Deutschlands Philipp Kohlschreiber hält Modus für gewöhnungsbedürftig

Kritik an neuem Tennis-Davis-Cup-Format

Mittwoch, 30. Januar 2019 | 12:38 Uhr

Österreich gegen Chile ist am Freitag und Samstag in Salzburg nur eine von insgesamt zwölf Begegnungen im neuen Tennis-Davis-Cup-Format. Von den 24 Teams der Qualifikation kommen die 12 Sieger ins Finalturnier, das mit insgesamt 18 Nationen vom 18. bis 24. November in der Madrider “La Caja Magica” ausgetragen wird. Auch unmittelbar vor dem Beginn des neuen Davis Cups blieb Kritik nicht aus.

Eine der Partien einer gesetzten Nation gegen einen Außenseiter lautet Deutschland mit u.a. Alexander Zverev gegen Ungarn. “Da stirbt schon irgendetwas vom Davis-Cup-Charakter”, sagte Deutschlands Nummer zwei Philipp Kohlschreiber am Dienstag in Frankfurt am Main zum neuen Format: “Ich glaube, dass der neue Modus für uns alle gewöhnungsbedürftig ist.”

Anders als Zverev wäre Kohlschreiber bereit, im Herbst in Madrid anzutreten, wo es dann um den Titel des traditionsreichen Wettbewerbs geht. “Ich würde es mir anschauen. Ich will einigermaßen neutral dem Ganzen gegenüberstehen. Vielleicht wird es auch ein super-tolles Event”, sagte der 35-Jährige. “Wir sind uns auch im Klaren, dass der Termin komisch ist. Da ist eigentlich für jeden Urlaub angesagt.” Der Weltranglisten-Dritte Zverev hatte mehrfach bekräftigt, dass ihm die Finalwoche nicht passt, weil die Erholungszeit bis zur neuen Saison zu knapp wird.

Im vergangenen August war beschlossen worden, das System mit vier übers Jahr verteilten Runden und Heim- und Auswärtsspielen – abgesehen von der ersten Runde – abzuschaffen. Die Investmentfirma Kosmos um den spanischen Fußballer Gerard Pique (Barcelona) hatte für 25 Jahre drei Milliarden Dollar (2,63 Mrd. Euro) für den Wettbewerb garantiert.

Deutliche Kritik äußerte nun auch Australiens Davis-Cup-Teamchef Lleyton Hewitt. Das neue Format sei “lächerlich”, schimpfte der frühere Weltranglisten-Erste in Adelaide, wo die als Nummer 3 gesetzten “Aussies” Bosnien-Herzegowina empfangen. Jetzt habe ein spanischer Fußballer das Sagen, “was so ist, als würde ich Dinge bei der Champions League verändern wollen”, schimpfte Hewitt. “Er weiß nichts über Tennis.”

Von: APA/Ag./dpa

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