “Das ist schlechter geworden”, sagte Koller. Auch wegen der Ansteckungsgefahr habe man sich dafür entschieden, dass der Goalgetter das Teamhotel in der Wiener Innenstadt verlässt. “Er nimmt ein Antibiotikum. Es war nicht möglich, dass er fit wird.”

Am Vortag hatte 1,96-Meter-Mann Janko noch seinen Transfer vom FC Basel zu Sparta Prag unter Dach und Fach gebracht. Koller begrüßte die Chance für den 33-Jährigen. “Er hat gesagt, er möchte noch zwei, drei Jahre spielen, weil er sich fit fühlt.” Janko müsse sich aber auch bei seinem neuen Club beweisen.

Nur von der Größe seiner Spieler wollte Koller die Aufstellung gegen den körperbetont auftretenden Tabellenzweiten der Gruppe D ohnehin nicht abhängig machen. “Wir wollen nicht das Spiel der Iren annehmen, sondern eher das Spielerische in den Vordergrund stellen.” Damit will man Irland auch auswärts “Schmerzen bereiten”.

Den Plan sollen die Spieler demnächst kennen. Bis Freitag wird noch im BSFZ-Stadion in der Südstadt daran gearbeitet. Koller: “Wir werden alles so vorbereiten, dass wir am Samstag nach Irland fliegen und gewinnen können.”

Von: apa