Trainer Hasenhüttl hofft auf einen guten Ligastart

Leipzig will in deutscher Bundesliga Fuß fassen

Dienstag, 23. August 2016 | 11:57 Uhr

Im Cup ausgeschieden, in der Liga reüssiert: Der steirische Coach Ralph Hasenhüttl hofft nach dem bitteren Aus in der ersten DFB-Cup-Runde gegen Dynamo Dresden darauf, dass die Premierensaison mit Aufsteiger RB Leipzig in der deutschen Fußball-Bundesliga genauso verläuft wie jene mit Ingolstadt 2015/16. Da hatte es für den damaligen Aufsteiger mit 40 Punkten Rang elf gegeben.

Die Leipziger waren vor dem Cup-Aus im Elfmeterschießen ungeschlagen durch die Vorbereitung gekommen. Das macht Mut für den Start ins Bundesliga-Abenteuer. “Wir als Mannschaft haben uns keine Ziele wie Tabellenplatz oder Punkte gesetzt, weil es nichts bringt. Wir versuchen Fuß zu fassen in der Liga, das wird schwer genug”, sagte Defensivspieler Stefan Ilsanker.

Wichtig sei es, den eigenen Fußball weiter zu festigen. “Ich denke, wenn wir die Sachen, die wir bei den Topspielen in der zweiten Liga schon gut umgesetzt haben, auch in der ersten Liga umsetzen, dann sind wir absolut wettbewerbsfähig”, blickte Ilsanker optimistisch voraus. Der ÖFB-Teamkicker ist vorerst in der Innenverteidigung gesetzt, genauso wie Marcel Sabitzer in der Offensive.

Beide haben mit dem Aufstieg die nächste Stufe auf der Karriereleiter erreicht, dürfen sich erstmals außerhalb von Österreich in einer ersten Liga beweisen. “Beide haben absolut das Zeug für die Bundesliga”, betonte Sportdirektor Ralf Rangnick.

Die Vorfreude ist groß, bei Ilsanker auch die Hoffnung, dass ihm Stars wie Robert Lewandowski oder Pierre-Emerick Aubameyang nicht um die Ohren laufen. “Natürlich freue ich mich brutal auf so große Namen und Weltstars, dass ich mich mit denen messen darf. Es ist schon richtig geil, aber auf der anderen Seite harte Arbeit, denn von denen wird jeder Fehler gnadenlos bestraft”, weiß Ilsanker.

Er will persönlich noch einen Schritt nach vorne machen. “Ich bin auf einem guten Weg und jetzt gilt es in einer Topliga zu bestätigen, dass ich auch da mithalten kann”, sagte der Salzburger. Im ÖFB-Nationalteam habe er das bereits in Duellen mit Stars wie Neymar, Zlatan Ibrahimovic oder Cristiano Ronaldo unter Beweis gestellt. “Jetzt gilt es das Woche für Woche zu bestätigen und dann wird man sehen, ob mich das noch einmal auf ein anderes Level bringt”, sagte Ilsanker.

Als erste Prüfung wartet am Sonntag (17.30) das Gastspiel bei 1899 Hoffenheim. “Unser Startprogramm hätte leichter sein können, deshalb ist es wichtig, in Hoffenheim gleich zu punkten”, gab Rangnick die Marschroute vor. Danach wartet das Heimspiel gegen Borussia Dortmund, gefolgt vom Gastspiel in Hamburg und der Heimpartie gegen Gladbach. Der Deutsche erwartet sich keinen Fehlstart, sollte es dazu kommen, würde man aber ruhig bleiben. “Gladbach hatte letztes Jahr fünf Niederlagen in Serie und ist nachher noch Vierter geworden”, erinnerte Rangnick.

Neben der Ligapremiere am Wochenende fiebern die Leipziger auch dem Heimdebüt am 10. September entgegen. Der Dauerkartenverkauf wurde bei 20.000 gestoppt, das Duell mit dem BVB in der 42.959 Sitzplätze fassenden Red-Bull-Arena hätte laut Ilsanker “dreimal ausverkauft” werden können. “Die Nachfrage ist riesengroß, die Euphorie ist riesengroß. Wir haben unglaublich tolle Fans, ich nehme an, dass jedes Heimspiel ausverkauft sein wird”, sagte der ÖFB-Teamkicker voller Vorfreude.

Die großen Highlights werden trotzdem auswärts stattfinden. “Ich freue mich riesig darauf, in Dortmund vor über 80.000 zu spielen, in München, auf Schalke, das werden unglaublich geile Spiele werden”, meinte Ilsanker. Im Titelkampf hat er neben den Bayern und Dortmund auch Leverkusen auf der Rechnung.

Imponiert hat ihm zuletzt die Entwicklung von Mainz, das vergangenes Jahr lange um einen Champions-League-Platz kämpfte, am Ende Sechster wurde. “Das zeigt, wie eng die Liga ist, was möglich ist. Auf der anderen Seite sieht man bei Clubs wie Bremen oder Stuttgart, dass man mit einem schlechten Jahr schnell gegen den Abstieg spielt.”

Das 2009 in einer Kooperation mit dem SSV Markranstädt in der fünften Liga gestartete Projekt “RB Leipzig” ist am vorläufigen Höhepunkt angelangt. Angefeindet wird der Club von vielen Seiten nach wie vor. “Dass einem in den gegnerischen Stadien natürlich nicht der rote Teppich ausgerollt wird, ist klar”, rechnet Ilsanker mit der ein oder anderen Verbalattacke. In Dresden blieb es zuletzt nicht bei verbalen Angriffen, Anhänger warfen da einen abgetrennten Bullen-Kopf aus dem Sektor auf den Boden, um offenbar gegen Red Bull zu protestieren.

Von: apa

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