Kvitova leidet noch immer an den Folgen des Überfalls

Kvitova hat ihren Angreifer auf Polizeifotos sofort erkannt

Mittwoch, 06. Februar 2019 | 12:55 Uhr

Die zweifache Wimbledon-Siegerin Petra Kvitova, die zuletzt bei den Australian Open das Endspiel erreicht hatte, hat am Dienstag bei einem Prozess gegen ihren Angreifer vom Dezember 2016 ausgesagt und dabei Details der Attacke preisgegeben. Sie habe das Messer des Kriminellen mit bloßer linker Hand von ihrem Hals weggedrückt und dabei schwere Verletzungen erlitten.

Zu diesem Zeitpunkt habe sie keine Schmerzen empfunden, erzählte sie im Verfahren gegen den 33-jährigen Angeklagten. Kvitova saß bei ihrer Aussage in einem Gericht in Brno in einem separaten Raum, um ihr die direkte Konfrontation mit dem Verdächtigen zu ersparen. Der Mann habe um 8.30 Uhr früh an ihrer Wohnung angeläutet, und sich als Handwerker ausgegeben, der das Heißwasser-System in der Wohnung überprüfen müsse.

“Er hat mich gebeten, das heiße Wasser aufzudrehen, und in diesem Moment hatte ich ein Messer an meinem Hals. Ich habe es mit beiden Händen angegriffen und die Schneide mit der linken Hand gehalten”, sagte Kvitova aus. Es sei ihr gelungen, das Messer auf den Boden zu werfen. “Da war überall Blut.”

Erst als sie ihm Geld angeboten hat, ist der Angreifer mit zehntausend Kronen (rund 388 Euro) verschwunden. Sämtliche Finger an ihrer linken (Tennis-Schlag-)Hand seien geschnitten gewesen. “Bis heute ist die Mobilität nicht 100 Prozent. Ich habe an den Spitzen des Daumens und Zeigefingers kein Gefühl.” Als ihr die Polizei Fahndungsfotos vorgelegt hat, habe sie den Mann sofort erkannt. “Ich habe es sofort gewusst. Hauptsächlich habe ich mich an seine Augen erinnert.”

Der Verdächtige könnte zu einer Strafe bis zu 12 Jahren verurteilt werden. Kvitova war im Mai 2017 auf die WTA-Tour zurückgekehrt und hat dieses Comeback 18 Monate später mit dem Finaleinzug in Melbourne gekrönt.

Von: APA/ag.

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