PSG gegen Basaksehir wurde nach Rassismus-Vorwürfen abgebrochen

Leipzig in CL nach 3:2 weiter – Rassismus-Skandal in Paris

Mittwoch, 09. Dezember 2020 | 00:05 Uhr

RB Leipzig hat sich am Dienstagabend ein Achtelfinal-Ticket in der Fußball-Champions-League gesichert. Der deutsche Bundesligist feierte im Schlager der Gruppe H gegen Manchester United einen 3:2-Heimerfolg und hängte die Engländer in der Tabelle noch um drei Punkte ab. Der Gruppensieg stand noch nicht definitiv fest, da die Parallel-Partie von Paris St. Germain gegen Istanbul Basaksehir nach einem Rassismusvorfall des 4. Offiziellen abgebrochen wurde.

Sie soll am Mittwoch um 18.55 Uhr fortgesetzt werden. Das bestätigte die UEFA am Dienstagabend kurz vor Mitternacht. Zum Einsatz kommen soll ein neues Schiedsrichter-Team, nachdem es am Dienstag in der Anfangsphase einen Rassismus-Vorfall gegeben hatte. Eine Untersuchung dazu wurde laut UEFA-Angaben bereits eingeleitet. “Rassismus und Diskriminierung in jeglicher Form haben keinen Platz im Fußball”, betonte die UEFA.

Auf harte Sanktionen hofft auch der türkische Präsident. “Ich verurteile die rassistischen Äußerungen gegen Pierre Webo auf das Schärfste und bin zuversichtlich, dass die UEFA die notwendigen Maßnahmen ergreifen wird”, erklärte Recep Tayyip Erdogan auf Twitter.

Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann bekam die Vorfälle nur aus der Ferne mit. Er habe während des eigenen Spiels gegen Manchester United zunächst nur gehört, dass es um “Beleidigungen geht”, sagte Nagelsmann. “Das verurteile ich aufs Schärfste. Wir leben in einer bunten Gesellschaft, das ist auch gut so. So etwas sollte nicht passieren, nicht auf dem Fußballplatz und auch sonst nirgendwo.”

Für den Aufstieg hat das Duell keine Auswirkung mehr, da im Falle einer PSG-Niederlage bei Punktegleichheit mit ManUnited der bessere direkte Vergleich für die Franzosen den Ausschlag geben würde.

In Pool F reichte Lazio Rom ein 2:2 gegen Club Brügge, um sich die zweite Aufstiegs-Karte neben Gruppensieger Borussia Dortmund zu sichern. Beim 2:1-Auswärtssieg der Deutschen bei Zenit St. Petersburg avancierte Youssoufa Moukoko ab der 58. Minute mit 16 Jahren und 18 Tagen zum jüngsten Spieler in der CL-Geschichte. Der Jungspund löste damit Celestine Babayaro ab, der 1994 im Anderlecht-Dress in Bukarest mit 16 Jahren und 87 Tagen gespielt hatte.

In der Gruppe G sicherte sich Juventus Turin mit einem 3:0-Erfolg beim FC Barcelona noch Rang eins, hatte nach dem Hinspiel-0:2 knapp das bessere Ende für sich. Hauptverantwortlich dafür war Superstar Cristiano Ronaldo mit einem Elfmeter-Doppelpack (13., 52.) und seinen CL-Toren Nummer 133 und 134. Der dritte Treffer ging auf das Konto von Weston McKennie (20.).

Die Leipziger starteten wie aus der Pistole geschossen, Angelino traf nach idealer Vorarbeit von Marcel Sabitzer schon nach 1:49 Minuten und markierte damit das schnellste Tor der Leipziger in der “Königsklasse”. Auch beim zweiten Treffer hatte der ÖFB-Teamspieler seine Füße im Spiel, bediente Angelino, dessen Flanke der Ex-Salzburger Amadou Haidara (13.) mit einem Volleyschuss im Netz unterbrachte. Tor Nummer drei von Willi Orban (29.) wurde zurecht wegen Abseits nicht anerkannt.

In der 69. Minute machte “Joker” Justin Kluivert vermeintlich alles klar. In der Schlussphase kam bei den Hausherren aber noch einmal das große Zittern, da Bruno Fernandes (80./Elfmeter) und Paul Pogba (82.) für die Engländer trafen. Der Ausgleich fiel allerdings nicht mehr. Deshalb glückte die Revanche für die 0:5-Pleite in Manchester.

Dieses Ergebnis wurde am Ende sicher auch von der UEFA positiv aufgenommen, da dadurch der Ausgang von Paris gegen Istanbul für die Tabelle keine Auswirkung mehr hat. Das Duell wurde nach nicht einmal einer Viertelstunde abgebrochen. Die Türken weigerten sich weiterzuspielen, nachdem Assistenztrainer Pierro Webo von Schiedsrichter Ovidiu Hategan ausgeschlossen wurde. Grund war aber nicht die Rote Karte, sondern ein Rassismus-Vorfall. Der vierte Offizielle Sebastian Coltescu hatte den Kameruner im Rahmen der Aktion gut hörbar als “Negro” bezeichnet.

Webo war dadurch genauso außer sich wie Spieler Demba Ba, der den Referee zur Rede stellte. Nach minutenlangen Diskussionen verließen beide Teams den Platz. Kurze Zeit wurde darüber spekuliert, dass die Partie fortgesetzt werden könnte, daraus wurde am Ende aber nichts. Scheinbar weigerten sich die Türken, wieder auf das Feld zurückzukehren.

Von: apa