Der Sieg ging an den Schweden Matts Olsson

Kurssetzung bei Parallel-RTL beflügelte Hirscher diesmal

Dienstag, 19. Dezember 2017 | 10:50 Uhr

Marcel Hirscher hat sich mit dem dritten Platz im Parallel-Riesentorlauf in Alta Badia am Montag mit dem Format versöhnt. “Sehr unerwartet” sei die Platzierung, die er nicht zuletzt auf die Kurssetzung zurückführte. “Es waren ein bisschen mehr Kurven, und dann kann man ein bisschen mehr Tempo machen als Techniker”, sagte der Ski-Superstar und freute sich über 60 Punkte für den Gesamtweltcup.

“Im Parallelbewerb kann jeder jeden schlagen”, hatte Hirscher-Vater Ferdinand zu Mittag im Mannschaftshotel der Österreicher gemeint. Am Ende standen nur Technikexperten an der Spitze. Der Sieg ging an den Schweden Matts Olsson, der seinen ersten Weltcup-Erfolg feierte. Vor Hirscher schob sich Henrik Kristoffersen auf den zweiten Platz, der damit auch die Gesamtführung übernahm. Elf Punkte liegt der Norweger vor Hirscher.

“Meine Präferenzen liegen in einer drehenderen Kurssetzung. Ich glaube, das ist der Grund, warum Henrik und ich das erste Mal bei diesem Parallel-Riesentorlauf besser waren als in den letzten Jahren”, betonte Hirscher. Auch Kristoffersen hatte wie er bisher kein Glück mit dem Event gehabt. Hirscher war in Alta Badia zuvor zweimal in der Auftaktrunde ausgeschieden.

“Ich finde den Bewerb so interessanter. Ich weiß es nicht, aber das ist meine Meinung. Es heißt nicht, dass das andere schlechter ist”, betonte Hirscher, der denselben Ski verwendete wie bei seiner Siegesfahrt am Sonntag im Riesentorlauf. “Der ist gestern ordentlich gegangen, und wir haben auch aufgepasst, dass er nicht weggekommen ist.”

Nach einem freien Tag am Dienstag wird der Annaberger nun zwei Tage Slalom trainieren, um sich auf das Nachtrennen in Madonna di Campiglio am Freitag vorzubereiten. Dort hatte er sich in den vergangenen beiden Jahren Kristoffersen geschlagen geben müssen.

Im Februar wird der Team-Event in Südkorea erstmals olympisch sein und als Parallel-Slalom ausgetragen werden. Hirscher kann sich einen Start durchaus vorstellen: “Wenn ich keine Medaille für mich gewinnen sollte, wäre es eine gute Möglichkeit, wenn mir das Team etwas hilft.” Kristoffersen hingegen schloss einen Start für sich aus, da er sich auf Slalom und Riesentorlauf konzentrieren wolle.

Der Norweger kritisierte bei der Pressekonferenz auch die Punktevergabe des Ski-Weltverbandes (FIS) für den Bewerb. “Es ist ein cooles Rennen, aber es sollte nicht so viel wert sein wie eine Abfahrt oder ein Slalom”, dozierte Kristoffersen. “Es wäre etwas anderes, wenn man eine Art Vierschanzentournee macht, die für sich steht.”

Die Debütanten im ÖSV-Team bewerteten das Flutlichtrennen als spannende Sache. Matthias Mayer scheiterte im Achtelfinale an Kristoffersen, nachdem er sich zu Beginn im Österreicher-Duell gegen Roland Leitinger durchgesetzt hatte. “Ich finde es lässig, das passt gut. Das Starten habe ich auch das erste Mal gemacht”, sagte der Abfahrts-Olympiasieger, der als Zwölfter zweitbester Österreicher war. “Schade, dass es beim Kristoffersen nicht mehr geklappt hat. Lieber hätte ich den rausgehaut als den Leiti.”

Stefan Brennsteiner hoffte, dass sein erstes nicht sein letztes Mal bleibt. “Es macht Spaß eigentlich. Du musst voll da sein, da wird jeder Fehler gnadenlos bestraft”, erläuterte der Salzburger, der als 16. gewertet wurde. Für Brennsteiner, am Sonntag im Spezial-Riesentorlauf 13., war es ein durchwegs positives Wochenende. “Gestern war es sehr cool. Trotzdem haben wir noch einiges an Arbeit, wenn ich den Rückstand auf den Marcel sehe. Aber da bin ich nicht der Einzige”, resümierte der 26-Jährige.

“Es ist Dynamik drin, die Sprünge, alles schaut für das Publikum gut aus”, berichtete Leitinger. “Nur bin ich jetzt schon das zweite Jahr in der ersten Runde ausgeschieden, und heute war es brutal knapp.” Der Riesentorlauf-Vizeweltmeister, der 17. wurde, wollte vor Weihnachten noch bei den zwei Europacup-Super-G auf der Reiteralm starten. “Um mir vielleicht eine zweite Disziplin zu erarbeiten und generell für Trainingszwecke. Der Speed aus dem Super-G ist für den Riesentorlauf sehr förderlich”, erklärte Leitinger.

Von: apa