Red-Bull-Pilot steuert mit halber Sekunde Vorsprung durchs Ziel

Max Verstappen holt Pole in Abu Dhabi

Samstag, 12. Dezember 2020 | 16:21 Uhr

Im letzten Grand-Prix des Jahres startet Max Verstappen erstmals aus der Poleposition. Der Niederländer erreichte am Samstag in Abu Dhabi zum dritten Mal in seiner Formel-1-Karriere die Bestzeit im Qualifying, er setzte sich im Red Bull 0,025 Sekunden vor dem Finnen Valtteri Bottas durch und beendete damit die seit 2014 andauernde Mercedes-Serie in dem Emirat. Weltmeister Lewis Hamilton wurde bei seinem Comeback nach einer Coronainfektion Dritter (0,086).

In seiner letzten Runde klappte es für Verstappen, der heuer schon 13 Mal in den besten drei des Qualifyings platziert war. “Ich habe schon zuvor gesagt, dass die Saison ein gutes Ende nehmen könnte. In der letzten Runde hat alles perfekt zusammengepasst.” Im Finish hatte zunächst Bottas seinem Mercedes-Teamkollegen Hamilton die Bestzeit abgeknöpft, Verstappen war dann noch um 25 Tausendstel schneller.

Die zuvor letzte “Pole” für Red Bull in Abu Dhabi hatte Mark Webber 2013 erreicht, seither war in den Qualifyings immer Mercedes auf den Position eins und zwei. Verstappen sah die Samstag-Bestzeit als Belohnung für die Steigerung während der Saison. “Wir sind (Mercedes, Anm.) immer näher gekommen, daher bin ich sehr zufrieden”, meinte der 23-Jährige im ORF-Fernsehen.

Im Rennen am Sonntag (14.10 Uhr MEZ/live ORF 1 und Sky) wolle er versuchen, die Mercedes-Piloten hinter sich zu halten, erklärte der neunfache GP-Sieger. Zuletzt hatte er heuer im F1-Jubiläums-GP in Silverstone triumphiert. Die Statistik spricht für Verstappen: In den vergangenen fünf Jahren war der Sieger immer aus der Poleposition gestartet.

Doch die Mercedes-Fahrer glauben an ihre Chance. Bottas setzt darauf, dass die “Silberpfeile” über die Renndistanz stärker sind. Siebenfach-Weltmeister Hamilton war zunächst dankbar, dass er nach dem verpassten Sakhir-GP wieder ins Cockpit steigen konnte. Er sei aber noch nicht bei 100 Prozent, sagte der 35-Jährige. “Ich spüre immer noch etwas in den Lungen. Mit dem Virus fühlt man sich leer, die Erholung dauert länger als normal.”

Einmal im Auto sitzend, sei aber das Rennfieber da. “Ich versuche, wieder in den Rhythmus zu kommen. Ich hatte Probleme mit der Balance des Autos, das hat sich anders angefühlt als vorher”, erklärte der britische Vorjahressieger. “Auf diesem Kurs ist es ein Vorteil, als Erster loszufahren. Aber es wird spannend, ich werde mir etwas überlegen.”

Für Sebastian Vettel gab es am Ende seines Engagements bei Ferrari vorerst kein Erfolgserlebnis. Der vierfache Champion (mit Red Bull) verpasste zum 13. Mal in Serie die letzte Phase des Qualifyings.

Von: APA/dpa