Lyon reicht ein 1:1 gegen Ukrainer

Lyon holte sich letztes Champions-League-Achtelfinalticket

Mittwoch, 12. Dezember 2018 | 23:25 Uhr

Olympique Lyon hat sich am Mittwoch das 16. und letzte Achtelfinalticket in der Fußball-Champions-League gesichert. Den Franzosen reichte bei Schachtar Donezk ein 1:1, um die Ukrainer in der Tabelle zwei Punkte auf Distanz zu halten. Gruppe-F-Sieger wurde Manchester City mit einem 2:1-Sieg gegen Hoffenheim. Ajax Amsterdam und München trennten sich 3:3, Real Madrid ging gegen ZSKA Moskau 0:3 unter.

Für die aufgrund der Kriegswirren in der Ostukraine in Kiew angetretenen Donezker begann die Partie nach Wunsch. Der 31-jährige Brasilianer Junior Moraes traf in der 22. Minute. Lange Zeit schein das für den Aufstieg genug, ehe Nabil Fekir in der 65. Minute den Ausgleich erzielte. Lyon überstand damit auch das sechste Gruppenspiel ohne Niederlage, teilte dabei zum fünften Mal die Punkte. Donezk muss sich mit der Europa League zufriedengeben, steigt da im Frühjahr im Sechzehntelfinale ein.

In der Gruppe E wurde Bayern München letztlich der Favoritenrolle im Kampf um Rang eins gerecht. Dem deutschen Meister reichte ein packendes 3:3-Remis in Amsterdam, um die ebenfalls aufgestiegenen Niederländer um zwei Punkte zu distanzieren. ÖFB-U21-Teamspieler Maximilian Wöber (67.) sah aufseiten von Ajax genauso völlig zurecht die Rote Karte wie Thomas Müller (75.) wenig später im Bayern-Lager. David Alaba spielte bei den Bayern durch.

Das Österreicher-Duell von Wöber mit Alaba war an Spannung nicht zu überbieten. Dusan Tadic (61., 82./Elfmeter) traf für Ajax genauso doppelt wie Bayerns Robert Lewandowski (13., 87./Elfmeter). Nach dem 2:3 von Kingsley Coman bewahrte Nicolas Tagliafico (95.) die Gastgeber noch vor einer Niederlage. Wöber kam in der 67. Minute gegen Leon Goretzka zu spät und traf den deutschen Teamspieler voll am Knöchel, der konnte nach Behandlungspause aber weitermachen. Müller sah wegen einer Kung-Fu-Attacke Rot. Benfica Lissabon siegte im bedeutungslosen Parallelspiel gegen AEK Athen 1:0.

Für Hoffenheim ist die Europacupsaison zu Ende. Andrej Kramaric traf bei ManCity zwar via Foulelfmeter in der 16. Minute. Mit Leroy Sane sorgte aber ausgerechnet ein deutscher Teamspieler für die Wende. Der 22-Jährige versenkte einen Direkt-Freistoß im Netz (45.+1) und machte nach dem Seitenwechsel (61.) seinen Doppelpack perfekt. Bei Hoffenheim spielte Florian Grillitsch durch, Stefan Posch stand nicht im Kader.

In der Gruppe H wollte anscheinend keiner den Gruppensieg. Juve gelang in Bern nur der Anschlusstreffer von Paulo Dybala (80.). Die Schweizer setzten sich dank Toren von Guillaume Hoarau (30./Elfmeter, 68.) durch. An der Vorarbeit hatte jeweils der Ex-Altacher Moumi Ngamaleu maßgeblichen Anteil. Für Manchester United war ein Treffer von Marcus Rashford (87.) gegen Valencia zu wenig. Zuvor hatten Carlos Soler (17.) sowie Phil Jones (47./Eigentor) getroffen.

Die Peinlichkeit des Abends leistete sich zuvor Real Madrid. Der bereits zuvor als Pool-G-Sieger festgestandene Titelverteidiger verlor am Mittwochabend auch das zweite Duell mit ZSKA Moskau, zog im Estadio Santiago Bernabeu nach schwacher Vorstellung mit 0:3 den Kürzeren. Den Russen half der Sieg aber nichts, für sie ist die Europacupsaison zu Ende.

Real-Coach Santiago Solari rotierte stark, viele Stars wie Weltfußballer Luka Modric, Toni Kroos oder Gareth Bale saßen zu Beginn nur auf der Bank. Der gelbgefährdete Kapitän Sergio Ramos stand gar nicht im Kader. Mit Jesus Vallejo und Javier Sanchez bildeten zwei 21-Jährige die Innenverteidigung. Neben Sanchez gaben auch Mittelfeldspieler Federico Valverde (20) und Stürmer Vinicius Junior (18) ihr Startelfdebüt in der “Königsklasse”. Jünger als Vinicius waren in der Club-Geschichte bei ihrem ersten CL-Einsatz mit Iker Casillas und Raul Gonzalez (beide ebenfalls 18) nur zwei Real-Akteure.

Gerne wird sich an die Partie aber wohl niemand im Real-Lager zurückerinnern, setzte es doch die höchste Europacup-Heimniederlage aller Zeiten. Während die Spanier ihre Chancen ausließen, präsentierten sich die Russen als Meister der Effizienz. Fedor Schalow traf nach einem Haken aus 15 Metern (37.). Georgi Schennikow erhöhte kurze Zeit später nach einem parierten Fernandes-Abschluss auf 0:2 (43.). Der Isländer Arnor Sigurdsson machte in der 73. Minute alles klar. Für Real war es die erste Heimniederlage in der Gruppenphase seit 2009. Gegen einen russischen Vertreter war es die erste Real-Heimniederlage seit einem 1:3 gegen Spartak Moskau im März 1991.

Viktoria Pilsen sicherte sich parallel dazu Rang drei und den Umstieg ins Europa-League-Sechzehntelfinale mit einem 2:1-Heimsieg gegen die AS Roma. Bei Punktegleichheit mit ZSKA entschied der bessere direkte Vergleich für die Tschechen. Die Roma hatte wie Gruppensieger Real das Aufstiegsticket schon vor Spielbeginn in der Tasche, konnte die Niederlage daher verschmerzen. Das Achtelfinale wird am Montag in Nyon ausgelost.

Von: apa