Peter Stöger: Vom Erfolgs- zum Unglückstrainer

Letzte Ausfahrt Gelsenkirchen für Stöger?

Freitag, 01. Dezember 2017 | 15:04 Uhr

Vieles deutet darauf hin, dass Peter Stöger bei einer Niederlage des 1. FC Köln am Samstag (18.30 Uhr) auf Schalke als Trainer des deutschen Fußball-Bundesligisten beurlaubt wird. Der 51-jährige Wiener gibt sich den höchst widrigen Umständen zum Trotz äußerlich unbeugsam. “Es ist meine Aufgabe, die Dinge, so lange es möglich ist, positiv zu gestalten”, sagte Stöger.

Was bleibt, ist Zweckoptimismus. Stöger, der von der Vereinsführung eine klare Aussage über seine Zukunft gefordert hat, sagte vor dem Auftritt in der Gelsenkirchener Arena, sein Team und er würden versuchen, noch einmal Hoffnung aufkommen zu lassen: “Das ist Ansporn genug. Wir wollen gewinnen.”

Mut kann Stöger aus der Statistik schöpfen. Die besagt, dass Köln zuletzt dreimal in Folge auf Schalke gewonnen hat. Alles andere als ein vierter Sieg wäre fatal – für Stöger selbst und für den FC. Der Abstand des Tabellenletzten auf Relegationsplatz 16 beträgt schon jetzt neun Punkte, die Tordifferenz von minus 21 ist gleichfalls miserabel.

Die Aufgabe, die Stöger seiner durch Verletzungen geschwächten Mannschaft stellt, ist gewaltig: “Etwas Außergewöhnliches auf dem Platz zu zeigen.” Stöger ist sich eines Fakts aber auch bewusst: “Die Schalker machen es momentan richtig gut, das ist sehr beeindruckend.” Das jüngste 4:4 im Derby bei Borussia Dortmund nach 0:4-Rückstand und Platz drei nötigen dem FC-Coach größtmöglichen Respekt ab.

Stögers Schalker Kollege Domenico Tedesco warnt trotz allem vor dem angeschlagenen Gegner: “Es wäre fahrlässig zu glauben, dass wir die Kölner nach der Partie in Dortmund im Vorbeigehen schlagen.” Der FC habe deutlich mehr Qualität, als die Tabelle aktuell vermuten lasse. Tedesco kann auf die beiden ÖFB-Legionäre Guido Burgstaller und Alessandro Schöpf setzen, Stürmer Burgstaller wird wohl wie zuletzt in der Anfangself stehen.

So etwas wie ein Endspiel steht laut einigen deutschen Medien auch Dortmund-Trainer Peter Bosz bevor. Munter wird schon über mögliche Nachfolger diskutiert, Übergangslösungen mit Armin Veh, Horst Hrubesch oder Ex-BVB-Kapitän Sebastian Kehl werden gehandelt. “Ich habe bei kleineren Vereinen angefangen und dort auch mal gegen den Abstieg gespielt. Das war schlimmer für mich”, bemühte sich der Niederländer vor dem Auswärtsmatch bei Bayer Leverkusen um Gelassenheit.

Während Bayers Trend unter Heiko Herrlich mit acht Spielen ohne Niederlagen deutlich nach oben zeigt, stürzte der BVB nach dem Sturm an die Tabellenspitze im September gnadenlos ab. In einer Tabelle der vergangenen sechs Spieltage ist Dortmund mit zwei Punkten Vorletzter vor Köln. Die Tatsache, dass schon am Mittwoch bei Real Madrid das nächste Spiel ansteht, spricht allerdings dafür, dass die Schonfrist von Bosz noch einmal verlängert wird, und gegen eine Panikreaktion.

Hinter dem Einsatz von David Alaba beim Heimspiel von Bayern München gegen Hannover 96 mit Martin Harnik steht noch ein Fragezeichen. Trainer Jupp Heynckes wollte noch das Training am Freitagnachmittag abwarten, sagte er bei der Pressekonferenz. Alaba laborierte zuletzt an Rückenproblemen.

Die Bayern wollen nach der 1:2-Niederlage bei Mönchengladbach eine neue Serie starten. Die Bilanz gegen Hannover spricht klar für den Rekordmeister: Von den insgesamt 27 Bundesliga-Gastspielen beim FCB konnten die Niedersachsen lediglich eines gewinnen. Dem stehen 24 Siege der Bayern und zwei Unentschieden gegenüber. “96 ist fulminant in die Saison gestartet. Es ist eine Mannschaft, die unbequem ist und einen gepflegten Fußball nach vorne spielt”, meinte Heynckes.

Von: APA/dpa

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