Stefano Stagni und Marta Maltha sind die Sieger der langen Strecke

Maratona dles Dolomites-Enel: Radfahren und Blumen, ein Erfolgsrezept

Sonntag, 03. Juli 2022 | 15:36 Uhr

Hochabtei – Die Sonne lächelt auf die fast siebentausend Teilnehmer – 6871, um genau zu sein, davon 6180 Männer und 691 Frauen – der Maratona dles Dolomites – Enel, die bereits zum 35. Mal stattfindet. Ein Marathon, der den Blumen gewidmet ist und sich durch die drei Strecken über die Dolomitenpässe auszeichnet, die untrennbar mit der Geschichte des Radsports verbunden sind. Am Start in La Villa, der wie immer pünktlich um 6.30 Uhr von Michil Costa auf seinem Oldtimer-Fahrrad eröffnet wird, windet sich die Schlange auf den Pedalen mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Campolongo-Pass. Und es sind gerade die Worte des Präsidenten des Marathons, Michil Costa, die das Rennen erleuchten: “Pflanzen sind überlegene Lebewesen, denn sie wachsen weiter: Blumen, die sich regenerieren, Blütenblätter, die sich vermehren, Stämme, die sich ausdehnen. Ein kontinuierliches Wachstum, nicht aus einer Konsumlaune, sondern aus einer natürlichen Notwendigkeit heraus. Nur unsere kosmische Unwissenheit kann uns glauben machen, dass der Mensch und seine Werke das Maß aller Dinge sind.”

In dem Bewusstsein, dass ein neues Gleichgewicht zwischen Natur und Mensch notwendiger denn je ist, ist der Marathon eine Veranstaltung, die sich seit Jahren dafür einsetzt, Sport und Umweltschutz zu verbinden. Und zwar durch konkrete Initiativen, wie die erhaltene Zertifizierung “Green Event” zeigt. Eines der Ziele in diesem Jahr ist die drastische Reduzierung der Verwendung von Plastik in der abschließenden Erfrischungszone. Dank einer großen Investition wurden 16.000 Glaskeramikteller und wiederverwendbares Geschirr angeschafft, wodurch der Plastikverbrauch um 70 Prozent gesenkt werden konnte.

Aber es sind die für den Verkehr gesperrten Straßen, die es ermöglichen, die Dolomitenpässe zu genießen: Campolongo, Pordoi, Sella, Grödnerjoch, Giau, Falzarego und Valparola. Neben der langen Strecke mit 138 km und 4230 m Höhenunterschied gibt es die mittlere Strecke mit 106 km und 3130m Höhenunterschied und die Sellaronda mit 55 km und 1780 m Höhenunterschied.

Auch in diesem Jahr wurde das Rennen vom Start bis zur Ankunft des ersten Klassifizierten der langen Strecke live vom Nationalsender RAI 2 übertragen. Von 6.00 Uhr morgens bis 12.00 Uhr mittags werden nicht nur die Leistungen der Teilnehmer auf den Dolomitenstraßen gefilmt und dokumentiert, sondern auch die spektakulären Landschaften, die den Rahmen für das Rennen bilden, gezeigt. Es sind der mehrfache Marathonsieger Tommaso Elettrico und der Portugiese Goncalo Freitas, die ohne zu zögern angreifen und bald allein an der Spitze des Rennens stehen. Trotz der Hitze ist das Tempo hoch und das Duell spannend. Es scheint ein Zwei-Mann-Rennen zu sein, aber auf dem Giau werden sie von Stefano Stagni erreicht. Das Rennen schien noch fest in der Hand von Elettrico und Freitas zu sein, als die beiden von Stagni auf dem Falzarego überholt wurden: “Ich hätte nicht gedacht, dass ich heute gewinnen kann, aber ich hatte heute Morgen ein gutes Gefühl. Als ich hörte, dass Elettrico und Freitas etwas mehr als eine Minute vor mir waren, begann ich das Tempo zu erhöhen. Und schon auf der Abfahrt vom Giau begann ich an die Möglichkeit eines unerwarteten Sieges zu glauben. Auf dem Falzarego Pass habe ich den Unterschied gemacht, und jetzt stehe ich hier im Ziel, mit Krämpfen am ganzen Körper, aber total zufrieden”.

Das endgültige Männerpodium auf der langen Strecke sieht somit Stefano Stagni auf dem ersten Platz, der den Marathon in 4h, 27‘ abschließen konnte, gefolgt von Tommaso Elettrico (4h, 29‘) und dem Portugiesen Goncalo Freitas (4h, 30‘).

Bei den Frauen gelang der Niederländerin Marta Maltha eine große Heldentat. Sie wiederholte ihren Vorjahressieg, nachdem sie dreimal mit gut fünf Minuten Vorsprung Zweite geworden war: “Ich kann es nicht glauben, ich bin so glücklich. Wieder auf diesen Straßen zu gewinnen, ist für mich wunderbar. Mit einer solchen Zeit hatte ich nicht gerechnet, ich war mit Annalisa Prato und Martina Trevisol auf dem Campolongo, auf dem Pordoi, dann auf dem Sella habe ich mich abgesetzt und bin alleine ins Ziel geradelt. Herrlich”.

Um genau zu sein, radelte Marta Maltha die lange Strecke in 5h, 12‘, gefolgt von Martina Trevisol in 5h, 20‘ und Annalisa Prato in 5h 22‘.

Auf der mittleren Strecke über 106 km stehen bei den Männern Rossano Mauti, Marco Pastacaldi und Franz Wieser auf den Plätzen eins, zwei und drei, bei den Frauen Lisa De Cesare auf dem ersten, Olga Cappiello auf dem zweiten und Valeria Curnis auf dem dritten Platz. Die Sieger der Sellaronda waren Davide Ferrari, Federico Aicardi und Michael Hellweger bei den Männern und Milena Felici, Laila Orenos und Elena Valentini bei den Frauen.

So endet die Maratona dles Dolomites – Enel in einer Explosion von Blumen und Farben, die die Dolomiten schmücken. Es ist jedoch an der Zeit, den Blick auf die nächste Ausgabe zu richten, die am Sonntag, den 2. Juli 2023, unter dem Motto „Umanité“, Menschlichkeit stattfinden wird. „Eine Aufforderung, Hoffnung und Vertrauen in uns Menschen zu haben, die noch viel lernen müssen, wenn es um den Schutz unseres Planeten geht. Wir sehen uns nächstes Jahr.“ So die abschließenden Worte vom Präsidenten Michil Costa.

Hier geht es zur vollständigen Rangliste!

Von: mk

Bezirk: Pustertal

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