Liverpool brauchte letztlich gegen Roma etwas Glück für den Finaleinzug

Liverpool gibt Comeback im CL-Finale: “Klingt verrückt”

Donnerstag, 03. Mai 2018 | 12:02 Uhr

2016 Finalist der Europa League, 2018 Endspiel-Teilnehmer in der Champions League: Liverpool hat unter Coach Jürgen Klopp den Sprung zurück zu einer absoluten Topadresse im Weltfußball geschafft. Nach dem Aufstieg gegen die AS Roma soll als Krönung am 26. Mai in Kiew im Duell mit Titelverteidiger Real Madrid der Titel folgen. Es wäre der erste der “Reds” in der “Königsklasse” seit 2005.

“Wir haben noch eine Aufgabe zu erledigen. Das Finale zu erreichen ist schön, aber es zu gewinnen, ist noch schöner. Real hat die meiste Erfahrung in diesem Bewerb, aber wir werden wirklich brennen”, sagte Klopp. Für ihn persönlich ist es das zweite CL-Endspiel, 2013 hatte er noch mit Borussia Dortmund (1:2 gegen Bayern) den Kürzeren gezogen.

Mit Liverpool unterlag er im Europa-League-Finale 2016 dem FC Sevilla (1:3). In dem Jahr hatte es auch im englischen Ligacup-Finale gegen Manchester City (1:3 im Elferschießen) eine Niederlage gesetzt. Finalanlauf Nummer drei mit Liverpool soll nun von Erfolg gekrönt sein. Für den Club wäre es das Ende einer Durststrecke, der letzte Titelgewinn liegt mit dem Ligacup-Sieg 2012 lange zurück. In der “Königsklasse” (inklusive Meistercup) holte man in sieben Endspielen gleich fünf Titel, darunter auch einen 1981 gegen den Bewerb-Rekordsieger Real.

Die Semifinal-Hürde nahm Liverpool souveräner als Real, das sich am Dienstag gegen Bayern weitergezittert hatte. Nach dem furiosen Heim-5:2 konnte man sich am Mittwoch eine 2:4-Pleite in Rom erlauben. Wirklich eng wurde es insgesamt nicht mehr, da die letzten beiden Tore von Radja Nainggolan (86., 94./Elfmeter) erst spät fielen. Fixiert wurde dadurch die erste CL-Niederlage in der laufenden Saison des Traditionsvereins aus dem Nordwesten Englands, die in dem Fall zu verschmerzen war.

“7:6, das ist einfach unglaublich. Es war spannender, als ich es gewollt hatte”, resümierte Klopp. Die Gegentreffer seien “wie Zahnweh. Das braucht kein Mensch”, fügte der Ex-BVB-Trainer hinzu. Sein Team habe im Stadio Olimpico erstmals in dieser CL-Saison nicht das volle Leistungsniveau abrufen können. “Deshalb haben wir auch Glück benötigt”, so der 50-Jährige, der betonte, dass es für die meisten seiner Jungs das erste Semifinale war. “Da ist es normal, dass auch Nervosität dabei ist.”

Dank der Tore des Ex-Salzburgers Sadio Mane zum 1:0 (9.) und Georginio Wijnaldum zum 2:1 (25.) waren die Weichen für den Aufstieg aber schon früh gestellt. “Wir waren über zwei Spiele die bessere Mannschaft”, meinte Liverpool-Tormann Loris Karius. Das sah auch Klopp so: “Wir sind zu 100 Prozent der verdiente Aufsteiger.”

Der überzeugte in der laufenden Saison vor allem mit seinem Offensivspiel. Mit Mohamed Salah, Roberto Firmino (je 10), die beide am Mittwoch leer ausgingen, und Mane (9) stellt Liverpool drei der vier besten Torschützen im Bewerb. Nur Reals Cristiano Ronaldo (15) hat öfter getroffen.

Den Real-Superstar gilt es in Kiew in Schach zu halten. “Wir fahren nach Kiew. Es klingt verrückt, aber es ist wahr”, war Klopp überglücklich. Überglücklich will der Deutsche auch nach dem Spiel am 26. Mai sein. “Wir werden uns gut vorbereiten, hinfliegen und unser Bestes geben”, verlautete Liverpools Trainer.

Von: APA/dpa/ag.

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!


wpDiscuz