Benjamin Maier und Markus Sammer landeten in den Top Ten

Maier/Sammer beendeten Zweierbob-Bewerb als Achte

Montag, 19. Februar 2018 | 16:30 Uhr

Eine packende Entscheidung im Zweierbob der Herren bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang hat am Montag gleich zwei neue Olympiasieger hervorgebracht: Die Deutschen Francesco Friedrich/Thorsten Margis teilten sich Gold mit Justin Kripps/Alexander Kopacz aus Kanada. Die ÖOC-Schlitten Benjamin Maier/Markus Sammer und Markus Treichl/Kilian Walch erreichten als Achte bzw. 15. ihre Ziele.

Der Lette Oskars Melbardis und sein Anschieber Janis Strenga komplettierten in einem wahren Thriller mit fünf Hundertstel-Rückstand auf die beiden siegreichen Duos als Bronzemedaillengewinner das Podest. Friedrich/Margis hatten im dritten Lauf in 48,96 Sekunden neuen Bahnrekord markiert. Nach vier Läufen beendete Bob Österreich eins mit Benjamin Maier und Markus Sammer die Zweier-Konkurrenz mit 0,90 Sekunden Rückstand auf Rang acht. Das entspricht dem besten rot-weiß-roten Olympia-Resultat im Zweier seit dem siebenten Platz von Wolfgang Stampfer/Martin Schützenauer 2002 in Salt Lake City.

Damit hielt das Duo im Alpensia Sliding Centre seine Halbzeit-Platzierung und erreichte das angestrebte Top-10-Ziel. “Der achte Platz ist super für uns. Schade, dass uns der Poloniato im letzten Lauf noch einmal geholt hat”, bilanzierte Pilot Maier, dem nur zwei Hundertstel auf den Siebenten fehlten. Die angestrebte Verbesserung gelang dem rot-weiß-roten Bob nicht. “Wir haben uns im letzten Lauf nur nach vorne orientiert und wollten vielleicht eine Spur zu viel”, erklärte der Tiroler.

Die Fahrten von Maier/Sammer waren zwar äußerst konstant, perfekt war aber keine davon. “Es waren einfach mehrere kleine Fahrfehler pro Lauf. Die haben uns jeden Lauf zehn bis 15 Hundertstel gekostet”, analysierte der 23-jährige Pilot im Gespräch mit der APA – Austria Presse Agentur. Für ihn und seinen Bremser sind es die zweiten Olympischen Winterspiele. Vor vier Jahren war man noch auf Platz 20 gelandet. “Ich habe das jetzt ganz anders miterlebt. Man ist mit anderen Erwartungen hergekommen”, erzählte Sammer.

Der Tiroler Maier war einer der jüngsten Athleten an den Lenkseilen. “Ich denke, wir sind halt ein bisschen jünger, vielleicht nicht ganz so routiniert wie der Eine oder Andere.” Der Fokus gilt nun voll dem Viererbewerb am abschließenden Olympia-Wochenende. Im großen Schlitten ist dem 23-Jährigen sogar ein noch besseres Resultat zuzutrauen. “Die Mannschaft ist definitiv hungrig, weil wir in der Vergangenheit auf fast jeder Bahn im Vierer besser platziert waren. Nach dem achten Platz im Zweier träumt man gerne, was im Vierer geht”, zeigte sich der Tiroler zuversichtlich.

Das Material funktioniere im Olympia-Eiskanal jedenfalls sehr gut. In Sachen Start wird Bob Österreich eins im Vierer noch besser gerüstet sein. “Wir haben im Vierer deutlich mehr Training was den Start anbelangt, weil diese Choreografie einfach schwieriger ist”, so Maier, bei dem die Vorfreude auf den Auftritt in Südkorea schon groß ist: “Die Motivation ist noch mal größer, wenn man mit der ganzen Truppe fahren darf, weil wirklich alle dabei sind. Das macht schon noch mehr Spaß.”

Im großen Schlitten wird beim jungen österreichischen Piloten dann auch der erst 21-jährige Kilian Walch im Bob sitzen. Das Teamküken belegte im Zweier als Bremser von Markus Treichl Platz 15 (+1,70 Sekunden). Mit seinem Olympia-Debüt war das Team ob der als 15. erreichten Top-20-Zielsetzung sehr zufrieden. “Wir hatten gute Fahrten, es waren ein paar kleine Fehler dabei”, so Treichl, der auch im Vierer wieder unter die besten 20 fahren möchte.

Walch haderte unmittelbar nach dem Wettkampf mit den Startzeiten: “Das war leider nicht so wie erwartet. Beim letzten Rennen hatten wir einen kürzeren Start, das war anscheinend genau unser Ding. Jetzt haben wir das Beste herausgeholt, was gegangen ist”, betonte der Youngster.

Die Leistungen der Medaillengewinner, insbesondere der beiden Siegerteams, erkannte Benjamin Maier neidlos an. “Ich gönne es ihnen beiden, es sind beide super Teams. Francesco Friedrich hat am zweiten Tag eine sensationelle Leistung abgeliefert”, kommentierte der 23-Jährige den skurrilen Ausgang des Rennens. Für Friedrich ist es nicht der erste geteilte Titel: WM-Gold im Vierer eroberte der Deutsche im Vorjahr ex aequo mit seinem Landsmann Johannes Lochner.

Von: apa