Firmenchef Stefan Pierer hofft auf "einstellige" Platzierungen

KTM präsentierte sein bisher größtes WM-Team

Dienstag, 12. Februar 2019 | 17:30 Uhr

Vier Wochen vor dem Start der Motorrad-Weltmeisterschaft 2019 hat KTM sein bisher größtes Grand-Prix-Team vorgestellt. Neun Werksfahrer samt Motorrädern wurden am Dienstag in der Stadthalle Mattighofen im Beisein des neuen FIM-Präsidenten Jorge Viegas präsentiert, auch die auf vier RC16 erweiterte Kampagne in der Königsklasse MotoGP. Firmenchef Stefan Pierer hofft auf “einstellige” Platzierungen.

Um vom Innviertel aus möglichst bald WM-Titel auch in der Top-Kategorie zu erobern, hat der österreichische Motorrad-Hersteller KTM 2019 den weiterhin orangefarbenen Werksteams in der MotoGP und Moto2 jeweils “blauere” Tech3-Teams zur Seite gestellt. Und damit eine Struktur aufgebaut, die jener von Red Bull Racing und dessen Junior-Team Toro Rosso in der Formel 1 ähnelt.

Im MotoGP-Werksteam fährt weiterhin der erfahrene Spanier Pol Espargaro, zweiter Fahrer ist der von Yamaha kommende Neuzugang Johann Zarco, ein ehemaliger Moto2-Champion. Zarco ist der erfolgreichste Franzose im GP-Sport. Im Tech3-Team von Herve Poncharal sind der Portugiese Miguel Oliveira sowie Hafizh Syahrin aus Malaysia die Piloten.

In der Moto2 besteht das Werksteam aus den Fahrern Brad Binder (RSA) und Jorge Martin (ESP), Piloten des Tech3-Teams sind der Deutsche Philipp Öttl und der Italiener Marco Bezzecchi. In der Moto3 liegen die Hoffnung auf dem erst 15-jährigen Türken Can Öncu, der im Vorjahr sensationell in Valencia gewonnen hat. In diesen Kategorien leitet weiterhin der Finne Aki Ajo die KTM-Einsätze.

KTM war 2012 in den Straßenrennsport zurückgekehrt und engagiert sich seit 2017 auch vollinhaltlich in der MotoGP. Obwohl Espargaro bereits beim Saisonfinale 2018 in Valencia der erste Podestplatz geglückt ist, will man bei den Oberösterreichern den Dingen nicht vorgreifen. “Wir sind in der MotoGP immer noch Beginner und befinden uns im dritten Jahr eines Fünfjahresplans”, sagte Pierer bei der Präsentation. “Am Ende wollen wir aber gewinnen und WM-Titel holen.”

Dafür wirft man bei KTM laut Pierer mittlerweile 40 Millionen Euro sowie 180 Mitarbeiter alleine in der MotoGP in die Schlacht. Dank der zusätzlichen werksunterstützten KTM-Teams erhofft man sich vor allem große Entwicklungsschritte. Jeweils vier gleichwertige Motorräder mit unterschiedlichen Fahrern sollen wertvolle Daten liefern.

Während KTM in der Moto2 und Moto3 um die Titel kämpft, geht in der “Königsklasse” MotoGP die Aufholjagd gegenüber Honda, Ducati und Co weiter. “Für uns ist das jetzt aber ein weiterer Meilenstein. Wir gehen All-In”, sagte Pierer. 2019 verfügt man über deutlich mehr Erfahrung auch auf dem Fahrersektor. Denn die vier MotoGP-Piloten bringen insgesamt drei WM-Titel, 39 GP-Siege und 92 Podestplätze mit.

Neben Mika Kallio hat man auch den ehemaligen GP-Piloten Dani Pedrosa engagiert, der von Honda bemerkenswerter Weise sofort nach dem Karriere-Ende frei gestellt worden ist. Der zweifache Vize-Weltmeister aus Spanien fehlte allerdings bei den jüngsten Testfahrten in Sepang, weil er sich beim Schultern einer Reisetasche das Schlüsselbein gebrochen hat. Die Erfahrung des langjährigen Schützlings von KTM-Teammanager Mike Leitner ist fast unbezahlbar.

Bei den jüngsten Testfahrten in Malaysia hatte die schnellste RC16 offiziell zwar fast 1,5 Sekunden Rückstand. Inoffiziell aber nur fünf Zehntel, weil dort Ducati auch auf schnelle Einzelrunden gegangen war.

Hauptpartner der KTM-Teams ist weiterhin Red Bull. Dessen Motorsport-Head Thomas Überall machte bei der Präsentation klar, dass man sich wie in der Formel 1 WM-Titel in der “Königsklasse” erhofft. “Wir haben es schon auf vier Rädern bewiesen und tun gerade was Gleiches in der MotoGP”, bezog sich der Tiroler auf die neue Zwei-Team-Struktur. “Das garantiert hoffentlich Erfolg in der Zukunft und bringt uns möglichst bald auch den ersten WM-Titel auf zwei Rädern.”

Die Straßen-Motorrad-WM 2019 beginnt am 10. März in Katar und umfasst 19 Rennen. Vor dem Start stehen noch weitere Testfahrten an. Als elfter Grand Prix gastiert die MotoGP am 11. August auf dem Red Bull Ring in Spielberg in Österreich.

Von: apa

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