Der 57-jährige Zürcher geht zum FC Basel

Marcel Koller neuer Basel-Trainer

Donnerstag, 02. August 2018 | 23:13 Uhr

Österreichs ehemaliger Fußball-Teamchef Marcel Koller ist seit Donnerstag Trainer des FC Basel und tritt die Nachfolge des vor einer Woche entlassenen Raphael Wicky an. Der 57-jährige Zürcher einigte sich mit dem 20-fachen Schweizer Meister auf einen Zweijahresvertrag. Der 52-jährige Wiener Thomas Janeschitz, der schon mit Koller das ÖFB-Team betreut hatte, wird mit Carlos Bernegger Co-Trainer.

Seine Premiere als FCB-Coach erlebt Koller bereits am Samstag im Heimspiel gegen die Grasshoppers mit ÖFB-Tormann Heinz Lindner, Raphael Holzhauser, Marko Djuricin und Ex-Austria-Trainer Thorsten Fink. Alexander Frei, der die Basler zuletzt interimsmäßig betreut hat, fungiert wieder als Betreuer der U18-Mannschaft.

Marcel Koller freut sich, mit dem FC Basel nach neun Jahren wieder eine Clubmannschaft zu trainieren. Zuletzt war das 2009 in Bochum der Fall. Zwar habe er Routine mit den Abläufen einer Nationalmannschaft umzugehen. “Aber ich vermisste es”, sagte der Schweizer über die tägliche Arbeit auf dem Trainingsplatz. “Als ich in Österreich angefangen hatte, bekam ich wirklich Entzugserscheinungen.”

Nun gilt es, den ehemaligen Schweizer Serienmeister wieder auf Vordermann zu bringen. “Die Stärken sind zweifellos vorhanden. Wir müssen gemeinsam stark werden”, betonte Koller nach den jüngsten Rückschlägen für die “Bebbi”. “Wenn jetzt jeder jammert, bringt uns das nicht weiter. Man kann immer ein Spiel oder zwei verlieren. Im Fußball muss man immer wieder aufstehen.”

Koller kündigte einen aktiven Spielstil an. “Ich will Fußball spielen, mit flachen Kombinationen”, erklärte der frühere ÖFB-Trainer. “Ich lasse gerne aktiv verteidigen, also ohne abwartend zu spielen. Ob wir das so umsetzen können, werden wir sehen.” Über die Schweizer Liga müsse er nach 15 Jahren im Ausland noch einige Informationen einholen. Koller: “Es ist klar, dass ich hier noch einen gewissen Rückstand habe.”

Koller ist ein Mann mit internationaler Erfahrung und passt deshalb gut ins Anforderungsprofil der Basler Club-Führung. Zuletzt betreute er von November 2011 bis Oktober 2017 die österreichische Nationalmannschaft, die sich unter seiner Führung 2016 erstmals auf sportlichem Weg für eine EM-Endrunde qualifizierte. Zuvor war Koller als Clubtrainer in der deutschen Bundesliga tätig gewesen. Von 2003 bis 2004 stand er beim 1. FC Köln an der Seitenlinie, 2006 schaffte er mit dem VfL Bochum den Aufstieg in die 1. Bundesliga und betreute den Club bis Ende Sommer 2009.

Vor seinen Engagements im Ausland wurde Koller 2000 mit St. Gallen und drei Jahre später mit den Grasshoppers Schweizer Meister. Nun nimmt er erstmals seit 15 Jahren wieder einen Trainerjob in seiner Heimat an. Unter dem Schweizer Trainer des Jahres 1999 müssen die Basler schnellstmöglich in die Erfolgsspur zurückfinden. Mit Jungtrainer Wicky verpasste der FCB in der abgelaufenen Saison erstmals seit acht Jahren den Meistertitel. Im Cup war zudem bereits im Halbfinale Endstation.

Auch der Start in die neue Saison verlief für Basel nicht wunschgemäß. Nach der 1:2-Heimniederlage gegen St. Gallen zum Meisterschaftsauftakt und dem mageren 1:1 beim Aufsteiger Neuchatel Xamax folgte am Mittwoch nach einer 0:3-Auswärtsniederlage gegen PAOK Saloniki das Ausscheiden in der zweiten Qualifikationsrunde zur Champions League. Bereits das Heimspiel hatte Basel mit 1:2 gegen den griechischen Vizemeister verloren.

Von: APA/ag.

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