Keine Punkte für Leipzig

Leipzig droht nach nächster Auswärts-Niederlage CL-Out

Donnerstag, 02. November 2017 | 10:57 Uhr

Nach der dritten Niederlage in acht Tagen trat die Delegation von RB Leipzig frustriert die Heimreise von einem erneut punktlosen Champions-League-Trip an. Als hätte das bittere 1:3 beim FC Porto am Mittwoch nicht gereicht, musste der Rückflug am Donnerstag auch noch um rund drei Stunden verschoben werden: Laut Reiseveranstalter war der Co-Pilot der Chartermaschine erkrankt.

Der Laune von RB-Trainer Ralph Hasenhüttl dürfte die ungewollte Planänderung kaum zuträglich gewesen sein. Er haderte noch lange nach der Niederlage mit den Unachtsamkeiten bei Standardsituationen, durch die seine Mannschaft das so dringend benötigte Remis gegen die Portugiesen verspielte. “Das dürfen wir auf die Art und Weise nicht aus der Hand geben”, sagte der 50-jährige Steirer. Es sei Wahnsinn, dass sein Team nach all dem Aufwand nichts Zählbares mitnehme.

Eine Woche nach dem Pokal-Aus gegen den FC Bayern im Elfmeterschießen und vier Tage nach dem 0:2 in der Meisterschaft in München setzte die zweite Champions-League-Niederlage in der Fremde ihm und seinen Spielern schwer zu. “Wir haben drei verdammt harte Spiele hinter uns. Momentan bekommen wir nicht das, was wir uns eigentlich verdient haben”, sagte Hasenhüttl. “Drei Niederlagen in so kurzer Zeit sind nicht einfach, das tut weh”, gab ÖFB-Teamspieler Marcel Sabitzer zu.

Sein Pass auf Timo Werner und das erste Tor des deutschen Nationalspielers seit über einem Monat hatte RB nach einem frühen 0:1-Rückstand zunächst wieder in eine sehr gute Ausgangsposition in Gruppe G gebracht. “Wir haben gezeigt, wie es geht, umso bitterer ist es, dass wir wieder in Rückstand geraten sind”, sagte Hasenhüttl. Ein Tor, das für den Österreicher aus Abseitsposition erzielt wurde, und ein Treffer in der Nachspielzeit besiegelten aber die zweite Niederlage des Vereins auf höchster europäischer Club-Ebene.

Die Konsequenz ist aus Leipziger Sicht bitter. In den letzten zwei Runden müssen drei Punkte auf den FC Porto aufgeholt werden, weil der 27-fache portugiesische Meister auch das direkte Duell für sich entschieden hat. In drei Wochen geht es auswärts gegen Schlusslicht Monaco. “Vielleicht passt dann alles zusammen”, meinte Hasenhüttl.

Währen die Leipziger noch um den Aufstieg bangen, lösten Manchester City und Tottenham vorzeitig das Achtelfinal-Ticket. Die “Spurs” qualifizierten sich dank eines beeindruckenden 3:1 im Wembley-Stadion gegen Titelverteidiger Real Madrid. “Wir gehören jetzt zu den besten Mannschaften Europas”, jubelte Trainer Mauricio Pochettino.

Für die Madrilenen hingegen setzte es nach dem 1:2 am Sonntag in der Liga bei Girona den nächsten Tiefschlag. Dennoch wollte Cristiano Ronaldo nichts von einer Krise hören. “Man kann nicht immer auf Top-Level spielen. Es gibt eben gute und schlechte Phasen”, erklärte der Portugiese. “Wir könnten drei, vier oder fünf Spiele hintereinander verlieren und ich würde trotzdem nicht glauben, dass wir in einer Krise sind. Entscheidend ist, was im Finish der Saison passiert”, betonte der 32-Jährige, der das Ehrentor für seinen Club erzielte und damit bei 111 Champions-League-Treffern hält.

Auch Sergio Aguero stellte am Mittwoch wieder seine Goalgetter-Qualitäten unter Beweis. Der Argentinier markierte beim 4:2-Auswärtserfolg von Manchester City gegen Napoli sein 178. Pflichtspiel-Tor für den Club und ist damit alleiniger Rekordschütze der “Citizens”. “Ich bin unglaublich glücklich, das ist ein einzigartiger Moment für mich”, sagte der Stürmer. Von seinem Trainer Josep Guardiola wurde er als “echte Legende” bezeichnet.

Der Katalane sprach aber auch der gesamten Mannschaft ein Sonderlob aus. “Das war vielleicht der beste Gegner, auf den ich in meiner ganzen Karriere getroffen bin. Napoli hat uns in den ersten 20 Minuten massakriert, aber ich bin froh, wie meine Spieler reagiert haben”, erklärte Guardiola.

Sein Team gewann als erster englischer Club überhaupt in Napolis Stadio San Paolo und fügte dem in der Liga noch ungeschlagenen Serie-A-Spitzenreiter die erste Heimniederlage nach einem halben Jahr zu. Außerdem steht die Bilanz von City seit der bisher letzten Pflichtspiel-Schlappe im April bei 19 Siegen und 3 Remis. “Wir haben der im Moment wahrscheinlich besten Mannschaft der Welt große Probleme bereitet”, resümierte Napoli-Trainer Maurizio Sarri.

Von: APA/dpa/ag.

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