"Bronze zählt wie Gold in London"

Matzinger und Eder holten jeweils Bronze bei den Paralympics

Sonntag, 18. September 2016 | 10:57 Uhr

Natalija Eder und Günther Matzinger haben die Medaillenzahl des österreichischen Teams bei den Paralympics am vorletzten Tag nochmals in die Höhe geschraubt. Nach Bronze im Speerwurf durch die sehbehinderte Steirerin bzw. im 400-m-Lauf durch den Salzburger hielt das ÖPC-Aufgebot bei einer Goldmedaille sowie je viermal Silber und Bronze. Mario Bauer absolviert am Sonntag noch den Marathon.

Nachdem am Vorabend Goldmedaillengewinner Pepo Puch sein Kür-Silber gefeiert hatte und im Österreich-Haus auch die Gratulation des IPC-Präsidenten Philip Craven entgegennahm, eroberten Eder und Matzinger wie schon vier Jahre zuvor Edelmetall. Eder gelang das mit der persönlichen Bestmarke von 40,49 Meter, dem ersten 40-m-Wurf ihrer Karriere. “Ich bin überglücklich. Von dem Vierziger habe ich schon so lange geträumt, jetzt hab ich ihn geschafft. Und so auch den österreichischen Rekord”, freute sich die gebürtige Weißrussin. Sie war auch in London 2012 Dritte gewesen.

Matzinger, dessen rechter Unterarm fehlgebildet ist, unterbot im Finale seine Saisonbestmarke um fast eine Sekunde auf 48,95 Sekunden und wurde nach dem Sieg in London diesmal Dritter. “Das Feld ist enorm dicht, es war eines der engsten Rennen, das ich je erlebt habe. Bronze ist fast so viel wert wie Gold”, meinte der 29-Jährige. Nach den gesundheitlichen Problemen (Bandscheibenvorfall, Oberschenkelblessur) in dieser Saison sei er stolz, den dritten Platz erreicht zu haben.

Der Burgenländer Sven Reiger musste sich im Segeln nach schlechter letzter Wettfahrt mit dem elften Platz begnügen.

Mit neun Stück Edelmetall durch das 27-köpfige Aufgebot wurden die Erwartungen von Walter Pfaller, dem Chef de Mission des ÖPC, übertroffen. Der Salzburger hatte auf sechs bis acht Medaillen gehofft. Dass die 13 Medaillen von London (4-3-6) nicht erreicht wurden, lag auch an der manche Österreicher benachteiligenden Zusammenlegung von Klassen und der Streichung von Bewerben, etwa des 800-m-Rennens für Titelverteidiger Matzinger.

Bei der Schlussfeier am Sonntag im Maracana-Stadion trägt Dressurreiter Puch die rot-weiß-rote Fahne. “Es gibt keine größere Ehre, als die Mannschaft als Fahnenträger ins Stadion zu führen. Hoffentlich wird mir die Fahne nicht zu schwer. Ich kann schwere Sachen nicht sehr weit tragen”, erklärte der Steirer, der 2008 eine inkomplette Querschnittlähmung erlitten hatte, dank der Reitsport-Therapie aber mit Hilfe eines Stocks gehen kann. Puch hält nach zwei Paralympics-Teilnahmen bei zweimal Gold und je einmal Silber und Bronze.

Von: apa

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